MissinCat – weniger ist mehr

„Ich kann immer noch fühlen, wie mein Herz bricht, wenn ich ein trauriges Liebeslied singe. Ich bin sehr ehrlich im Umgang mit meinen Liedern – in beidem: schreiben und performen…”

© Zoe Vincenti
© Zoe Vincenti

Als ich am Dienstagabend im Berliner Maschinenhaus auf den Auftritt von MissinCat wartete, war ich gespannt, ob sich die Italienerin wohl genauso rein und klar anhört wie auf dem Band. Auch wenn sie “nur” der Support Act für die schwedische Band Hellsong war, verstand ich schnell, dass das Publikum nicht zufällig so pünktlich erschien. Das mag vielleicht unter anderem auch daran liegen, dass sie bereits letztes Jahr als Verstärkung für, jawohl, Amy Winehouse auf Tour ging. Dem ein oder anderen sind also schon zu diesem Zeitpunkt die ruhigen Klänge der Newcomerin im Ohr geblieben.

© Carolin Weinkopf
© Carolin Weinkopf

Zwei erfrischende Kaltgetränke später ging es dann endlich los. Sie, ihre Gitarre und ihr Cellist. Mehr gab es nicht zu sehen und mehr war auch nicht nötig. Songs wie “If I could change the end” oder “Everything” erzählen vom Leben und der Liebe. Dazu braucht es wirklich nicht viel. Kein Schnick-Schnack, keine Band, keine Pyrotechnik, nur das blonde Mädchen und eine unglaublich eingehende Stimme. Mein persönlicher Lieblingstrack “Back on my Feet” zollt ihren Idolen, den Beatles, Velvet Underground, Leonard Cohen, Nick Drake, Billy Holiday bis hin zu Sigur Ros Tribut und beinhaltet darüber hinaus alles, was MissinCat ausmacht. Eine ausdrucksstarke Stimme, sparsame Arrangements und gefühlsintensive Songs.

Caterina Barbieri, wie sie eigentlich heißt, begann ihre Karriere ursprünglich in ihrem Heimatland Italien. Die Band Vertigini wurde nach vielen Jahren nur verlassen, weil das Soloprojekt MissinCat so gut lief und Caterina erkannte, dass sie eigene Wege gehen muss. Dies tat sie auch und landete in Berlin, wo sie heute lebt und sich künstlerisch verwirklicht. Eine Verwirklichung, die wider ihrer Einstellung, eine ungeahnte Beschleunigung erfuhr. Denn sie gewann im Juni 2007 in ihrer Heimat Italien einen Preis, der ihr die Teilnahme am größten italienischen Open Air Festival, dem Heineken Jammin Festival, einbrachte.

„Plötzlich stand ich auf derselben Bühne, auf der auch Incubus oder Pearl Jam spielten. Das war eine wirklich große Erfahrung für mich. Eine Erfahrung, die ich nur aufgrund der Hartnäckigkeit eines Freundes machen konnte. Ich bin kein großer Freund von Musik-Wettbewerben. Ich hielt das immer für Zeit und Geldverschwendung, weil ich mir immer dachte: Da gewinnst du sowieso nicht. Aber ein Freund von mir redete solange auf mich ein, bis ich schließlich nachgab. Ich weiß bis heute nicht, warum er unbedingt wollte, dass ich da mitmache… Und dabei musste ich noch nicht einmal Geld für eine Briefmarke ausgeben, da ich nur zwei Songs auf einen Server laden musste.”

Nun ist sie bei Revolver Distribution Services gesignt und wir alle dürfen abwarten und zusehen, wie die junge Italienerin den Singer/Songwriter Olymp erobert. Zu guter Letzt muss ich noch anmerken, dass ich selten eine Südeuropäerin mit solch akzentfreiem Englisch gehört habe. Daumen hoch, auf allen Ebenen!

Hier geht’s zu ihrer Web- und Myspace Seite…

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