Filmtipp: Art & Copy


26.08.09


ART & Copy, der neue Film von Regisseur Doug Pray (Surfwise, Scratch, Hype!) zeigt den alltäglichen Wahnsinn der Werbeindustrie und verweist zugleich auf die metaphorische Klammer, dass hinter der teils abgedrehten Werbewirklichkeit wieder jenes Bindeglied steht, was noch immer den stärksten Einfluss hat: der Mensch. Menschen aus der Werbung, die ihre Faszination für besondere Strategien jeden Tag neu entdecken und im Zuge der Zeit unermessliche Kampagnen entwickelten, die wir so schnell nicht vergessen werden. In ART & Copy werden die bekanntesten Ikonen der Industrie genauer befragt und vorgestellt. Wer waren sie? Wo lebten sie? Wovon lassen sie sich inspirieren, sich leiten? Und was bedeutet es, Teil dieser riesigen Inszenierung zu sein? Von der “creative revolution” 1960 bis heute – im Film erfahrt ihr mehr.

Weitere Infos hier.

 

‘Door’ by All-China Women’s Federation


24.08.09

All-China Women’s Federation beauftragte die Werbeagentur DMG mit der Werbekampagne ‘Door’. Chief Creative Officer Dan Mintz und die drei Creative Directors Weibing Xu, Kelvin Lai, Kevin An realisierten eine Kampagne gegen häusliche Gewalt, die es wahrlich in sich hat. Die eindeutigen Plakate wurden in Türgriffhöhe angebracht, um die Gegenüberstellung von Faust und Plakat stärker zu provozieren. Ein eindeutiges Statement.

Via I Believe in Advertising

 

Tom Ford Acessoires


21.08.09

© Tom Ford

© Tom Ford
© Tom Ford

© Tom Ford

Formulieren wir es mal so: Basierend auf der extremen Fülle an Haut in Tom Ford’s neuer Kampagne, könnten wir davon ausgehen, dass der Texaner ein praktizierender Anhänger des fleischlichen Minimalismus zu sein scheint. Mit anderen Worten: Ford mag‘s nackt! Getreu dem Motto SEX SELLS posieren die Modelle Kortajarena Jon und Anna Jagodzinska mit ihren süßen Acessoires, als sei „Nudity“ das normalste der Welt. Wie konnte ich das vergessen, trage ich zu meiner Brille doch tatsächlich auch Kleidung.

© Tom Ford

© Tom Ford
© Tom Ford

© Tom Ford
 

FINAL – Sweden


19.08.09

© Norman Röhlig

© Norman Röhlig

„HEJ“ …. nicht „Hey“ oder „Hi“, eben „Hej“, so begrüßen die Ortsansässigen ihre Mitmenschen auf der skandinavischen Halbinsel. Und jeder, der bereits in den Genuss kam, ein wenig mehr von dieser wunderbaren Kultur zu erleben, wird bestätigen, dass die Begrüßung nur der Anfang eines nimmer enden wollenden Zaubers ist. Ein Zauber, den ich erneut für ein paar Tage erleben durfte und nachhaltig tief in meinem Herzen tragen werde.

Warum? Was ist anders? Was ist neu? Ich könnte die Mentalität und Freundlichkeit der Einwohner, ihr sicheres und ausgeprägtes Gespür für Ästhetik und Design, ihre Liebe zum Detail, zur Natur oder gar diese endlosen unberührten Küsten und Landstriche benennen und bin mir dennoch sicher, begrifflich nur einen Teil der gesamten Faszination erfasst zu haben.

Doch blende ich all das aus, schließe meine Augen und höre einzig auf das, was mein Herz mir sagt, gilt es ein weiteres Wort der Aufzählung folgen zu lassen: Leichtigkeit. Ein Wort, das im Zuge der hektischen Privilegien unserer Zeit zu großen Teilen nur noch als Konstrukt besteht, bekommt im Land der tausend Inseln wieder jene Qualität zurück, die, wie ich finde, für uns alle wichtig sein sollte.

So traf ich bei meiner Rundreise durch West-Schweden auf die Geschichten dreier Familien, die exemplarisch für ihre Mitmenschen beschreiben, was es bedeutet, der Kultur und den natürlichen Ressourcen ihres Landes so nah wie möglich zu sein und dennoch ihr Geld damit zu verdienen. Eine Kunst, die nur selten gelingt. Die folgenden Beispiele zeigen, dass es möglich ist.

