Alice in Potholes – Oder wie man Spaghetti aus Schlaglöchern isst


11.03.10

Potholes oder in Deutsch Schlaglöcher oder in Fachdeutsch (Frost)ausbrüche, sind bei Zwei -und Vierradfahrern äußerst unbeliebte Vertreter der Straßenschäden. Für Claudia Ficca und Davide Luciano aus Montreal sind sie Inspirationsquelle für ihre fortlaufende Fotoserie mypotholes die sie in L.A., N.Y.C. und Montreal schießen. Während in New York Spaghetti mit Fleichbällchen direkt aus dem Schlagloch gefuttert werden, rettet eine Baywatch-Nixe in L.A. Ertrinkende. Alice gelangt direkt von der 30. Straße ins Wunderland. Die Kanadier finden für ihre Serie immer auch Motive und Szenarien, welche die Stadt charakterisieren. Die Ironie, die aus überflüssigen Asphaltschäden, plötzlich nützliche Gefässe für Nahrung, Fußbäder oder die Feinwäsche macht, rundet diese, mir bisher unbekannte, Variante der Streetart ab.

formatmag

 

Maarten Wetsema – Meilensteine der Hundeportraitfotografie


10.03.10

Große Hunde, kleine Hunde, wuschelige Hunde, Kurzhaarhunde. Die niederländische Fotografin Maarten Wetsema hat offensichtlich eine Vorliebe für Hunde – und Möbel. Wer sonst würde 4 ganze Fotoserien (Daan and Jacob, Dogs in their Domestic Environments, Portraits of Dog, Dogshoots) der Hundportraitfotografie widmen. Die Theorie, dass Herrchen und Hund sich oftmals erstaunlich ähnlich sehen, ist unter Hundekennern weit verbreitet. Ob das Gleiche jedoch auch für Hund und Heimchen gilt, wurde bisher noch nicht tiefgehend thematisiert. Wie dem auch sei, bei Wetsema stimmen Hintergrund und Hund wie Hund zu Herrchen.

lenscratch, if it´s hip it´s here

 

Minimal Earth – Black & White Globe


09.03.10

Der minimalistische Globus aus dem Hause Nendo kommt ohne die sonst üblichen Farben aus, ohne Grenzen und auch ohne Ländernennung. An die Stelle von unsteter, geografisch-politischer Korrektheit tritt ein emotionales  Statement. Interessant in diesem Kontext ist auch die These die Alexander Kluge auf dem DLD-Panel map your future (TheJ berichtete) erhoben hat.

Minimalissimo

 

Titanic – Abgewracktes Ex-Modell


09.03.10

Auch wenn es so aussieht, das ist nicht die RMS Titanic wie sie von Riesen geborgen wird, sondern das Modell für den 1980’er Kinoflop Hebt die Titanic!. Der größte Teil des 10,5 Mill $ hohen Filmbudgets floß in den Bau dieses Modells. Leider litt wohl der Rest der Filmproduktion an Unterbudgetierung, so das die Verfilmung des Buchbestsellers von Clive Cussler finanziell empfindlich floppte.

This Blog Rules

 

Rube-Goldberg-Maschine deluxe


08.03.10

Domino Day war gestern. Ok Go zeigen mit Hilfe einer vom Effekt her ähnlichen Installation namens Rube-Goldberg-Maschine eines der viralsten Musikvideos der letzten Zeit und das muss gewürdigt werden:

65 Mitarbeitern und 60 Anläufe, von denen 3 tatsächlich bis zum Ende durchliefen, davon zwei aus ästhetischen Gründen kombiniert, führten zu dem offiziellen Video “This Too Shall Pass”.

xoomix

 

Michael Johansson – Spielzeugnostalgie für Ausgewachsene


08.03.10

Für alle äußerlich Groß Gewordenen, die in ihre Kindheit voller selbstvergessener Begeisterung unzählige Stunden, vertieft in ihren Fantasieterritorien, mit dem Zusammenbau von Modellsätzen verbracht haben und noch heute gerne an das Geräusch des Auseinanderknickens der Plastikrahmen denken, hier ein Stück Nostalgie im angepasst erwachsenen 1:1 Großformat. Fahrbare Untersätze sind seit jeher die Pioniere der Spielzeughierarchie, die Version des Schweden Michael Johansson kommt aber vergleichsweise designsicher in uni Farben daher. In den geschweißten Metallrahmen verstecken sich alle fortbewegungsrelevanten Utensilien vom Dieselmotor bis zur Fahrradklingel. Eine kleine Enttäuschung aber: Alters entsprechend darf nur betrachtet, nicht gebastelt werden!

designboom

 

Zahlenstapel und Buchalphabet


07.03.10

Wer richtig stapelt bekommt am Ende so hübsche Zahlenkombinationen oder sogar ein ganzes Alphabet. Ich hab zwar keine Ahnung wie das ‘P‘ die Schwerkraft ausgehebelt hat aber es gibt ja heutzutage Lösungen für derartige Lapalien.  Das Alphabet aus Büchern ist von Hanna Nilsson und Sofia Østerhus, die sehr schönen Ziffern von Paul Octavius.

