© Norman Röhlig
„HEJ“ …. nicht „Hey“ oder „Hi“, eben „Hej“, so begrüßen die Ortsansässigen ihre Mitmenschen auf der skandinavischen Halbinsel. Und jeder, der bereits in den Genuss kam, ein wenig mehr von dieser wunderbaren Kultur zu erleben, wird bestätigen, dass die Begrüßung nur der Anfang eines nimmer enden wollenden Zaubers ist. Ein Zauber, den ich erneut für ein paar Tage erleben durfte und nachhaltig tief in meinem Herzen tragen werde.
Warum? Was ist anders? Was ist neu? Ich könnte die Mentalität und Freundlichkeit der Einwohner, ihr sicheres und ausgeprägtes Gespür für Ästhetik und Design, ihre Liebe zum Detail, zur Natur oder gar diese endlosen unberührten Küsten und Landstriche benennen und bin mir dennoch sicher, begrifflich nur einen Teil der gesamten Faszination erfasst zu haben.
Doch blende ich all das aus, schließe meine Augen und höre einzig auf das, was mein Herz mir sagt, gilt es ein weiteres Wort der Aufzählung folgen zu lassen: Leichtigkeit. Ein Wort, das im Zuge der hektischen Privilegien unserer Zeit zu großen Teilen nur noch als Konstrukt besteht, bekommt im Land der tausend Inseln wieder jene Qualität zurück, die, wie ich finde, für uns alle wichtig sein sollte.
So traf ich bei meiner Rundreise durch West-Schweden auf die Geschichten dreier Familien, die exemplarisch für ihre Mitmenschen beschreiben, was es bedeutet, der Kultur und den natürlichen Ressourcen ihres Landes so nah wie möglich zu sein und dennoch ihr Geld damit zu verdienen. Eine Kunst, die nur selten gelingt. Die folgenden Beispiele zeigen, dass es möglich ist.
Lars Stålnacke, Besitzer von Björholmens Marina, schuf weit draußen auf Tjörn, dem Festland im Nordwesten, dort wo die Straße endet und das Meer beginnt, eine traumhafte Unterkunft mit ungestörtem Blick auf das Meer am Rande einer Mole, den weder die Gäste noch ich so schnell vergessen werden. Weitere Infos hier: www.bjorholmensmarina.se
Björholmens Marina © Jessica Braun
Kenth und Camilla Hofsten
Nach gut einer halben Stunde Fährfahrt treffe ich auf Käringön ein. Dort empfing mich Camilla Hofsten, Besitzerin verschiedener Ferienwohnungen/Häuser auf der winzigen Insel. Auf Käringön betreibt sie zusammen mit ihrem Vater Kenth die Karingo Oyster Bar, eine der bekanntesten Austern Bars in Westschweden. Zur Ergänzung, die Luxuskompetenz in Sachen Austern, Lobster und Co. begeisterte nicht nur uns Touristen, sondern auch Prinz Albert kommt ab und an zum Austern schlürfen vorbei. Weitere Infos hier: www.karingo.com
© Kenth und Camilla Hofsten
© Norman Röhlig
© Jessica Braun
„The quality of the fish is the best if you eat it right out of the ocean!”, so Per Karlsson zwei Sekunden bevor er die Austern direkt aus dem Meer fischte, sie öffnete und uns sofort zum Verzehr vorbereitete. Karlsson betreibt die für Touristen öffentlich zugängliche Fischerhütte im klassischen gelben Anstrich. Fisch, wie er frischer nicht sein kann, wird hier je nach Angebot in der oberen Etage der smarten Hütte oder direkt auf dem traditionellen Segelboot verzehrt. Weitere Infos hier: www.evertssjobod.se
Zu guter Letzt, und mein persönliches Highlight: die Insel Väderöarna. Wer den Trip im Schnellboot überstanden hat, ist nicht nur dem Puls der Seelöwen, sondern auch dem unserer Erde erschreckend nah. Schnell wird klar, dass Erlebnisse wie diese zu jenen Momenten zählen, welche wir im Alltag nur ganz selten erleben, nämlich nicht nur Besucher, sondern ein Teil der Natur, der Erde zu sein. Ein Ort der natürlichen Schönheit. Ein Ort der Einsamkeit und Melancholie. Ein Ort, der zum Nachdenken anregt, zum Durchatmen, und zum Entspannen. Aber vor allem ein Ort, der uns auch nachhaltig dazu bewegt, der Natur das zurück zu geben, was sie verdient hat: Ruhe.
Weiter Infos hier: www.vaderoarna.nu
© Norman Röhlig
Vielen Dank für die Reise!