Schwül ists im Waschsalon
Jungs und ihre Phantasien… Es ist von Vorteil, wenn man die Möglichkeit hat – quasi ganz offiziell ohne böse Hintergedanken – das Herunterlassen von Hosen diverser Pornostars für sich zu nutzen. Wann kommt man denn sonst schon in den Genuss?
Kris van Assche, Designer zweier internationaler Kollektionen, kam auf die Idee für die Kampagne HW 2008 die Models durch Herren zu ersetzen, die eigentlich eher für Talente ohne Hüllen bekannt sind. Nun räkeln sie sich in schwül-warmer Waschsalon Atmosphäre und stopfen Wäsche in die Maschinen. Das Ganze noch im Glanze eines verspritzten Fussbodens… und fertig, Punkt.
Egal, zurück zum Thema. Es ist schwer nicht abgelenkt zu werden. Kris van Assche hat sich also Jeff Burton ins Boot geholt. Entstanden sind Bilder, die eine andere Stimmung widerspiegeln als einer typischen Produktwerbung. Es geht um Männer. Männer die einen eigenständigen Lifestyle pflegen. Männer, die unabhängig von Frau oder Mutti fähig sind sich um alltägliches zu kümmern. So zu sehen am Ende der Fashionshow für HW 2008. Männer zogen sich aus, stopften ihre Wäsche in die Maschine und drehten eine letzte Runde im knappen Adamskostüm. Männer in Unterhosen, das Motiv für den Herbst.
Vor gut vier Jahren ist Kris van Assche aus dem Schatten eines anderen Designers hervorgetreten. Nach dem Studium an der Royal Academy of Fine Arts in Antwerpen, neben der Centrel Saint Martins eine der Schulen die regelmäßig große Talente ausspucken, assistierte er lange Zeit Hedi Slimane, erst bei YSL Rive Gauche und später für Dior Homme, um 2004 endlich das unter seinem Namen laufende Label zu gründen. Slimane prägte massgeblich den Zeitgeist nach der Jahrtausendwende, und die Rolle seiner Assistenten darf dabei nicht unterschätzt werden. Als Slimane dann Dior zugunsten eigener Projekte 2007 verlies, war es eine naheliegende Entscheidung Van Assche die Verantwortung für Dior Homme anzutragen. Er hat kein leichtes Erbe angetreten, und trotzdem hat die Kollektion sich positiv weiterentwickelt. Er ergänzte die schmale Linie durch Volumen und handwerklich perfekte Details, Elemente die in seiner eigenen Linie von Anfang an stilprägend waren und sind. Seine Kollektionen sind in vielen Elementen dem Stil von Dries van Noten und Ann Demeulemeester ähnlich.
“Light is a miraculous phenomenon I find great pleasure in”, so beschreibt Jeff Burton seine Arbeit. Auch auf diese Arbeit trifft das zweifellos zu. Die Lichtsetzung und der Winkel der Kamera lassen einen nicht in die Szene eindringen, eher als Voyeur aussen stehen und zusehen wie die Jungs ihrer ‘Arbeit’ nachgehen. Seine Arbeiten lichten immer das Leben ab. Sex ist Teil des Ganzen. Er zeigt die Objekte selten direkt, schneidet sie eher an oder lässt die Szenen durch Spiegelungen erahnen. Eigene Arbeiten und Kampagnen haben den selben Stil. Wenn man die für YSL entstandenen Bilder von Vincent Gallo betrachtet, wird man, wie bei der Arbeit für Van Assche auch, in die Rolle eines Aussenstehenden gedrängt. Es entsteht immer eine Art sexuelle Spannung an der man ganz ungeniert teilhaben darf.
Zum Schluss: Leider habe ich bisher weder Namen noch Studios, der Herren in der Kampagne in Erfahrung bringen können. Ich werde aber, ganz uneigennützig, am Ball bleiben.








Kommentare zu diesem Beitrag
Unglaublich, die subtile Art der Fotografie verleihen den Bildern so viel Ausdruck, sehr schick.
von norman-TheJunction am 17.11.08wunderbare Bilder
von Riner am 16.11.08