Swiss & Miss

 

Google Office steht Kopf


06.03.10

Google creative director Ji Lee geht an die Decke, die Gründe sind aber recht plausibel:

“People fill the floor of their homes with furniture and walls with paintings and pictures. So why are the ceilings left empty? Decorating ceilings was a celebrated art form in the past centuries that somehow got lost through the reductionism of modernism. People don’t look at the ceiling anymore. It’s a dead space. So I wanted to bring a small wink to this space. I also liked the idea that somehow there’s a parallel world which coexists with ours.”

Die kopfstehende Kleinkunst versteckt sich derzeit in den kreativen Quadratmetern des heimisch und dienstlichem Hoheitsgebiet Lees – auf der anderen Seite der Schwerkraft versteht sich. Maßgeschneiderte Miniaturreiche gibt es auf Anfrage. Preis für eine persönliche Parallelwelt leider unbekannt.

ignant

 

RGB-Messie – Portia Munson gibt den Farbton an


05.03.10

Portia Munson kombiniert in ihren Installationen die Angewohnheiten eines Messies mit denen eines Pedanten. Sie sammelt unzählige gebrauchte und unbrauchbar gewordene Plastikgegenstände und wirft sie entweder wahllos als große Farbfamilie auf einen Haufen, oder stellt durch akribische Anordnung fließende Übergänge von einer Farbnuance zur anderen her. Pink scheint bei Portia Munson ein ebenso beliebtes Thema zu sein wie bei dieser Farbsortiererin.

iGnant

 

Google, Kansas, 122 000 Einwohner


04.03.10

„Dort wo die Kartoffeln gut gedeihen“, das heisst Topeka aus einer indianischen Sprache ins Deutsche übersetzt. Prächtig wie die Kartoffeln, sprießen auch die temporären Namensänderungen der Hauptstadt des US-Bundesstaats Kansas. Als  Topeka 1998 die erste us-amerikanische Stadt war, in der Pokemon eingeführt wurde, nannte man sich kurzerhand in ToPikachu um. Mit der vierwöchigen Umbenennung in Google möchte Bürgermeister Bill Bunten (79) die Aufmerksamkeit des Konzerns auf sich ziehen, und sich so einen Platz im begehrten Fiber for Communities-Programm erschmunzeln. Bunten und seine 122.000 Schützlinge erhoffen sich mehr wirtschaftliche Anziehungskraft für Google alias Topeka, denn wenn das Experiment gelingt, würde die auserwählte Stadt mit einem ultra high speed-Netzwerk versorgt,anderen Gegenden in  Sachen Internetgeschwindigkeit um etliche Kartoffelwürfe vorraus sein, ein nicht zu verachtender Faktor bei der Auswahl eines Unternehmensstandorts.

CNN, Create or Die

 

Last Call for Typoversity


04.03.10

Typoversity ist ein Buchprojekt der Illustratorin Nadine Roßa und des Grafikdesigners Patrick Marc Sommer, beide auch aktiv bei designmadeingermany.de.

Gesucht werden spannende Hochschularbeiten (Diplomarbeit, Semesterprojekt) und Ausbildungsprojekte mit dem Schwerpunkt Typografie. Die einzige Voraussetzung ist, dass die Arbeiten nicht älter als Januar 2008 sind. Die interessantesten und innovativsten Arbeiten kommen ins Buch, das beim NBVD Norman Beckmann Verlag & Design erscheinen wird.

Einsendeschluss ist der 15. März 2010. Einreichungen bitte als PDF per E-Mail an: mail@typoversity.de.

FontBlog, Typoversity


 

Membrankunst – Hans Hemmerts Ballonskulpturen


04.03.10

Der in einer Fotoserie festgehaltene Schrumpfungsprozess selbstfahrender Artillerie, sagt schon eine ganze Menge über die Intentionen des Künstlers Hans Hemmert aus.  Seine materielose Materialauswahl sorgt dafür, das seinen Skulpturen sehr bald die Puste ausgeht, dank der angreifbaren Membran die ihre Einzelteile umgeben. So werden aus aktiven Zerstörern und steinernen Dogmen markante, metaphernreiche Gebilde, errichtet aus handelsüblichen Luftballons, die von properen Luftschlössern zu jämmerlichen Häufchen mutieren.

Im wahrsten Sinne des Wortes: BOOOOOOOM!

