Die fabelhafte Welt des Heiko Müller

Master and Servant © Heiko Müller
Master and Servant © Heiko Müller

Einmal die Welt sehen mit den Augen des Crossover Artists Heiko Müller. Für uns: Eine verwilderte Landschaft. Ein Wald. Grüne Wiesen. Ein schöner Ausblick übers Land. Doch dort, wo wir nur Gras und Bäume wahrnehmen, tut sich für den Hamburger Künstler eine fantastische Welt auf. Hinter dem Idyll erahnt er Kreaturen mit glühenden Augen, unheimliche Fabelwesen. Er spürt das verwunschene Reich der Tiere und seine zerstörerischen Kräfte, die in ihm schlummern, auf. Dieses gilt es für ihn zu entdecken. Und wir als seine Zuschauer haben das Glück durch seine Kunst, in diese fantastische, surreale Welt mitgenommen zu werden.

Schon als Kind weckten Tierbuchzeichnungen Müllers Interesse. Das Anfertigen von Tierillustrationen lernte er an der Hamburger Hochschule für angewandte Kunst, als er das Fach Kinderbuchillustrationen belegte. Doch diese gingen ihm nicht weit genug. Daher verband er seine Kindheitsfaszination mit seiner Neigung zum Düsteren. Dazu fügte er Elemente aus Comic-Art, Volkskunst und sakralen Bildern. Aus Kirchen und von den alten flämischen Meistern holt er sich zudem seine heutige Inspiration. Aus diesem Crossover kreiert er seinen eigenen unverkennbaren Stil. Zum Zeichnen auf Papier verwendet er Bunttifte oft malt er auch mit Ölfarben auf Holz. Er schafft paranoide Bilder, die den Betrachter einfangen und von denen es schwer fällt den Blick  zu wenden, ohne sich danach beobachtet zu fühlen.

Porn 01 © Heiko Müller
Porn 01 © Heiko Müller

Um nach dem Studium Geld zu verdienen, wandte Heiko Müller sich zunächst dem Mediendesign zu. Nachdem er aber bei seiner ersten Ausstellung 200 Bilder verkaufte, widmete er sich wieder mehr dem Malen und Zeichnen. Seine Werke wurden bereits in New York, Estland, Paris, Saint Petersburg, Los Angeles, Seattle und Chicago ausgestellt.

Während des Malens lässt Müller sich am liebsten von Hörbüchern berieseln. Die Geschichten lenken sein Bewusstsein von den Bildern ab und erlauben seinem Unterbewusstsein den Prozess zu kontrollieren.

Ein wiederkehrendes Motiv in Heiko Müllers Bildern sind Vögel. Den Gedanken der dahinter steckt, beschreibt Müller so: „Was passiert, wenn ein harmloses Vögelchen sich als kosmische Bedrohung herausstellt. Wie reagieren wir, wenn ein Wellensittich die Apokalypse ankündigt? Nennen wir ihn dann immer noch Butschi?” Ähm, nun ja… Aber wenn dabei so einzigartige Kunst herauskommt, ist es doch schön, dass Heiko Müller sich solche Fragen stellt und versucht sie in seinen Werken zu beantworten.

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