Patrice lieh dem Nina Simon Song Ain’t got no (I got Life) seine Stimme und der Fotokünstler JR bescherte dem dazugehörigen Video – mit den, für seine Arbeiten charakteristischen, Foto-Objekt-Montagen – einigen Wiedererkennungswert.
Für den Satire-Klassiker Extra3 hat Alexander Lehmann einen Animationsfilm gemacht, der, mit lustigstem Sprecher veredelt, in die Rolle von Facebook schlüpft und beissend-harmlos, die emsigen Bemühungen des Sozialnetz-Magnaten, mit Hilfe von Nutzerinformationen und immer verwirrenderen Privatsphäreneinstellungen, die persönliche Konsumfreiheit von Netzwerkangehörigen zu verteidigen, beteuert.
Letztens erst habe ich noch geprahlt, das an mir eine prima Forensikerin verloren gegangen wäre. Nun, beim Anblick dieser Bilder aus einer spannenden Fotostory von Katarzyna Mirczak, mit meinem morgendlichen Magen auf halb acht, sehe ich ein, das es ein steiniger Weg geworden wäre. Die Abteilung für forensische Medizin an der Jagiellonen Universität in Krakau, Polen, beherbergt eine Sammlung in Formaldehyd eingelegter, tätowierter Haut ehemaliger Insassen des Gefängnisses in unmittelbarer Nähe der Uni. Neben Ekelpotential,befindet sich auch kriminalhistorisches und -medizinisches Wissen in den Glasbehältern. Die komplette Fotoslideshow mit Artikel gibt es hier.
Reiseimpressionen malerisch festzuhalten, ist aus der Mode gekommen und der Fotografie zum Opfer gefallen. Stephanie Le Doux jedenfalls hält an der schönen Tradition fest die Caspar David Friedrich und Paul Gaugin zu Bekantheit verhalfen und malt ihre Reisen. Spezialisiert hat sie sich auf Porträts von Einheimischen, die sie, so erkläre ich mir die zahlreichen Fotos, auf der Strasse anspricht und skizziert. Im finalen Bild erreichen die Modelle – im starken Kontrast zum oft rauh wirkenden, zweckentfremdeten Papier – eine faszinierende und dennoch romantisierende, fast schon unwirkliche Reinheit und Makellosigkeit. Möglicherweise ein Indiz dafür, was sich die Künstlerin mitzunehmen wünscht von den exotischen Orten dieser Erde – nichts als ihre Schönheit.
Für die schöne Kategorie Monifaktur auf iGnant, zaubert Monja Gentschow – sie hat unter anderem den Internetauftritt des Labels keinemusik verschönert – wöchentlich aus ihrem Skizzenbuch und verrät Fakten zu den Abbildungen. So erhält man nicht nur Einblicke in den Entstehungsprozess künstlerischer Arbeiten sondern erfährt gleichzeitig Wissenswertes über Molaren (Weisheitszähne), Nachthemden, Wundertüten und Hurrikane. Die Monobraue ist Mittelpunkt der 10. Ausgabe der Monifaktur. Der markante Haarbalken über den Augen heisst fachlich korrekt Synophris und ziert(e) die Antlitze von Madonnas Tochter Lourdes, Frida Kahlo und Bert aus der Sesamstrasse.
Bei gefühlten 60 Grad Aussentemperatur sind diese leuchtenden Farbwelten, bestehend aus unserer täglichen Nahrung, geradezu erfrischend. Kein Wunder denn hier war ein Profi am Werk. Die Fotografin und Foodstylistin Linda Lundgren hat vor schwarzem Hintergrund Rohkost und Verpacktes nach Farben sortiert aber leider Weiß ausgelassen. Vielleicht war ihr das zu unbunt.
Was für den einen hässlich platzierter Unrat ist, der das Stadtbild verschandelt, ist für Sandrine Estrade Boulet tägliche Quelle der Inspiration. Mit Kreide, farbe und bastelpapier geht sie auf einen urbanen Verschönerungsfeldzug und ergänzt Nebensächliches und Überflüssiges mit Humor und einer Menge Abstrahierungsvermögen.
Julien Vallée, berühmt berüchtigt für jede Menge Schreibtischchaos und anderen grafischen Schabernack, hat für das OFFF 2010 eine animierte Sponsorenpräsentation entwickelt, die einfach sehenswert ist.
Ogilvy Paris setzt bei ihrer Kampagne für die Weltumweltschutzorganisation WWF auf ein Gleichnis. Tiere werden wie Häuser mit sinnlosen Graffiti besprüht dargestellt. Die Aufmerksamkeit soll natürlich nicht auf die von menschlicher Hand herrührenden Verschmutzungen an Häuserwänden gelenkt werden, sondern auf die oft unsichtbaren Verschmutzungen ander Tierwelt, die diese für immer zeichnen und oft genug ungeahndet bleiben, im Vergleich dazu jedoch, für das taggen einer Hauswand hohe Strafen für den Einzelnen drohen.
Seit 2006 findet das Plakatkunstfestival Papergirl jährlich in Berlin statt, mittlerweile gibt es die Papergirls in mehreren Städten weltweit. New York geht dieses Jahr erstmalig mit an den Start. Für die Berliner Aktion, werden vom 04.07. – 23.07. 2010 250 Beiträge in der Galerie Neurotitan in Berlin zu sehen sein, bevor sie am letzten Tag des Festivals per Fahrrad unter die Leute gebracht werden.