 

Jan Banning – Portraits von Bürokraten


03.03.10

Für alle missgestimmten Menschen, die viel zu lange bei Behörden und Ämtern gewartet, in Schlangen gestanden, brav Nummern gezogen und sich bis heute gefragt haben, ob es in anderen Ländern auch so sorgfältig spießbürgerlich zugeht, hier ein kleiner Eindruck von internationalen Drehpunkten des Verwaltungswesens, festgehalten von Jan Banning. Der Niederländer begab sich auf eine lange Reise, um Bürokraten aus China, Jemen, USA, Indien, Liberia, Russland, Frankreich und Bolivien aufzuspüren und die dezenten bis drastischen Differenzen, die sich, hinter dem immer wiederkehrenden Interieur aus einer Platte und vier Beinen, in öffentlichen Zentren der Bürokratie auftun, einzufangen. Zurück kam er mit einem Buch, das in 50 Fotografien ,,Bureaucratics – around the world”, vermerkt mit Name, Alter, Beruf und Gehalt, zeigt. Seine Bilder sind wie fotografische Studien, Studien über verschiedene Kulturen, Gewohnheiten und Länder, aber auch Portraits von Persönlichkeiten. Schreibtischgestaltung, Sitzhaltung, Gesichtsausdruck – alles gibt Aufschluss über Aufgaben, Funktionen, Charakter: vom einfachen Archivar bis hin zum leitenden Beamten. Das gleichbleibende, quadratische Format, immer aus der selben Perspektive fotografiert, zeigt den roten Faden aus Vorschriften und Verordnungen, der diese Bilder vereint. Hier ein paar Auszüge aus dem herausforderndem, dennoch humorvollem und irgendwie absurdem Werk – viel Spaß beim Länder zuordnen.

Thee Blog

 

Kreatives Gegengift für verstaubte Fassaden


02.03.10

Mentalgassi ist eingefleischten TheJunction-Lesern natürlich ein Begriff. Im Mai letzten Jahres berichteten wir über die Berliner Streetart-Künstler, die deutsche Großstädte mit Fotoplakaten verschönern und dabei heimlich Straßenschildern, Recyclingcontainern und Fahrkartenautomaten ein Gesicht verleihen. Hier ein paar Einblicke in die kreativen Köpfe sowie noch mehr Arbeiten der talentierten Straßenkunstakteure:

Im Rahmen der Berliner Fashion Week versammelten sich ab dem 21. Januar dieses Jahres Designinteressierte, Kunstliebhaber und Kunstschaffende, so auch die Jungs von Mentalgassi, zwischen Backsteinfundament und Holzbalken zum kreativ interaktiven Aufeinandertreffen und Feiern, initiiert von Converse in Kooperation mit dem Lodown Magazin. Die kahlen, bröckeligen Wände eines entkernten Berliner Altbaus wurden während der siebentägigen Veranstaltungsreihe mit dem interaktiven Motto ,,You´re here“ zu kreativen Luftschlössern verwandelt. Aus einer Portion Farbe, künstlerischem Mut und Ideenreichtum entstanden Wandillustrationen, wie beispielsweise die des Kölner Künstlers HerrSchulze, der mit einem überdimensionalen Malen nach Zahlen Berlinbild zum Mitmachen anregte und kreativ versierten Menschen, sowie solchen, die davon noch nichts wussten, die Angst vor dem weißen Blatt der weißen Wand nahm und dem ein oder anderen Sternstunden im Bereich schöpferische Selbstverwirklichung verschaffte. Wie ein kreatives Kontrastmittel wirkte das bunte, lebendige Wandbild im Gegensatz zur Umgebung aus Verfall und alter Fassade und regte zu neuem Schaffen an.

Am Ende des siebentägigen Events durfte zusammen mit dem Broken Hearts Club und Bodi Bill frei nach dem Motto ,,Tear Down“ noch mal ordentlich gefeiert, geschmiert oder gemalt werden. Anschließend verabschiedete sich die interaktive Partyreihe nach London, Paris und Mailand. Die kreativen Ergüsse der jeweiligen lokalen Künstler und weiterer noch unbekannter, aber talentierter Kreativer kann man übrigens auch online bestaunen. Eine Reihe von Kurzfilmen, wie der von mentalgassi, zeigt die individuellen Inspirationen, die gestalterischen Prozesse der jungen Schaffenden, macht deutlich, was Kreative verschiedener Nationalitäten, unterschiedlicher Kontinente prägt. In naher Zukunft soll hier ein inspirierendes Künstlernetzwerk für kreative Köpfe der ganzen Welt entstehen, das die Lokalkünstler, die vorgestellten jungen Artists, Talente von bildender bis darstellender Kunst schöpferisch vereint – es bleibt spannend.

Converse

 

Eduardo Hernandez sammelt den Sommer


01.03.10

Eduardo Hernandez lässt durch diese fotografische Arbeit auch seine eigentliche Ausbildung als Kommunikationsdesigner sprechen. Mit der visuellen Aufzählung jahreszeitlich eindeutig zuordbarer Attribute, Utensilien, Früchte und Hinweise auf vielseitige Möglichkeiten den bevorstehenden Freiluftaufenthalt zu gestalten, transportiert er, ohne auch nur einen Sonnenstrahl aufblitzen zu lassen, um was es hier geht: um nichts anderes als den SOMMER! Auf das der nächste Sommer mindestens genauso lang wird wie der letzte Satz.

Jeriko