Lars Stålnacke, Besitzer von Björholmens Marina, schuf weit draußen auf Tjörn, dem Festland im Nordwesten, dort wo die Straße endet und das Meer beginnt, eine traumhafte Unterkunft mit ungestörtem Blick auf das Meer am Rande einer Mole, den weder die Gäste noch ich so schnell vergessen werden. Weitere Infos hier: www.bjorholmensmarina.se

Björholmens Marina © Jessica Braun

Björholmens Marina © Jessica Braun
Kenth und Camilla Hofsten

Kenth und Camilla Hofsten

Nach gut einer halben Stunde Fährfahrt treffe ich auf Käringön ein. Dort empfing mich Camilla Hofsten, Besitzerin verschiedener Ferienwohnungen/Häuser auf der winzigen Insel. Auf Käringön betreibt sie zusammen mit ihrem Vater Kenth die Karingo Oyster Bar, eine der bekanntesten Austern Bars in Westschweden. Zur Ergänzung, die Luxuskompetenz in Sachen Austern, Lobster und Co. begeisterte nicht nur uns Touristen, sondern auch Prinz Albert kommt ab und an zum Austern schlürfen vorbei. Weitere Infos hier: www.karingo.com

© Kenth und Camilla Hofsten

© Kenth und Camilla Hofsten
© Norman Röhlig

© Norman Röhlig
© Jessica Braun

© Jessica Braun

„The quality of the fish is the best if you eat it right out of the ocean!”, so Per Karlsson zwei Sekunden bevor er die Austern direkt aus dem Meer fischte, sie öffnete und uns sofort zum Verzehr vorbereitete. Karlsson betreibt die für Touristen öffentlich zugängliche Fischerhütte im klassischen gelben Anstrich. Fisch, wie er frischer nicht sein kann, wird hier je nach Angebot in der oberen Etage der smarten Hütte oder direkt auf dem traditionellen Segelboot verzehrt. Weitere Infos hier: www.evertssjobod.se


Zu guter Letzt, und mein persönliches Highlight: die Insel Väderöarna. Wer den Trip im Schnellboot überstanden hat, ist nicht nur dem Puls der Seelöwen, sondern auch dem unserer Erde erschreckend nah. Schnell wird klar, dass Erlebnisse wie diese zu jenen Momenten zählen, welche wir im Alltag nur ganz selten erleben, nämlich nicht nur Besucher, sondern ein Teil der Natur, der Erde zu sein. Ein Ort der natürlichen Schönheit. Ein Ort der Einsamkeit und Melancholie. Ein Ort, der zum Nachdenken anregt, zum Durchatmen, und zum Entspannen. Aber vor allem ein Ort, der uns auch nachhaltig dazu bewegt, der Natur das zurück zu geben, was sie verdient hat: Ruhe.

Weiter Infos hier: www.vaderoarna.nu

© Norman Röhlig

© Norman Röhlig


Vielen Dank für die Reise!

 

“Summer of Love” by Saiman Chow


17.08.09

© Saiman Chow

© Saiman Chow

Tatsächlich gibt es Künstler deren Arbeiten könnte ich wieder und wieder vorstellen. Saiman Chow ist einer von ihnen. Hatten wir eben erst seinen großartigen Kurzfilm  “LOOKING THRU THE B-SIDES” vorgestellt, kommt er sogleich mit einem weiteren Glanzstück um die Ecke. Der Titel: “Summer of Love”. Die A-Bitter Sweet-Serie zeigt die faszinierenden und doch erschreckenden Ansichten über die innere Verarmung der Sexualität in unserer Gesellschaft. Die Fotos sprechen für sich! Und für all jene unter uns, die den Bildern eher noch skeptisch gegenüber stehen, werden spätestens beim Lesen des Arbeitstitels von der Botschaft des Projektes überzeugt sein: „Aren’t we all animals after all?“

 

Way Out West is diffrent… to diffrent to ignore!


15.08.09

Der erste Tag vom Way Out West ist vorüber. Die Stimmung ist nur schwer zu beschreiben, aber ich glaube, Anthony hat es auf den Punkt gebracht:

The spirit of this place has really touched me!


Und ich will jetzt keinen Abgesang auf die Worte Anthony’s leisten, aber Way Out West ist wirklich anders. Die Schweden beweisen erneut, dass es möglich ist, ein Line- Up auf höchstem Niveau mit zig Tausenden von Besuchern, auch ohne die bekannten, abgewetzten, staubigen und versoffenen Festivaleigenschaften, zu präsentieren.

Und ja, seit zwei Tagen scheint hier Sonne. Logisch, jedes Festival zeigt sich bei solch wunderbaren Wetterbedingungen von der attraktivsten Seite. Aber diese Kombination aus unendlichen, nimmer enden wollenden Klängen der Interpreten und die malerische, saftig-grüne Location Slottsskogen erinnert schon fast an ein Happening.

Hier ein paar Fotos, oder direkt zur Festivalsite.

