re:view Mode Masculine Paris
Vier Tage Männermode in Paris – viele Eindrücke und spannende Kollektionen. 44 Labels zeigten an vier Tagen Ideen für den Sommer 2009, als Location dienten Museen, Gärten und Werkstätten. Nun ist es Sache der Einkäufer zu bestimmen was es wirklich in die Läden schafft, und das Straßenbild prägen wird.
„Denn das Letzte, was meine Männermode sein soll, ist ein Kostüm.“, sagt Kris van Assche (verantwortlich für das gleichnamige Label und Chefdesigner bei Dior Homme) und kritisiert damit unterschwellig auch seinen Kollegen John Galliano. Wie unterschiedlich die Sichtweisen sein können wird hier besonders deutlich. Galliano, für das Damensegment bei Dior verantwortlich, geht mit seinem eigenem Label einen komplett anderen Weg. Während van Assche die Jugendkultur der vergangenen 20 Jahre einsetzt um den modernen Mann zu definieren, lässt Galliano keinen Zweifel an seiner blühenden Phantasie. „It was almost impossible to absorb the spectacle“ so Tim Blanks (men.style.com). Wobei man Galliano zugute halten muss, dass er weiß was er tut und am Ende in sich stimmige Looks herauskommen. Bei Number (N)ine hat Takahiro Miyashita selbiges versucht, und heraus kam Karneval.
Auffällig ist eine Art geistiger Gleichschritt, viele Labels haben ähnliche Ideen was Farb- und Materialwahl angeht. Lucas Ossendrijver hat am letzten Tag alle Trends der Modewoche (Mailand eingeschlossen) bei Lanvin zusammengefasst. Man braucht nur diese eine Kollektion anzuschauen um einen guten Überblick zu haben. Als erstes fällt die Silhouette ins Auge, die Schulterlinie wird wieder weicher und fällt eher rund. Die Jacken bekommen Leichtigkeit, immer noch am Körper aber weniger panzerartig. Oft wird das klassische Jacket durch Strickjacken oder Mäntel aus Nylonmaterialien ersetzt. Bei den Hosen wiederum ist alles möglich – weit, eng, kurz, lang. Die ein oder zwei Röcke die in Paris zu sehen waren, bei Comme des Garçon sogar kollektionsfüllend, sollten lieber unter den Tisch fallen. Sie sind nett anzuschauen, aber nicht der Rede wert.
Einige Vorschläge haben nicht bis zum nächsten Jahr gebraucht um adaptiert und verinnerlicht zu werden. Bei Prada waren in der letzten Woche wadenlange Socken zu kurzen Hosen zu sehen, in Paris dann bei Givenchy und Dries van Noten. The Sartorialist hat bereits Träger des Looks in Paris fotografiert und auf seinen Blog gestellt. Überhaupt sind Streetstyle-Blogs wichtige Indikatoren. Nicht nur die Looks auf dem Laufsteg sind interessant, sondern auch die Herren und Damen in den vorderen Reihen.















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