Fashion Week Berlin: Starke Frauen by Kai Kühne

„Meine Art des proper dressing ist sehr New York” so Kai Kühne, der Mann hinter dem gleichnamigen Label – Und ein bisschen New Yorker Style tut dem zeitweilig vorhandenen Berliner Unschick gar nicht mal so schlecht. Seinen Kleidern sieht man an, dass nicht viel dem Zufall überlassen wird – Stoff und Schnitt vereinen sich perfekt. Die klaren Linien werden durch feste Stoffe unterstrichen, Transparenz macht knielange Pencilskirts verführerisch. Kühne zeigt Mode die auf Angezogenheit setzt, ohne gleichzeitig bieder zu sein.

Bekannt wurde Kai Kühne als Teil des Designkollektivs AsFour. Nach der Loslösung gründete der 36-Jährige seine eigene Firma, und zeigt nun einen sehr cosmopolitischen Stil irgendwo zwischen dem Helmut Lang der 90er und klassischer East-Coast-Couture à la Oscar de la Renta und Carolina Herrera. Weniger Avantgarde, mehr hohe Schneiderkunst. Vielleicht sind seine Entwürfe… gerade deshalb bei vielen Prominenten so beliebt – Jennifer Lopez und Gwyneth Paltrow tragen seine Kleider, mit Chloë Sevigny drehte Kühne sogar einen Imagefilm. Bei der Berliner Schau hatte Iris Berben einen Platz in der ersten Reihe, nicht von ungefähr wurde sie von Vanity Fair zur elegantesten Frau Deutschland gekürt.

Kai Kühne zeigte zwar keine neue Kollektion, eher Teile aus der H/W 08-Kollektion, aber trotzdem zählt seine Schau zu den Highlights der am Sonntag zu Ende gegangenen Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin. Viele Looks waren bereits im Februar in New York gezeigt worden und dürften auch bereits in den Läden hängen. Nichts desto trotz sind seine Entwürfe zeitlos und funktionieren auch noch für den nächsten Sommer. Auffällig war besonders eine Rock-Bluse Kombination in verschiedenen großflächigen Blumenprints. Dieser Look stach aus der Masse heraus und gibt vielleicht schon eine Einstimmung auf die gesamte kommende Kollektion, ebenso die beiden Mantelkleider zu Beginn.

Die Show war perfekt choreografiert, das Styling war elegant zurückgenommen – Nur leider war alles eben nicht neu. Eine Tatsache die weniger ein schlechtes Licht auf den Designer wirft, mehr auf die gesamte Modewoche. Wann werden die internationalen Namen nicht mehr nötig sein um der Fashion Week Glanz zu verleihen?

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