Eros, Thanatos und Francis

© Ian Francis
© Ian Francis

Was hält den westlichen Menschen in dieser Welt? Will er nicht hinweg getragen werden, vom täglichen Überfluss, muss er sich in ihm verorten. Die Realität bleibt dabei jedoch manchmal so verschwommen, wie die Hintergründe in Ian Francis’ Bildern. Francis beschäftig sich vornehmlich mit dem modernen Leben, insbesondere mit Television, berühmten Menschen, Ereignissen, die die ganze Welt betreffen, aber auch mit Alltäglichem. Für den Gegensatz Eros und Thanatos bleibt er nicht symbolhaft, sondern wird konkret. Er nutzt Elemente der Pornographie bzw. Kriegsberichterstattung. Um diese inhaltlichen Verweise zu verstehen, muss man zunächst seine Technik betrachten. Er arbeitet im Collagenstil, indem er verschiedene Techniken an einer Arbeit einsetzt. Wenngleich in der Hauptsache mit Acryl, benutzt er zudem Tinte, Bleistift, Kohle und die unterschiedlichsten Elemente, um die Collage zu vervollständigen. Was daraus entsteht, wurde schon andernorts als Explosion unterschiedlicher Medien benannt.

Zeit also, sich seine Arbeit mal aus der Nähe zu betrachten. Seine Bilder verfügen über die Kraft, den Betrachter in sich hinein zu saugen. Dies schafft Francis zum einen mit gewissen gestalterischen, also technischen Tricks, zum anderen operiert er über die inhaltliche Metaebene. Schon die Titel seiner Bilder sind so zuversichtlich dahingesagt, dass sie unweigerlich die größte Aufmerksamkeit des Betrachters garantieren. Hier nur eine Auswahl:
Two people lose track of where they are
A girl wonders why she has no reflection; her friend, dressed as Rikku, isn’t sure
A young woman laughs at her husband for wanting to spend time with ghosts and Careful, Suzy Creamcheese – it’s all smiles now, but that girl’s the devil

Sogar die Einbettung auf seiner Webseite www.ifrancis.co.uk trägt zu diesem Phänomen bei. Während sich die Pixel ordnen, wandelt sich das Bild von einer verschwommenen Ahnung zu einem glasklaren Eindruck. In diesem Moment der Veränderung fühlt man sich ein weiteres Mal hineingezogen in diese überpräsente Bildlichkeit. Den manchmal apokalyptischen Beigeschmack seiner Bilder schreibt Francis selbst dem Gegensatz aus Sicherheit und drohendem Unheil zu, mit dem sich der moderne Mensch immer bewusster auseinandersetzen muss.
Ian Francis wurde 1979 in Bristol, England, geboren und machte seinen Abschluss in Zeichnen an der Universität von West-England. Als künstlerische Einflüsse nennt er Reggie Pedro, Stanley Donwood und Dave McKean.

© Ian Francis
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Kommentare zu diesem Beitrag


Oh, ich steh auf die Bilder, geheimnisvoll und irgendwie doch ganz klar in der Aussage.

von Mia am 28.12.08