Strahlend junges Gemüse
09.08.10
22.07.10
Letztens erst habe ich noch geprahlt, das an mir eine prima Forensikerin verloren gegangen wäre. Nun, beim Anblick dieser Bilder aus einer spannenden Fotostory von Katarzyna Mirczak, mit meinem morgendlichen Magen auf halb acht, sehe ich ein, das es ein steiniger Weg geworden wäre. Die Abteilung für forensische Medizin an der Jagiellonen Universität in Krakau, Polen, beherbergt eine Sammlung in Formaldehyd eingelegter, tätowierter Haut ehemaliger Insassen des Gefängnisses in unmittelbarer Nähe der Uni. Neben Ekelpotential,befindet sich auch kriminalhistorisches und -medizinisches Wissen in den Glasbehältern. Die komplette Fotoslideshow mit Artikel gibt es hier.
16.07.10
Reiseimpressionen malerisch festzuhalten, ist aus der Mode gekommen und der Fotografie zum Opfer gefallen. Stephanie Le Doux jedenfalls hält an der schönen Tradition fest die Caspar David Friedrich und Paul Gaugin zu Bekantheit verhalfen und malt ihre Reisen. Spezialisiert hat sie sich auf Porträts von Einheimischen, die sie, so erkläre ich mir die zahlreichen Fotos, auf der Strasse anspricht und skizziert. Im finalen Bild erreichen die Modelle – im starken Kontrast zum oft rauh wirkenden, zweckentfremdeten Papier – eine faszinierende und dennoch romantisierende, fast schon unwirkliche Reinheit und Makellosigkeit. Möglicherweise ein Indiz dafür, was sich die Künstlerin mitzunehmen wünscht von den exotischen Orten dieser Erde – nichts als ihre Schönheit.
13.07.10
Für die schöne Kategorie Monifaktur auf iGnant, zaubert Monja Gentschow – sie hat unter anderem den Internetauftritt des Labels keinemusik verschönert – wöchentlich aus ihrem Skizzenbuch und verrät Fakten zu den Abbildungen. So erhält man nicht nur Einblicke in den Entstehungsprozess künstlerischer Arbeiten sondern erfährt gleichzeitig Wissenswertes über Molaren (Weisheitszähne), Nachthemden, Wundertüten und Hurrikane. Die Monobraue ist Mittelpunkt der 10. Ausgabe der Monifaktur. Der markante Haarbalken über den Augen heisst fachlich korrekt Synophris und ziert(e) die Antlitze von Madonnas Tochter Lourdes, Frida Kahlo und Bert aus der Sesamstrasse.
Monifaktur gibt es immer Donnerstags hier.
Mehr Monobrauen auf monobrow.com
12.07.10
Bei gefühlten 60 Grad Aussentemperatur sind diese leuchtenden Farbwelten, bestehend aus unserer täglichen Nahrung, geradezu erfrischend. Kein Wunder denn hier war ein Profi am Werk. Die Fotografin und Foodstylistin Linda Lundgren hat vor schwarzem Hintergrund Rohkost und Verpacktes nach Farben sortiert aber leider Weiß ausgelassen. Vielleicht war ihr das zu unbunt.
09.07.10
Was für den einen hässlich platzierter Unrat ist, der das Stadtbild verschandelt, ist für Sandrine Estrade Boulet tägliche Quelle der Inspiration. Mit Kreide, farbe und bastelpapier geht sie auf einen urbanen Verschönerungsfeldzug und ergänzt Nebensächliches und Überflüssiges mit Humor und einer Menge Abstrahierungsvermögen.
06.07.10
Ogilvy Paris setzt bei ihrer Kampagne für die Weltumweltschutzorganisation WWF auf ein Gleichnis. Tiere werden wie Häuser mit sinnlosen Graffiti besprüht dargestellt. Die Aufmerksamkeit soll natürlich nicht auf die von menschlicher Hand herrührenden Verschmutzungen an Häuserwänden gelenkt werden, sondern auf die oft unsichtbaren Verschmutzungen an der Tierwelt, die diese für immer zeichnen und oft genug ungeahndet bleiben, im Vergleich dazu jedoch, für das taggen einer Hauswand hohe Strafen für den Einzelnen drohen.
05.07.10
Seit 2006 findet das Plakatkunstfestival Papergirl jährlich in Berlin statt, mittlerweile gibt es die Papergirls in mehreren Städten weltweit. New York geht dieses Jahr erstmalig mit an den Start. Für die Berliner Aktion, werden vom 04.07. – 23.07. 2010 250 Beiträge in der Galerie Neurotitan in Berlin zu sehen sein, bevor sie am letzten Tag des Festivals per Fahrrad unter die Leute gebracht werden.