@ Norman Röhlig

@ Norman Röhlig
© Norman Röhlig

© Norman Röhlig
© Norman Röhlig

© Norman Röhlig
 

TheJunction x WAY OUT WEST in Sweden


14.08.09

Okay … machen wir es kurz: Wir sind on Tour in Schweden. Anlass, Way Out West in Göteborg. Das größte Musikspektakel in Schweden präsentiert sich in diesem Jahr mit einem Line Up der Superlative: Von Florence and The Machine über Nas (YEAHHHH) bis hin zu Anthony and the Johnsons, Final Fantasy und Calexico trieben mir sagenhafte 80 Bands die Tränen in die Augen, als letzte Woche meine Einladung in die Redaktion flatterte. (komplettes Line Up hier)

Das wir Zwei Schwedenvernarrt sind, ist ja schon lange kein Geheimnis mehr, doch bin ich mir ziemlich sicher, dass ich nach dieser Tour gar nicht mehr zurück will. Hier die Shortlinks unserer Locations und Stops nach dem Festival:

www.stenungsbaden.se, www.sealodge.se, www.bjorholmensmarina.se, www.karingo.com, www.gullmarsstrand.se & www.evertssjobod.se

Je nach Hotspot und Timetable und dem zu erwartenden Promille-Pegel gebe ich mein Bestes, um euch zwischendurch auf dem Laufenden zu halten.

 

‘panoramic view of a utopian city’ by Roman Bittner


10.08.09

Zwischen kilometerhohen Wolkenkratzern, umschwirrt von Zeppelinen, verlieren sich Menschen in Häuserschluchten. Die Gebäude sind atemberaubend, verspielt und gewalttätig zugleich. Viele Hochhäuser erinnern an die Chicagoer Schule. Bedrückend schön sind die Visionen des Berliner Illustrators Roman Bittner, der diese Städte schuf. Seit einem Jahr zeichnet er Bild für Bild eine phantastische Gegenwelt, die “Ancient cities of tomorrow”. Hier verbindet er visuelle Zitate aus verschiedenen Epochen mit visionären Entwürfen, die nie gebaut wurden zum Panorama einer utopischen Stadt; die Entwürfe gehen zurück auf Architekten wie Hugh Serries, Le Corbusier oder Raymond Hood, das Berlin der 20. Jahre, Metropolis-Visionen, in denen Städte als ein Ganzes konzipiert wurden, einem lebendigen Organismus vergleichbar, mit rationaler, funktioneller Architektur. Sie erinnern an die Stadtvisionen der belgischen Comic-Zeichner Francois Schuiten und Benoit Peeters.

Mit dem Prinzip Konstruktion und seiner spezifischen Retro-Pixel-Ästhetik schafft Roman Bittner mit akribischer Vektorgrafik ein präzis umrissenes artifizielles Universum, in dem es Spaß macht, sich zu bewegen, zu suchen und zu finden. Die urbane Selbstinszenierung durch eine zweite Architekturschicht von amerikanischer und (altdeutscher) Reklame enthält mehr Diskussionsstoff zur aktuellen Lage der Städte, als die selbstgenügsame Verspieltheit Bittners vermuten lässt.

Via Swatch Young Illustrators Award.

 

Zoot Woman auf dem tape.tv Dach


10.08.09

© Eva Kaczor

© Eva Kaczor

Whhhhoha, eine turbulentes Wochenende geht vorüber und so mancher wird sich angesichts der Alkoholwolke in seinem Kopf ernsthaft fragen: “War das wirklich ich gestern? Und wenn ja, wer war dann sie, oder er, oder sie, oder es? Ahhh egal, Berlin eben!?“

Zwei Tage hieß es Arme hoch in Tempelhof. Beim diesjährigen Berlin Festival war für alle was dabei: Deichkind, Pete Doherty, Dear Reader, Moderat und Saint Etienne am Freitag sowie Jarvis Cocker, D.I.M. und Hot Chip plus Digitialism DJ Set und Zoot Woman am Samstag. (Komplettes Line Up hier)

Und ja, alle waren sie wieder da, von den Zöglingen mit den catchy Brillen und den fetchy Shirts, den Discomädchen und Mittetypen bis hin zum Ghettobro aus Marzahn genossen die Fans die furiosen Klänge der Interpreten on Stage. Olé Olé, Berlin hat ein weiters Event, aber ein Gutes!

Und Girls, eines noch: Jarvis Cocker war großartig, aber sexy ist nun wirklich was anderes!

Nun denn, näher gehen wir jetzt nicht darauf ein, auch uns fehlt der Schlaf, aber die kleine Soloaudienz von Johnny Blake aka Zoot Woman auf dem Dach von tape.tv reiben wir euch dennoch schnell unter die Nase. Ganz einfach, weil’s so schön war! Nach zwei Tagen Turbosuff in der überraschend sommerlich warmen Hauptstadt (Haben wir jetzt etwa doch Sommer?) genossen wir den Sonntagnachmittag im idyllischen Stadtbezirk Weißensee.

