Anleitung zum Glücklichsein


25.06.10

Persönlichkeitstests machen ungemein glücklich. Für alle, die das nicht so sehen, folgt hier eine tiefgründige Anleitung, um die anhaltende Betrübtheit zu eliminieren. Von philosophischer Nachtlektüre über politische Unterdrückung oder einem empfindlichen Verhältnis zur eigenen Persönlichkeit – die kausale Herleitung der allgemeinen Unzufriedenheit ist ebenso vielseitig, wie das Spektrum an Lösungen zur Verbesserung der momentanen Lebenslage. So könnten der Übertritt zum Zen Buddhismus, die Konsultation eines Arztes oder das Aufnehmen einer Wohltätigkeitsarbeit die Lösung aller Probleme sein.

VisualBlog

 

Verschwommene Erinnerungen aus Kaixian


24.06.10

Der Drei Schluchten Damm in China ist, wie sollte es anders sein, der größte der Welt. Mit der Fertigstellung im Jahr 2009 erstreckt sich der Stausee über 600 Kilometer und begräbt damit Landschaften, ganze Städte, unzählige Dörfer und Fabriken unweit des Jangtse Flusses unter einer tiefen Wasserdecke. Yang Yi hält die letzten Eindrücke, seine persönlichen Erinnerungen und Plätze, die letzten Spuren von Leben und Verfall in seiner Heimatstadt kurz vor der kompletten Überflutung fest. Die Bilder sind eine Fiktion aus Fotografie und digitaler Technik, zeigen eine zukünftigen Unterwasserwelt, in der Menschen, ausgestattet mit Schnorchel und Taucherbrille, ihrer täglichen Routine nachgehen.

My Modern Metropolis

 

Großes Kino: Filmplakate in Hexagonall


23.06.10

Die Designer von Hexagonall haben Kinoplakate namenhafter Streifen genauestens unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass den ganzen Schnickschnack, wie monumentale Headlines, gestellte Fotos und melodramatische Schattenspielchen, kein Mensch braucht. Mit minimaler Gestaltung und maximaler Aussage sind die Neuinterpretationen der spanischen Designer sehr viel signifikanter wie amüsanter. Es lohnt ein Blick ins hexagonall´sche Portfolio.

Fubiz

 

Unbemannte Rettungstürme von Amir Zaki


22.06.10

Für alle Freunde des unbefangenen Plantschvergnügens an seichten Sommertagen, hier ein paar Impressionen vom sandig sonnigen Südkalifornien, wo vor wolkenlosem Himmel friedlich und beglückt Bademeisterhäuschen ungestört von lästigen Bademeistern in lieblicher Sommerluft entspannen. Doch die perfekte Harmonie ist trügerisch, Amir Zaki hat nicht nur Farbe manipuliert sondern auch Leiter retuschiert.

SpaceInvading

 

Stadtkarten für Geotagger


21.06.10

Georeferenzierung ist ja gerade der neuste Schrei. Nachdem man sich lange Zeit mit der Begutachtung der Nachbarhäuschen von oben per Google Maps oder später dem Ablatschen des ehemaligen Schulwegs per Street View zufrieden gab, gilt es heute per Geotagging alle Fotos genauen Standorten zuzuordnen. Dieses Phänomen macht sich Eric Fischer zu Nutze, indem er bei flickr und picasa sämtliche Fotoalben durchforstet und deren Geodaten auf Open Street Map visualisiert. Dabei werden Bilder von Touristen mit roten Punkten versehen, die von Einwohnern mit blauen, die nicht zugeordnet werden konnten mit gelben Punkten. So kann man in Berlin eine Invasion aus roten Pünktchen vom Alex über die Museumsinsel zum Regierungsviertel pilgern sehen, während Venedig unter einem Teppich aus roten Pünktchen versinkt und wieder andere Städte, wie Kansas City, gänzlich von touristischen Fotoattacken verschont bleiben.

paper tastebuds

 

Großstadtpragmatismus im Portrait


20.06.10

Harmen de Hoop arbeitet im öffentlichen Dienst für alle Großstadtpragmatiker. Im Einsatz für mehr Praktikabilität und Komfort an einfältigen Parkplätzen, ungenutzten Verkehrsinseln und anderen verwahrlosten Orten des alltäglichen Lebens interveniert der niederländische Künstler mit urbanen Innovationen für das allgemeine Wohlbefinden.

ffffound

 

Toril Johannessen – ein Herz für Statistik


19.06.10

Wer eine innige Leidenschaft für Statistiken, Tabellen und Vergleiche hat, sollte statistisch gesehen Words and Years von Toril Johannessen lieben. Die Norwegerin vergleicht nämlich fast alles, besonders gerne aber die Verwendung von Wörtern. Identische Begriffe werden ihrem Vorkommen in unterschiedlichen Magazinen und Fachzeitschriften nach gegenübergestellt, konträre Begriffe auf die Verwendung in einem bestimmten Magazin überprüft. Das alles wird auf einen längeren Zeitraum angewendet und man erhält fabelhafte Graphen und Diagramme, aus denen man entweder tiefsinnige Rückschlüsse ziehen oder sie einfach nur glückselig betrachten kann.

 

Fototapetenfotografie von Mark Lyon


18.06.10

Während Zahnarztpraxen scheinbar von allen Raumausstattern dieser Welt böswillig gemieden werden und man so, unter strapaziösen Schmerzen und traumatischen Schweißausbrüchen leidend, dem Bohrersummen lauschen und die vergilbten Deckenplatten begutachten muss und sich letztendlich einer Verschwörung gegen das eigene Wohlbefinden ausgesetzt sieht, zeigt Mark Lyon, dass es auch solche Mediziner gibt, die auf die narkotisierende Wirkung außerordentlich ungewöhnlicher Landschaftstapeten setzten. Ob eine Behandlung vor hawaiianischem Blumenmeer oder trauter Berglandschaft besonders vertrauenerweckend erscheint, ist dabei Nebensache.

