Zeig dich her, Nord Korea!

© Boston Globe
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60 Jahre gibt es sie, diese letzte stalinistische Insel mit dem Namen Nord Korea. Das totalitär geführte Land ist bekannt dafür, der Welt mit Atomwaffen zu drohen und seinen Menschen keine Rechte einzuräumen. Abgeschottet ist es, die Obersten geben den Schlüssel fürs Schloß nach draußen nicht aus der Hand. Weder Menschen noch Informationen schaffen es, aus dem Land zu kommen, das sich – wenn überhaupt – mit Militäraufmärschen und gymnastischen Wundern der Außenwelt präsentiert. Deswegen bleibt dem nordkoreanischen Volk nicht viel übrig, als seinen längst verstorbenen aber trotzdem ewigen Führer Kim Il Sung zu verehren und seinen Sohn, Kim Jong Il zu lieben. Selbst der Kalendar spiegelt diese totale Demut wider, Nordkorea lebt im Juche-Jahr 97. Die Zeitrechnung begann 1912, im Geburtsjahr des verstorbenen Diktators. Es gibt keine freien Nachrichten, kein Internet, kein Mobiltelefon. Alles verboten. Wer Kritik an diesem Zustand übt, dem droht im schlimmsten Fall die öffentliche Hinrichtung.

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Dass Besucher in einem solchen Land mehr als argwöhnisch beäugt werden, liegt auf der Hand. Deswegen erlaubt Pjöngjang auch nur einer ganz minimalen Anzahl an Besuchern den Zutritt ins Land. Den Menschen, die als Gäste durch die eiserne Eingangstür ins Land marschieren, wird aber am Eingang direkt eins abgenommen: ihre (Bewegungs-) Freiheit. Besucher werden auf Schritt und Tritt begleitet, durch eine inszenierte Welt geschickt, in der sie sehen, was man sie sehen lassen will. Die Prachtbauten zum Beispiel, die disziplinierten Gesichter Nordkoreas, die Fahnen. Wenn man sich all dies vor Augen hält, kommt es einem Wunder gleich, dass dem französischen Fotograf Eric Lafforgue trotzdem gelungen ist, ein paar Fotos zu machen, die ein klitzekleines bisschen abseits der Zwangs-Inszenierung liegen, die ahnen lassen, wie die Menschen in Nordkorea im Jahr 2008/Juche 97 leben.

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The Boston Globe hat sie veröffentlicht. Er zeigt aber auch Bilder, die Nordkoreas Regierung freigegeben hat. Dazwischen liegen Welten.

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Kommentare zu diesem Beitrag


Congrats, Juergen! The (small) photos from your book which I could see on your website are beautiful and interesting.
In case your readers are also interested in paintings from younger artistic talents as well as first-class painters from North Korea they can find them on http://www.pyongyang-painters.com
Felix
for Pyongyang-painters.com

von Pyongyang Painters am 30.07.09

Gratuliere, Juergen! Die Fotos Deines Buches, die ich auf Deiner Website zwar nur in Kleinformat sah, waren sehr schoen und interessant.

Falls Deine Leser auch an schoenen Bildern erstklassiger Kuenstler sowie vielversprechender Nachwuchskuenstler aus Nordkorea interessiert sind, koennen sie diese auf http://www.pyongyang-painters.com finden.

Felix
fuer Pyongyang-painters.com

von Pyongyang Painters am 30.07.09

Schon absurd dieses Land…

von Joel am 6.11.08

wenn du mir eine mail schickst, kann ich dir evtl. das komplette Buch senden

von Hans Jürgen Nyhuis am 6.11.08

Die Bilder habe ich bereits gesehen, finde die Idee sehr schön, die Bilder sprechen für sich. Davon sollte es viel mehr geben. Glückwunsch.

von norman-TheJunction am 6.11.08

Schau Dir mal meine Webseite an http://www.1000tageimparadies.de . Ich will nicht behaupten, die komplette Alltagswirklichkeit des Landes in dem Bildband erfasst zu haben. Er gibt aber, so glaube ich, eine ganz gute Darstellung des Landes dar, zumindest so, wie ich es erlebt habe.

von Hans Jürgen Nyhuis am 6.11.08

Die Einseitigkeit der medialen Darstellung kann ich verstehen. Doch zeig mir einen Bildband, der es geschafft hat, die komplette Alltagswirklichkeit eines Landes einzufangen. Die Vorstellung fände ich sehr schön, nur ist es nicht möglich. Es obliegt der Reflektionsbereitschaft der Menschen, sich in die Lage anderer Kulturen, gar andere Systeme hinein zu versetzen. Im Fall von Nord Korea bestimmt politische Zensur die Wirklichkeit eines Landes, dass ist schlimm. Allein deswegen sollten ganze Mediendatenbanken mit dieser Tatsache gefüllt werden um wiederkehrend daran zu erinnern, dass wir nicht das sehen was wir glauben zu sehen und darauf hoffen, dass schon bald die Menschen zu Wort kommen welche das wahre Lebensgefühl Koreas spiegeln.

von norman-TheJunction am 6.11.08

Ich habe 3 Jahre in diesem Land gelebt und gearbeitet (für eine Hilfsorganisation). Die Darstellung des Landes in den Medien ist mir eigentlich immer zu einseitig. Und die Bildbände, die von verschiedenen Personen immer mal wieder herausgegeben werden. spiegeln nicht das Land wieder. Es ist allerdings auch für mich schwierig das Land zu beschreiben. Über die Politik braucht man sicherlich nicht zu reden, da gibt es wohl nur wenige, die das System verehren. Mir geht es um die Menschen in diesem Land, und die verdienen unsere Hilfe.

von Hans Jürgen Nyhuis am 6.11.08