Western Spaghetti
Zwischen all dem kommerziellen Einheitsbrei, den man Tag für Tag aufgetischt bekommt, fällt es mitunter schwer, noch echte Perlen auszumachen. Konsum und die damit verknüpften bewegten Bilderwelten sind allgegenwärtig, und kaum bleibt einem der Atem, überhaupt noch genau hinzuschauen: Befindet sich zwischen gereimten Schoko-Bon-Werbespots, dem Boxenstop für Erkältungskranke und dem schlechtesten aller Trailer für einen neuen Hollywood-Blockbuster vielleicht ein revolutionärer Geist? Das Motto „Sprengt das System von Innen” gilt ja nun schon länger, ist aber weiterhin schwer umzusetzen, wenn der Kommerz immer gewinnt, wie uns Adorno einst erklärte. Der Indie-Filmemacher Adam Pesapane, besser bekannt als PES, versucht dennoch sein Bestes, nicht nur Kurzfilme mit …künstlerischer Integrität und Massenappeal zu machen, sondern umgekehrt auch die breiten Massen mit ungewöhnlichen Werbefilmen für die Bigplayer (Coinstar, Bacardi, Orange Telecom) zu erreichen.
Seine Arbeiten macht vor allem die analoge Verkehrung von Gegenständen aus. Manchmal geschieht dies so schnell und unverhofft, dass man sich als Zuschauer nur wundern kann, welch aberwitzigen Objekte hier zu neuer Bedeutung gelangen. In seinem neuesten Kurzfilm „Western Spaghetti” wird dieses im Grunde simple Konzept augenscheinlich. PES erzählt die einfache Geschichte, wie er Pasta zuzubereiten pflegt. Doch anstatt schnödem Knoblauch landen hier fein geschnittene Rubik-Würfelchen in der Pfanne, Mikado-Stäbchen kochen al dente bis sie kunterbunte Gummiringe werden, ein Stück Butter in Form von Post-Its verleiht dem Ganzen den rechten Schmelz. Na dann, bon appetit!
Die Filme von PES muten durchaus surrealistisch an, vor allem ihre leicht holprige Animation unterstreicht dies. Trotzdem scheint dahinter eine mehr kindliche Begeisterung zu stecken: ein guter Einfall, eine witzige Idee, die unbedingt umgesetzt werden muss. Und das in ihrer Erzählstruktur ganz klassisch: Anfang, Mitte und ein effektvolles Ende. „Auch Witze enden mit einer Pointe”, meint PES, „und so halte ich das auch mit meinen Filmen.”
Ob PES es nun wirklich auf Dauer schafft, „independence” und Kommerz zu verbinden, bleibt abzuwarten. Er selbst sieht darin ohnehin keine Gegensätze, und sich selbst weniger als Indie-Trickfilmer, sondern als Mensch, der eine Idee hat, umsetzt und dann veröffentlicht. As simple as that!











Kommentare zu diesem Beitrag
dieses wiedergekäue ist so, so, armselig
von UD am 11.01.11wie lächerlich … beiträge aus 2008 1 zu 1 erneut zu plublizieren hat nix mit bloggen zu tun. welche deppen sind denn hier am werk? diesen feed hab ich sofort storniert.
von TR am 11.01.11Einfach großartig!
von Helge am 1.08.08