Final cut – Die Macht von Schnitt und Musik

Wenn der Ostwind wieder über die Dächer Londons weht und die Frau mit Schirm mit sich trägt, bedeutet es in diesem Fall nichts Gutes.

Der Re-Cut zu “Mary Poppins” ist nur ein Beispiel der zahlreich im Netz vorhandenen Trailer, welche durch geschickte Schnittfolgen und Musikunterlegung das ursprüngliche Genre des Films in sein Gegenteil verkehren. Die liebenswerte Nanny wird so zu einem Angst einflößenden Kinderschreck. Der gute Blick wird zum Bösen, hilfreiche Zauberei zu bedrohlichem Hokus Pokus.

Besonders effektiv funktioniert diese Umkehrung bei Horrorstreifen und Komödien/Familienfilmen. Stanley Kubricks “The Shining” wird so mit Hilfe von Schnitt, Musik und Voice-Over zu … einer romantischen Komödie mit Happy End.

Bleibt die Frage: Was denn eigentlich die Intention bzw. der Sinn dieser “Neufassungen” ist. Sicherlich spielt der Spaß am Handwerk eine wesentliche Rolle. Außerdem wird die Stärke/Macht des Schnittes und der Musik aufgezeigt, wobei der Final Cut das letzte Instrument markiert, wodurch das endgültige Produkt entsteht, welches gänzlich anders hätte ausfallen können.

Sitzt man im Kino oder vor dem Fernseher ist es einem unmöglich, sich der Musik und den dadurch hervorgerufenen Emotionen zu entziehen. Sie funktioniert als Verstärker des bewegten Bildes. Dementsprechend wirkt es zunächst befremdlich, wenn Regisseure ganz auf die musikalische Untermalung ihrer Filme verzichten. So geschehen im Neo-Western “No country for old men” der Coen Brüder oder bei diversen Dogma Filmen. Ohne Musik bleibt nur das Bild als alleiniger Kommunikator des Geschehens, was dem Film bei einem gelungenem Drehbuch und guten Darstellern einen besonderen Realismus verleiht. Man nehme Lars von Triers erschütterndes Werk “Dancer in the Dark”. Dort wird durch die eingefügten Musical-Szenen die realistische Härte der eigentlichen Handlung erst erträglich.

Doch kommen wir zurück zu Mary Poppins. Vielleicht wollten die Cutter der Horror-Version sich in visuellem Film-Zitat-Dropping proben. Schließlich liebte es Mary Poppins “…nicht, wenn der Lauf der Dinge durch Tatsachen gehemmt wird.”

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[...] keine Kommentare Dank The Junction habe ich mich heute durch ein paar höchst amüsante YouTube-Filmchen geklickt. Man nehme einen [...]

von OmU: Was so ein neuer Schnitt alles bewirken kann… | Original mit Untertiteln. Das Filmblog. am 13.08.08