Flow: Der Kampf ums blaue Gold



Eben noch auf dem Sundance zu sehen, kommt diesen Herbst ein Film in unsere Lichtspieltheater, den das Wired Magazine als den furchterregendsten Beitrag dieses Festivals beschreibt. Flow beschreibt, was von Experten als eines der wichtigsten politischen und ökologischen Themen des 21. Jahrhundert angesehen wird: Die weltweite Wasserkrise. Die Filmemacherin Irena Salina zeigt, wie Wasser zunehmend privatisiert wird. Entgegen der Vorstellung, Wasser sei, ähnlich wie Luft, ein freies Gut für alle Menschen, zeigt ihre Dokumentation, dass sich Wasser immer mehr zum kostbaren Gut für wenige, die es sich leisten können, entwickelt. Einige wenige Konzerne bestimmen dabei Preis und Ansehen des nassen Elements, das mittlerweile als „blaues Gold” klassifiziert wird. So wertvoll ist es. Und während die Reichen dieser Welt in ihm im Überfluss baden und es mit Vitaminzusatz genießen, stehen die Armen vor verschlossenen Wasserhähnen. Die Tage, in denen man in den westlichen Ländern erwarten kann, den Hahn aufzudrehen und das Wasser fließt einfach so, sind jedoch ebenfalls gezählt.
In Interviews mit Wissenschaftlern und Aktivisten enthüllt der Film eine sich rasch entwickelnde Krise, die sich um Politik, Verschmutzung, Menschenrechte und Wasserkartelle dreht. Dabei wird die Frage: Darf jemand wirklich Wasser besitzen? immer wieder gestellt. Von der Qualität unseres Leitungswassers bis hin zu den zweifelhaften Inhalten von Flaschenwasser enthüllt Salinas Film, wie es um unsere Wassersicherheit bestellt ist. In den Vereinigten Statten und Europa, so der Film, ist letzteres manchmal giftiger als das aus der Leitung. Als Resultat dieser groß angelegten Augenwischerei müssen wir uns außerdem mit einem riesigen Berg an Plastikflaschen auseinandersetzen. Die Beispiele für einen unverantwortlichen Umgang mit Trinkwasser sind zahlreich: In Südafrika trinken manche Dorfbewohner aus einem stehenden Teich, in Bolivien werden Schlachtabfälle im Titikaka See entsorgt.
Der Film belässt es nicht nur dabei, dass Problem zu identifizieren, sondern lässt auch Lösungsansätze zu, wie zum Beispiel neue Technologien, die die Problematik auflösen könnten. Und auch die Schurken des Geschäfts werden benannt. Nestlé und die Weltbank sind nur einige der Namen, die in diesem Zusammenhang genannt werden.

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