Michel Gondry: Eine Geschichte aus Tôkyô!…
Michel Gondry?! Was, wie, wo?!
Jedermanns Lieblingsregisseur ist eifrig am Arbeiten. Hierzulande ist sein letzter Film Be Kind Rewind noch nicht mal aus den Kinos, in Japan läuft jetzt schon der nächste Geniestreich Gondrys, Tôkyô! und sein neuestes Projekt Master of Space and Time ist auch schon angekündigt.
Tôkyô! der dieses Jahr in Cannes lief, ist ein Film der aus drei Segmenten besteht, die von drei verschiedenen Regisseuren realisiert wurden. Neben Gondry erdachten auch noch Joon-ho Bong und Leos Carax ihre persönliche Tokyo Story.
Gondrys Segment “Interior Design” basiert auf einem Comic seiner Partnerin, der Comicautorin und Illustratorin Gabrielle Bell.
Bells Story spielt eigentlich in New York, für den Film wurde die Geschichte aber in Tokyo angesiedelt. Es geht um das junge Paar Hiroko und Akira die nach Tokyo ziehen. In ihrem winzig kleinen Apartment hat keiner den beiden der nötigen Raum für sich. Während Akira Pläne für die Zukunft hat und voller Ambitionen ist, weiß Hiroko nicht wohin. Die Orientierungslosigkeit der Mittzwanzigerin äußert sich schließlich darin, dass sie sich in einen Stuhl verwandelt.
In einem Interview mit GQ sagte Gondry kürzlich, dass die Transformation Hirokos, einer David Cronenbergschen Metamorphose gleiche. Wie auch in Cronenbergs alten Filmen Naked Lunch oder Die Fliege wurde für die Verwandlung Hirokos in Gondry’s “Interior Design” kaum mit computer- generated imagery gearbeitet. Stattdessen wurden wie in guten, alten Zeiten Prothesen und ähnliche Requisiten genutzt.
Verschiedene Regisseure, verschiedene Segmente, verschiedene Geschichten – eine Stadt. Episodenfilme dieser Art sind oft Liebeserklärungen an Städte, manchmal werden Geschichten erzählt, die nur in diesen Städten hätten passieren können. Man denke nur an New York Stories von 1989 oder Paris je’t aime.
Wann Tôkyô! in den deutschen Kinos anläuft ist noch nicht bekannt.
Via: PingMag













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