Gay Marriages Now Legal in California

Der 16. Juni 2008 wurde zu einem der denkwürdigsten Tage in der amerikanischen Geschichte im ermüdenden Kampf für Gleichberechtigung.

Der Oberste Gerichtshof Kaliforniens hob die Verweigerung auf, gleichgeschlechtlichen Partnern den Ehestatus anzuerkennen. Die Ehe wurde gemäß des California Family Code, Section 308.5 nur rechtlich, wenn sie zwischen Mann und Frau geschlossen wurde. Es war bereits möglich eine Lebenspartnerschaft, Domestic Partnership, eintragen zu lassen, die rechtlich der Ehe gleichgestellt war. Eine offizielle Ehe war dies jedoch nicht.

APTOPIX Gay Marriage
APTOPIX Gay Marriage

Endlich wird „the right to marry” auch auf homosexuelle Partner übertragen. Der oberste Richter des Staates Kalifornien Ronald M. George erklärt, dass jegliche Bestimmungen, welche Individuen auf Grund ihrer sexuellen Orientierung diskriminieren, von nun an aus dem kalifornischen Grundgesetzt verschwinden. Dies soll, so George, mit derselben Härte passieren, mit der bereits Rassen- und Geschlechterdiskriminierung als verfassungswidrig erklärt wurden und macht den Palmenstaat somit zum ersten Bundesland in den gesamten USA mit solch bindenden und strikten Gesetzesbestimmungen. Lediglich das östliche Massachusetts verabschiedete ein ähnliches Gesetzt und formt in diesem Zusammenhang mit Kalifornien die tollerante Minderheit im konservativen Amerika.

Nur Minuten nach der freudigen Verkündung, wurden in San Francisco und Los Angeles die ersten lesbischen Paare getraut. Robin Tyler und Diane Olson, die iniziierenden Klägerinnen in dem Prozess, waren die ersten beiden Frauen, die sich nun offiziell das Ja-Wort geben durften.

Doch es wäre nicht Amerika, würden zur gleichen Zeit nicht auch Wellen des Entsetzens und der Gegenstimmen laut. Neben den beiden Präsidentschaftskandidaten McCain und Obama, sprachen sich unzählige religiöse Gruppen und Initiativen aus, durch eine Volksabstimmung am 4. November 2008 (Tag der Wahl des neuen Präsidenten) das Gesetzt rückwirkend als verfassungswidrig erklären zu wollen. Mathew Staver, Gründer der Liberty Counsel, einer juristischen Vereinigung zur Unterstützung und Erhaltung „christlicher Freiheit” vor Gericht in den USA, sagt: „Egal wie man das kalifornische Gesetzt dreht und wendet, an keiner Stelle des Verfassungstextes, seiner Geschichte und Tradition ist nachzuweisen, dass auf einmal, nach so vielen Jahren etwas geschützt werden sollte, was die meisten Gesellschaften verachten.” Des Weiteren nannte er die Entscheidung „abscheulich” und „unsinnig”. So bekannte sich u.a. auch US-Abgeordneter Dennis Mountjoy in einem Statement: „Die Ehe ist eine Sache zwischen Mann und Frau. Ende der Diskussion. Es geht hier nicht um Bürger- oder Persönlichkeitsrechte, es geht um Akzeptanz. Sie möchten wie Normale akzeptiert werden, sind aber nicht normal!”

Und auch wenn die Mehrheit der Kalifornier laut letzten Umfragen gegen die neue Offenheit ist (61% lehten das Gesetz ab), kann sich diese Mehrheit, Gott sei Dank nicht immer durchsetzen. „Ich werde alles tun, um das Urteil aufrecht zu erhalten!”, so Arnold Schwarzenegger, der Gouverneur Kaliforniens. Erfreulich und überraschend zugleich, hatte sich Arnie doch sonst gerne und häufig in der Öffentlichkeit gegen die gesetzliche Gleichberechtigung homosexueller Ehen ausgesprochen.

Bürgerrechtler, Lesben- und Schwulenorganisationen hoffen, dass die USA nun bald aufwacht und weitere Staaten mitziehen. Dies wäre wünschenswert und vielleicht ja gar nicht mehr so abwegig. Schließlich steht seit 1789 zum ersten mal auch ein Afro-Amerikaner zur Wahl des neuen Präsidenten.

Es lebe der Fortschritt!

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Kommentare zu diesem Beitrag