Prada und Koolhaas – Ein Traumpaar

Prada & Koolhaas
Prada & Koolhaas

Unter all den Modegöttern, gibt es doch einen der alles überstrahlt, einen der den anderen immer einen Schritt voraus zu sein scheint: Miuccia Prada. Ihre Kollektionen sind das aufregendste was im Kreislauf der Mode zu finden ist, und meist sind sie auch in keine Kategorien einzuordnen. In Zusammenarbeit mit dem Büro vom Rem Koolhaas wird aus einem simplen Look-Book ein kleines Kunstobjekt. Verstörend, schön und immer auch erstmal unverständlich.

Jil Sander definiert sich über den Schnitt, Marni oder Dries van Noten über die Farbe, Dior und Chanel über die Tradition – Prada setzt auf Material. In diesem Winter werden die Models zu Italienerinnen, wirken wie sizilianische Witwen. Während in der vergangenen Saison die Modelle in surrealistische Feen verwandelt wurden und alles in zwei Animationsfilmen seinen Höhepunkt fand, wird in der kommenden Kollektion die Wiederauferstehung der Spitze gefeiert. Prada definiert sich zu allererst über das Material, alle Kollektionen werden davon dominiert. „Über Stoff nachzudenken macht für mich 90% der mentalen Arbeit beim Designen aus”, erklärt Miuccia Prada. „Für nichts verwende ich mehr Zeit, denn die Qualität des Materials ist fundamental. Wenn ich mit dem Stoff fertig bin, ist auch die Schau fertig.” Wolle, die aussieht wie Pelz oder Filzverwebungen in Jacquardoptik, Drucke und vor allem die Verwendung von Kunstfaser machen die Voreiterrolle der Marke Prada aus. Rucksäcke und Taschen aus Nylon haben in den 80ern den Erfolg begründet, seitdem wartet sie jede Saison mit einer neuen Stoff-Aufregung auf. Mitte der 90er kam dann zur Frauenmode auch eine Herrenkollektion hinzu. Gerade für Männer, deren Garderobe weniger Spielraum für Kreativität bietet, haben Materialien eine besondere Bedeutung. „Ich hasse gefällige Stoffe”, so Miuccia Prada. Das Material ist immer auch Zeitgeistkritik, nie nur reiner Selbstzweck.

Prada & Koolhaas
Prada & Koolhaas

Model Kamila Filipcikova in cremefarbener Spitze vor einen Hintergrund aus dem gleichen Material gesetzt, oder fünfmal Natalia Chabanenko ebenfalls in Spitze und der It-Bag der Saison – Zwei Bilder aus dem Look-Book die unmissverständlich zum Ausdruck bringen, was für den Winter unbedingt in den Kleiderschrank gehört: St.Gallener Spitze und Accessoires aus zu Wellen geformten Leder oder Kunststoff. Nicht weniger kreativ gestaltet sich bei Prada die Arbeit, wenn nach der Schau die Lichter angehen. Während die Kampagne ganz klassisch auf Verkäuflichkeit getrimmt ist, zeigt das Lookbook eine viel künstlerischere Herangehensweise. Die Runwaylooks wurden auf eine, auf den ersten Blick, recht simple wirkende Art per Photoshop verändert – Die Bilder wurden zerschnitten und leicht versetzt wieder zusammengefügt.  Das Lookbook soll dem Kunden als Inspiration dienen, Lust auf mehr machen. Für die Gestaltung wurde OMA&AMO engagiert. Die Firma um Rem Koolhaas hat sich der Verbindung von Architektur (OMA – Office for Metropolitan Architecture) und Design (AMO) verschrieben; Architektur, Medien, soziologische Bedürfnisse und Politik werden als Gesamtheit verstanden. Prada und OMA sind ideale Partner, die Gestaltung mehrerer Läden und Modenschauen wurden dem Kollektiv ebenso übetragen, wie eben die Konzeption des Look-Books. Prada als gestalterisches Gesamtkunstwerk.

Prada & Koolhaas
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Ende September wird der Modezirkus wieder in Mailand gastieren, alle werden mit Spannung erwarten, was Miuccia Prada den Damen für den nächsten Sommer ans Herz legt. Die mediale Umsetzung dürfte nicht weniger aufregend werden.

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