04.07.10
Prüfe wer sich ewig bindet, z.B. an einen Facebook Account. Wie viele wissen kann das Leben im Netz ganz schön viel Zeit verplempern. Das haben sich auch Sebastian Rønde Thielke und Anders Højmose gedacht als sie am Kopenhagener Institut für Interaction Design ein Spiel entwarfen, das gleichermaßen ein Werkzeug ist welches den eigenen täglichen Arbeitsablauf verdeutlicht und dabei auch mit Ehrgeiz spekuliert. Einfach Klötzchentürme bauen und selber entscheiden wieviel Zeit man für Prokrastination verschleudert.
02.07.10
Der wahrgewordene Trekie-Traum. Devorah Sperber fädelte für ihre Ausstellung Mirror Universe, die das Verhältnis von Kunst, Wissenschaft und Technologie analysieren soll, Glasperlen zu einem Bild auf, das TV-Generationen bewegte – die Beam me up, Scotty!-Szene aus der Serie Star Trek. Mittlerweile hängen die als Perlenvorhänge verwewigten Crewmitglieder in Microsofts Studio D in Redmond, Washington.
28.06.10
Passend zum gestrigen Exitus der englischen Nationalmannschaft, habe ich heute die passenden Selbstmordszenarien. Allerdings geben sich hier, anstatt der Fussball-Unglücksraben, in die Jahre gekommene Designer den Gnadenschuss um den jungen Pferden Platz zu machen. die recht deftige Kampagne fotografiert von David Stewart und bearbeitet von NB: Studio, für den heute endenden D&AD Youngster Wettbewerb New Blood, greift tief in die todsichere Kiste der Geschmacklosigkeiten und provozierte beim Blog des englischen Magazins Creativ Review auch direkt 115 Kommentare. Sehenswert aber bitte nicht nachmachen.
25.06.10
Persönlichkeitstests machen ungemein glücklich. Für alle, die das nicht so sehen, folgt hier eine tiefgründige Anleitung, um die anhaltende Betrübtheit zu eliminieren. Von philosophischer Nachtlektüre über politische Unterdrückung oder einem empfindlichen Verhältnis zur eigenen Persönlichkeit – die kausale Herleitung der allgemeinen Unzufriedenheit ist ebenso vielseitig, wie das Spektrum an Lösungen zur Verbesserung der momentanen Lebenslage. So könnten der Übertritt zum Zen Buddhismus, die Konsultation eines Arztes oder das Aufnehmen einer Wohltätigkeitsarbeit die Lösung aller Probleme sein.
24.06.10
Der Drei Schluchten Damm in China ist, wie sollte es anders sein, der größte der Welt. Mit der Fertigstellung im Jahr 2009 erstreckt sich der Stausee über 600 Kilometer und begräbt damit Landschaften, ganze Städte, unzählige Dörfer und Fabriken unweit des Jangtse Flusses unter einer tiefen Wasserdecke. Yang Yi hält die letzten Eindrücke, seine persönlichen Erinnerungen und Plätze, die letzten Spuren von Leben und Verfall in seiner Heimatstadt kurz vor der kompletten Überflutung fest. Die Bilder sind eine Fiktion aus Fotografie und digitaler Technik, zeigen eine zukünftigen Unterwasserwelt, in der Menschen, ausgestattet mit Schnorchel und Taucherbrille, ihrer täglichen Routine nachgehen.
23.06.10
Die Designer von Hexagonall haben Kinoplakate namenhafter Streifen genauestens unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass den ganzen Schnickschnack, wie monumentale Headlines, gestellte Fotos und melodramatische Schattenspielchen, kein Mensch braucht. Mit minimaler Gestaltung und maximaler Aussage sind die Neuinterpretationen der spanischen Designer sehr viel signifikanter wie amüsanter. Es lohnt ein Blick ins hexagonall´sche Portfolio.
22.06.10
Für alle Freunde des unbefangenen Plantschvergnügens an seichten Sommertagen, hier ein paar Impressionen vom sandig sonnigen Südkalifornien, wo vor wolkenlosem Himmel friedlich und beglückt Bademeisterhäuschen ungestört von lästigen Bademeistern in lieblicher Sommerluft entspannen. Doch die perfekte Harmonie ist trügerisch, Amir Zaki hat nicht nur Farbe manipuliert sondern auch Leiter retuschiert.