Also Danke an Conrad und Steph von tape.tv und an classy Eva für die tollen Fotos!

Conrad Fritzsch GF tape.tv

Conrad Fritzsch GF tape.tv
© Eva Kaczor

© Eva Kaczor
Team tape.tv © Eva Kaczor

Team tape.tv © Eva Kaczor
Nina & Isa (TheJunction) © Eva Kaczor

Nina & Isa (TheJunction) © Eva Kaczor
Tahlia & Norman (TheJunction) © Eva Kaczor

Tahlia & Norman (TheJunction) © Eva Kaczor
 

‚Moonmilk‘ by Ryan McGinley


08.08.09

© Ryan McGinley

© Ryan McGinley

‚Moonmilk‘ ist das neuste Werk aus dem Hause McGinley und kaum überraschend eine weitere Meisterleistung des Topfotografen. Im Laufe des letzten Jahres erforschten und dokumentierten Ryan und sein Team ein weitestgehend unerschlossenes Terrain: Höhlenkulissen. Und tatsächlich, die kristallinen Ablagerungen, die Spieglungen der Stalagmiten oder gar die unterirdischen Seenlandschaften liefern durch die meisterhafte Inszenierung des Fotografen ein neues, bisher unbeachtetes Spiel zwischen Technik, Reflektion und Natur des Genres Fotografie.

Die Fotos werden zeitgleich mit McGinley erster Solo-Show am 10. September 2009, in einem weiteren Bildband veröffentlicht und präsentiert.

Via lamjc

© Ryan McGinley

© Ryan McGinley
© Ryan McGinley

© Ryan McGinley
© Ryan McGinley

© Ryan McGinley
 

The Apartment at Humlegarden by Tham & Videgard


07.08.09

© Carl Larsson und Josef Frank

© Carl Larsson und Josef Frank

Abweichend von den traditionellen schwedischen Interieursfarben und Mustern, wird für viele Designverliebte das Apartment am Humlegarden in Stockholm eine Überraschung sein. Die Architekten Carl Larsson und Josef Frank ließen sich beim Entwurf des einzigartigen Apartments vom direkten Umland und deren natürlicher Einflüsse inspirieren. So dominieren die saisonalen Farben der Jahreszeiten, wie Grau und Schwarz für den Winter, helles und tiefes grün für den Sommer, sowie orange, rot und gelb als gegenwärtige Farben des Herbstes an Decken, Fußböden und Wänden der besonderen Wohneinheit.

Weitere Informationen zu den Architekten findet ihr hier.

Via Designboom

 

Quick Press: Being Vague is Almost as… by Steve Wierth


07.08.09

Via media.threadless.com

 

Accidental Dong


06.08.09

Whhoooha, als ob es sich nicht ohnehin nur um das eine dreht, hier mal ein Blogtipp für zwischendurch: Accidental Dong. Freunde der Zweideutigkeiten schicken immer dann ihre Fotos an accidentaldong@gmail.com, wenn sie das Gefühl haben, sie sichten einen Penis statt eines Baumes, oder eine Eichel statt einer Palastkuppel. Das ganze wird dann mit einer beachtlichen Leserschaft geteilt. Warten wir ab was als nächstes kommt.

 

The Lorraine Mondial Air Balloon Rally


05.08.09

Letze Woche fand in Chambley, Frankreich wieder die Loraine Mondial Air Ballon-Rallye statt. Ein Heißluftballonrennen, das es in sich hat. Wie eben auf wejetset gesehen, gab es dazu auch visuell so einiges zu bieten. Gerade die Masse an Ballons zeigen, neben dem einzigartigen Farbenspiel am Himmel, eine Art des Fliegens, die so anmutig und entspannt rüberkommt, als sei ein Luftballon die natürlichste Fortbewegungsart der Welt.

Hier gehts direkt zur Flickr-Gruppe.

 

Cool Waters


04.08.09

© Boston

© Boston

Nun denn, das mit dem Sommer klappt ja in diesem Jahr nicht so wie es soll! Jüngstes Beispiel, der gestrige Wochenstart: Hatten wir doch am Sonntag noch in der Sonne geschwitzt, sah’s 24 h später schon ganz anders aus. Gefühlte 15-20 Grad Unterschied verweisen auf einen Sommer, der so manchen von uns die Tränen in die Augen treibt, angesichts dessen, dass in zwei Monaten schon wieder alles vorbei ist. Und eben gesichtet, die nicht weniger schmerzhaften Moods von Boston.com. Dort wird zusammengefasst, was uns hierzulande schon die ganze Zeit fehlt: der Sprung ins kalte Nass.