Der Conny ihr Pony

Literatur, Lesungen, Deutsche Theater. Anbei gestellt eine promovierte Literaturwissenschaftlerin. Zubehör: ein Tisch, ein Wasserglas, ein verschwitzter Literat aus Fernost. Gähnende Langeweile macht sich breit im gähnend langweiligen Publikum bestehend aus maroden Hausfrauen, Diplomatengattinen und alternden Professoren. Nur Bret Easton Ellis traute sich einst, seinen Vortrag von Lunar Park mit einem Glas echter amerikanischer Cola zu begießen. Frivol! Gut, dass der Performace-Poet Marc Kelly Smith 1984 den Poetry Slam erfunden hat. Bei solchen Veranstaltungen fliegen schon mal die Requisiten im Kampf um die Gunst des Publikums. Der Schweizer Gabriel Vetter nahm eher zufällig an einem Slam in Darmstadt teil, als er beschloss, sich ebenfalls als Slampoet zu verdingen. Von seinen ersten 32 Slams ging Gabriel Vetter 28 Mal als Sieger hervor. Im Herbst 2004 setzte er sich beim größten Poetry Slam Europas, dem German International Poetry Slam in Stuttgart, gegenüber 100 anderen Autoren im Einzel durch und wurde zum besten Slammer des Jahres 2004 im deutschsprachigen Raum gekürt.

Sein Text „Der Conny ihr Pony” wurde nun von zwei deutschen Kunststudenten im Rahmen eines Semesterprojektes (Thema: interaktive Umsetzung eines Buches) in einen Film verwandelt. In Zusammenarbeit mit Vetter haben Robert Pohle und Martin Hentze ein vielfältiges und staunenswertes Video geschaffen, ja geradezu gebastelt, denn zum Einsatz kamen neben den üblichen digitalen Hilfsmitteln wie photoshop, aftereffects, c4d, auch Bleistift, Papier, Nadel, Faden und vieles mehr.

„Der Conny ihr Pony” ist die Geschichte eines jungen Mädchens, das über der Tatsache verzweifelt, dass Ihr Pony nicht in einen mit Schweizer Rentnern vollgepfropften Bus passt. Nebenbei philosophiert sie über das Leben, um es mal lakonisch zusammenzufassen. Gerade der Einsatz unterschiedlichster Materialien und Techniken und die Verarbeitung einzelner Elemente in hoher Kunstfertigkeit, dazu die Erzählstimme von Godfather Vetter himself, der immer wieder „hü, hü, hü Pony, hü” in seinem heiseren Schweizer Dialekt krächzt, lassen dieses Video zu einem Fest für Freunde ungehaltenen Amüsements machen. „Ein wahnsinnig feiner Film,” findet auch Gabriel Vetter, in der für die Schweizer bekannten Schlichtheit.

www.myspace.com/gavetter

www.gabrielvetter.ch

Gabriel Vetter
Gabriel Vetter

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