Holy Hailand
Tim Hailand liebt Menschen und das Leben, das spiegelt sich in seiner Kunst und in dem Titel seiner kommenden Ausstellung „Because I want see People and i want to see life“ wider.
Die Domina-Kunstwissenschaftlerin in mir hat seine „Words“-Serie, in der er Wörter wie „Magic“, „Joy“ oder „Lust“ durch verschiedenste Landschaften schweben lässt, ziemlich schnell unter der Rubrik Postkartenkunst oder Ikea-Interieur abgetan. Leider wurde dieser arrogante und in Leder und Nieten gehüllte Teil in mir, schnell eines Besseren belehrt. So verirren sich nämlich in diese Serie gerne auch ironische und unerwartete Fotografien. Ich war überrascht, als ich zwischen den zuckersüßen und fast langweiligen Bildern eine Fotografie entdeckte, in der liebevoll mit bunten Metallbuchstaben, für den Kühlschrank, das kleine Wörtchen “Slut” arrangiert wurde.
Der 1965 in Buffalo geborene und in New York lebende und arbeitende Tim Hailand, wächst bei einem Besuch seiner gelegentlich exhibitionistischen Website direkt ans Herz. Man erkennt, dass er zu allem was er tut, erarbeitet und inszeniert eine enge Verbindung hat und Herzblut hineinsteckt.
Nicht zuletzt schreibt der mit ihm befreundete Demokrat Jim Hodges, den Hailand zwecks seiner Fotoserie „A Day in the Life of…“ begleitete: “…. He has always gotten by with little money but with plenty of passion.” Diese Leidenschaft zahlt sich aus, so sind Hailands Arbeiten in verschiedensten rennomierten Magazinen und vor allem in den Sammlungen von Elton John, Chaka Khan, Rufus Wainwright, Mario Testino, Tracy Chapman oder Vivienne Westwood zu finden, um nur einige Prominente zu nennen. Auch im Guggenheim Museum oder im Museum of Modern Art kann man Hailands Werke bestaunen.
Kommen wir zur Kunst. Hodges beschreibt den Beginn seiner Words-Serie folgendermaßen:
“…It was a few years back, on a pleasure trip to Miami, that Tim began his “word pictures”. He had a box of letters that he acquired from a freelance job at F.I.T. As he sat watching the sunset on South Beach, he placed 3 letters in his left hand and held them up to the darkening sky; Y O U, click. Then: M E, click again. He grabbed some other letters and ran to the surf and laid them in front of an incoming wave: K I S S . the wave broke, taking this word on a little ride until the letters unable to hold their union, released the word to the insistent surf, spreading the letters upon the shore….”
Einfache Wörter, die große Wünsche ausdrücken. Wünsche, die alle Menschen unabhängig von Nationalität, Kultur, Subkultur, Geschlecht oder sexueller Orientierung gemeinsam haben. Uns alle verbindet der Wunsch nach Liebe, Harmonie und Magie. Hailand inszeniert diese ursprünglichen Bedürfnisse auf magische Weise. So schön, so glatt, dass sie zuweilen langweilig erscheinen, fast so als wären sie Waschmittel-Reklame. Dies aber nur so lange, bis der Betrachter sich darauf einlässt und vor allem die Schönheit zulässt. Oder wie Oscar Wilde sagen würde: „Alle Kunst ist zugleich Oberfläche und Symbol. Wer unter die Oberfläche geht, tut es auf eigene Gefahr. Den Beschauer und nicht das Leben spiegelt die Kunst in Wahrheit. Meinungsverschiedenheit über ein Kunstwerk zeigt, dass das Kunstwerk neu, vielfältig und bedeutend ist.“
Die Ausstellung läuft in Belin vom 28 Oktober bis zum 29. November bei den “untitledprojectsberlin” in der Oranienburgerstr.27. infos gibts unter www.upberlin.com.













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