The Night Climbers of Cambridge
Im Jahr 2008 überrascht nicht mehr allzu viel, wir sind die Abgeklärten. Gibt es noch irgendwas, das uns länger als einige Augenblicke lang begeistern kann? Die Antwort ist JA! Eben weil wir denken, dass wir alles kennen, alles irgendwo schon mal war. Aber es gibt sie doch, die Überraschungen. Und es gibt sie noch, die Schätze.
Vielleicht muss man dafür nur seine eigene Zeit hinter sich lassen. Zurück gehen ins Jahr 1937. Abseits der welthistorischen Ereignisse gab es da auch junge Leute; Leute, die wie wir dachten, dass nichts mehr aufregt und die eine Bewegung starteten, um der Unaufgeregtheit des Lebens ein Ende zu machen. Die Bewegung ging nach oben. Nachts. Es war ein Geheimclub junger Cambridge-Studenten, der zu dunkler Stunde die Kuppeln und Dächer von Museen, Kirchen und Bibliotheken eroberte. Leise hoch an Regenrinnen, am Gemäuer, ein weißes Taschentuch dabei um das Erreichen des Gipfels zu signalisieren. Diese nächtlichen Geheim-Aktionen haben die Zeit überlebt. Das Buch „The Night Climbers of Cambridge” erzählt die Geschichte der frühen Nachtkletterei. Veröffentlicht im Oktober 1937 unter dem Pseudonym “Whipplesnaith” und wiederveröffentlich im Jahr 1952, schildert es in Wort und Bild die wahnsinnigen Erklimmungsaktionen der Studenten, die Gefahren, den Nervenkitzel und auch den Anstoß dafür.
Im 16. Kapitel, dem „photgrapher’s farewell” wird sich den Beginnen erinnert:
„Summoning the last vestiges of mental energy, we vowed to do the hardest thing we could think of. lnstead of failing, through lack of interest, in the multitude of things that had grown so tiresome, we would come back to life, not quietly, but with a gigantic achievement as a kick-off. ( … ) At this moment we looked up and saw the spires of King’s Chapel. Here was the answer. Though we had known the fascination, we had always felt a strong fear of heights. We had no qualification, mental or physical, for the job, except a strong desire not to jellify into permanent unconsciousness. If we could do it, we should recover. Thus we started night climbing.”
Das Buch, dem diese Mysteriösität anhaftet, diese Geheimclubbige der 30iger Jahre, existiert als Transkript im Internet! Mit Fotos und Texten, allem. Als Hardcover wird es wohl genauso schwer zu erwischen sein, wie ein Kletterer bei Nacht. So romantic!













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