Total reale Illusion

© George Rousse
© George Rousse

Visuelle Illusion führt den Betrachter aufs Glatteis. Weil unsere Wahrnehmung subjektiv ist, lassen wir uns bildlich in Versuchung führen, glauben das, was nicht da ist, weil wir meinen, es zu kennen. Damit spielt der französische Fotograf Georges Rousse. Seine Arbeiten wirken auf den ersten Blick wie mit Photoshop bearbeitete Bilder. Auf karge Hintergründe scheinen so künstlich farbliche Akzente gesetzt worden zu sein. Doch weit gefehlt. Alle Darstellungen sind absolut real. Die präzisen geometrischen Figuren sind von echten Menschen mit richtiger Farbe auf greifbare Wände, Treppen oder Hallen gemalt worden. Die angefertigten Farbdesigns sind so im Raum positioniert, dass sie die Illusion einer flachen, eindimensionalen Fläche geben, die scheinbar auf der Fotografie schwimmt.

Rousses Kunst nennt man anamorphische Kunst. Bei solch exakten Abmessungen ergibt sich das gewünschte Bild nur von einem Betrachtungspunkt aus. Ähnlich der in vier Reihen stehenden Säulen auf dem Peterplatz im Vatikan, die von bestimmten Punkten aus ineinander verschmelzen. Sie liefert den Beweis für ein perfektes Zusammenspiel von Malerei und Fotografie.

Rousse benutzt jedoch nicht allein Farbe, um den gewünschten irreführenden Effekt zu erzielen. Er verwendet auch Bauelemente, teilweise in sehr großen Proportionen, wie z.B. gebogene Wände. Aber auch der Einsatz von Licht spielt eine Rolle.

© George Rousse
© George Rousse

Georges Rousse wurde 1947 in Paris geboren. Er arbeitete als Fotograf zunächst vor allem im Bereich Werbung und Architektur und entwickelte später seine Technik, den fotografischen Raum zu manipulieren. Schließlich wendete er sich vor allem den geometrischen Formen zu, die als visuelle Illusion virtuell im Raum erscheinen. Mit seinen Fotografien öffnet er für den Betrachter das Tor zu einer anderen Welt. Während die ursprünglichen Räume oft karg und leer sind, zaubert Rousse farbenprächtige Spektakel, die von einem verheißungsvollen, transzendenten Dasein hinter der Unzulänglichkeit unseres alltäglichen Lebens künden.

© Rousse bei der Arbeit
© Rousse bei der Arbeit

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