PICDIT

 

Katalogisierte Kurzgeschichten by Nina Katchadourian


13.06.10

Was Haiattacken mit Picassos Werken und zwölf Amerikanern zu tun haben? Wenn Nina Katchadourian reißerische Buchtitel gesammelter Weltlektüre zu anregend abschweifenden Kurzgeschichten zusammensetzt, kann es schon mal vorkommen, dass sich Shakespeare neben Hitchcock wiederfindet. Ein beschäftigungsintensives Hobby für alle Bücherfreunde mit dem Hang zum Suchtpotential.

Brain Pickings

 

LEGO Filzfaserdruck sagt hello world


10.06.10

Alle exzessiven LEGO Ingenieure von Wohnsiedlungen und Plastikkarossen werden jetzt vor Erfurcht erblassen. Ein legophiler Youtube Nutzer namens horseattack hat mit seinem Legobaukasten einen Filzdrucker entwickelt, der mit perfektem Teamwork einer sechsköpfigen Legomännchen Besatzung, echter Pferdestärke und einer Palme als Sahnehäubchen den Fasermaler in Bewegung bringt.

Für mehr LEGO, empfehle ich das Lego Rave ebenfalls by horseattack.

engadget

 

Once upon a time: Die Telefonzelle


08.06.10

Während wir heute zweifeln, ob ein Leben ohne Handy, Internet und Flatrate tatsächlich möglich war, gibt es in Los Angeles bereits bildhafte Beweise dafür, dass es irgendwie auch mal anders ging. Unvorstellbar, aber es gab Zeiten, in denen der einzige unverzügliche Kontakt zu Außenwelt noch der heißgeliebte Festnetz-Kabeltelefonanschluss war, man zu Verabredungen pünktlich erscheinen musste, auf echtes Bargeld angewiesen war und wir uns der Bedienung hochmodernen Telefonhäuschen erfreuten. Heute sind die kuscheligen Fernsprecheinrichtungen vom Aussterben bedroht, Nataly Rader hat die übrig gebliebenen Raritäten fürs Geschichtsbuch festgehalten. Je nach Wohngegend variiert der Zustand der ausgedienten Apparate.

lenscratch

 

Candy Congo – Dokumentarfotografien aus dem Krisengebiet


06.06.10

Kriegsszenen fluten täglich unsere Medien, dabei sind es immer die gleichen monotonen Bilder von Gewalt, Macht und Stolz, von Elend und Trauer. All das vermischt sich in unserem Gedächtnis zu einem Sumpf aus drückenden trüben Erinnerungen. Wenn solche bekannten Impressionen in einen neuen Zusammenhang gesetzt werden, wenn Haltung und Autorität auf Sanftheit und Surrealismus treffen, ist das provokativ und polarisierend. Auf diese Weise hat Richard Mosse die bekannten Szenen von Krieg und Konflikt in Ost-Kongo dokumentiert. Per Infrarot Kamera tarnen sich Grüntone mit einer zarten Palette aus träumerischen Seifenblasenfarben. Die gewohnten Schreckensbilder wirken surrealistisch, weich und lieblich, die stolzen Posen, die kämpferischen Haltungen bekommen einen kuriosen fast lächerlichen Beigeschmack. Wie würden Soldaten wohl wirklich in einer rosa Uniform posieren – und wie würden wir Krieg wahrnehmen?

We Find Wildness

 

Rick Astley is back…


05.06.10

…wie eh und je mit fetzigem 80s Hüftschwung, leider ohne musikalische Begleitung, dafür mit visueller Neuorientierung dank Román Cortés.

topcultured

 

Piano, piano


05.06.10

Für alle ohne Pianoforte im Eigenheim, aber mit viel musikalischem Talent und Passion für Chopin oder Céline Dion, hier ein interaktives Trostpflaster von Kokokaka. Für die ersten Harmonieversuche per Ein-Finger Suchtechnik auf jeden Fall ein netter Zeitvertreib, jedoch nichts für professionelle High-End Dreiklangspieler und Fans spektakulärer Tastenläufe oder pathetischer Pedaleinsätze. Ich habe heute morgen schon Alle meine Entchen geübt und empfehle, bevor man in die Tasten haut, das Video erst vollständig laden zu lassen, sonst klingt´s staccato.

today and tomorrow

 

Alles an seinem Platz – Land Art by Richard Shilling


04.06.10

Die Natur ist manchmal schon ein heilloses Durcheinander: überall fliegen Blätter herum, Grashalme wachsen da, wo es gerade am schönsten ist und Vögel pfeifen sich gegenseitig ins Wort. Wurde also Zeit, dass da jemand für Ordnung und Organisation sorgt. Was aber auf den ersten Blick wie eine fortgeschrittene Form von Zwangsneurotik aussieht, fällt unter die Kategorie der Landschaftskunst. Dazu bedarf es ganz spezieller Bedingungsvorraussetzungen: 1. man darf sich nur an dem bedienen, was Mutter Natur zu bieten hat 2. dieses darf nur unwesentlich von der Fundstelle entfernt werden. Richard Shilling hat das ganz vorbildlich und formvollendet gemacht – sicherlich auch zur Freude von RGB Messies und anderer Fans der Farbsortierung.

acidolatte