Riitta gegen schwarze Weihnacht
Wenn aufgrund der globalen Erwärmung der Golfstrom umgeleitet wird, dann wird es in unseren Breitengraden eigentlich noch kälter. Komisch also dass wir Nordeuropäer schon seit einigen Jahren den Winter immer mehr vermissen. Das Wetter verschiebt sich vielmehr, so scheint es. Und wenn man als nicht wissenschaftlicher Mensch nämlich versucht, das Phänomen zu begreifen, erinnert man sich an seine Kindheit, in der Weihnachten zumeist weiß und der Sommer über alle Maßen heiß war. Dies scheint auch die finnische Künstlerin Riitta Ikonen zu beschäftigen. Nachdem sie in Helsinki zweimal vergebens auf ein weißes Weihnachten warten musste, beschloss sie, der Klimaveränderung auf ihre Weise beizukommen. Sie verkleidete sich als Schneeflocke und “beweißt” alles, was ihr “beweißenswert” vorkam. Das Projekt nannte sie „Me again”, dieses sollte kritisch auf die Klimaerwärmung im Speziellen und die Veränderung in unserer Natur im Allgemeinen aufmerksam machen. Auf diese Weise nutzt Ikonen ihre Kunst als Ausdrucksmöglichkeit ihrer Gedanken, Zweifel und Sorgen. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass ihre Arbeit etwas Reales in Menschen auslösen kann. Vor allem das Schneeflockeprojekt hat viel Zuspruch erfahren, sogar der WWF wurde darauf aufmerksam. Damit hat sie im Grunde genommen auch ihr Ziel erreicht, ihr Projekt außerhalb der Kunstszene als politisches Statement zu etablieren.
Daher möchte Riitta auch in Zukunft weiterhin ihre Arbeiten nutzen, um auf Umweltprobleme aufmerksam zu machen. Das nächste Projekt steht schon an und wird sich mit überwachsenen Seen in Finnland und den Auswirkungen steigender Temperaturen beschäftigen. Außerdem hofft sie gerade auf eine Finanzierung für ein Projekt am Baltischen Meer, dessen natürliches Gleichgewicht durch die Erwärmung ebenfalls leidet. So sagt Ikonen selbst:
„Ich halte immer Ausschau nach weiteren Belangen und ich würde mich freuen, wenn mir andere Menschen über Beobachtungen in ihrer unmittelbaren Umgebung berichten würden. Mein Hauptaugenmerk liegt auf der Natur, das es immer ein großen Teil meines Lebens in Finnland ausgemacht hat. 187.888 Seen ist nicht einer zuviel für ein Land, und ich würde es ungern sehen, einen von ihnen zu verlieren.”
Das seltsame Fehlen von Schnee an Weihnachten hat in Finnland übrigens sogar einen Namen erhalten. Es heißt „schwarze Weihnachten”.














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