Hip Hop’s Crown Jewels warten auf neue Besitzer

Sich mit der eigenen Herkunft auseinandersetzen ist kein leichtes Unterfangen, für den amerikanischen Hip Hop Adel scheint dies noch viel mehr zuzutreffen als für den Rest der Menschheit. Am 01. Oktober werden die Kronjuwelen bei Phillips, de Pury & Company in New York versteigert und von ihren neuen Besitzern vielleicht bereits am nächsten Tag bei den VH1 Hip Hop Awards zur Schau gestellt. Im Grunde ist es nur eine Art Bäumchen-Wechsel-Dich, denn wer außerhalb dieser Kaste findet gefallen an solch undezenten Stücken. Es werden eher Vorbilder zitiert, ein Lil-dingsbums wird dem Vorbild Mc-Werauchimmer huldigen. Die ersten verdienten Millionen werden in eine Grundausstattung Bling-Bling investiert, Zugehörigkeit durch Nachahmung ist die Devise.

Jay-Z, 50 Cent und einige andere haben ausgemistet, sie leeren den Tresor und machen Lagerbestände wieder zu Geld. Die Prätiosen dürften durch die prominenten Vorbesitzer sicherlich ein vielfaches des eigentlichen Wertes einbringen. Versteigerungen dieser Art sind bei Auktionshäusern an der Tagesordnung, meist lassen die berühmten Kinder noch berühmterer Eltern deren Schmuck verkaufen und versuchen sich so von der Vergangenheit zu lösen – Athina Onassis trennte sich erst vor kurzen von der Juwelen ihrer Mutter Christina, und 2006 brachten Stücke aus dem Besitz von Prinzessin Margaret geschätzte 45 Millionen Pfund. Betrachtet man die Biografien fallen doch einige Gemeinsamkeiten auf: egal ob Hochadel, Geld- oder ‘Plattenadel’, glücklich machen die glitzernden Stücke selten. Die Rolex von Notorious B.I.G. und der Ring von Tupac Shakur zeigen das am deutlichsten. Die Kinderstube ist egal, die einen wollen durch das Glitzern das Elend vergessen und die anderen den ‘Silbernen Löffel’.

„Groß, größer, riesig sind nicht nur viele Ketten und Anhänger, sondern auch Ohrringe”, so beschreibt Alia Varsano, bei Phillips für zeitgenössischen Schmuck zuständig, die Kreationen. Auffällig ist das es sich eher um unkonventionelles handelt, womit sich die dann doch die unterschiedlichen Adelsformen unterscheiden dürften. Aber man erwartet auch eigentlich nichts anderes. Unter den Hammer kommen zum Beispiel ein Ring in Form eines Plattenspielers aus dem Besitz von Missy Elliot, hierfür wurde eine Taxe von 6500 bis 8000,00 Dollar angesetzt, eine Kette von Pharrell Williams für 200.000 bis 250.000 Dollar und von Biz Markie eine Ketten mit kleinen Kopfhörern als Anhänger für 8000 bis 12000 Dollar. Spannender ist dann allerdings wer die diamantbesetzte Augenklappe, ehemals Slick Rick zierend, ersteigert.

Dieses Event ist fraglos eine der wichtigsten Auktionen des Jahres, weniger wegen der künstlerisch wertvollen Lose eher wegen der zum Kauf angebotenen Merkwürdigkeiten. Ach, auch einer mit Lil im Namen ist dabei: Lil Jon bietet den bereits vom Guinness Buch der Rekorde ausgezeichnete ‘Crunk ain’t Dead’-Anhänger an. Viel Spaß beim bieten.

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best, Beth

von Beth Goolsby am 12.08.08