Take it personal

© Kirstin und Markus Becker
© Kirstin und Markus Becker

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Das Projekt Personal Codes beschreibt die Schnittstelle zwischen digitaler Fotografie und Relief. Die deutschen Künstler Kirstin und Markus Becker wollen mit ihrer Arbeit die Abstraktionsstufen der persönlichen digitalen Verfremdung abbilden und am Ende haptisch begreifbar machen.

Der digitale Personalausweis soll zukünftig die Überprüfbarkeit einer Person durch biometrische Daten sicher stellen. Passbilder dienten bisher als einfache Identifikationsquelle und sollen zukünftig nicht mehr personell gefärbt sein. Diese Entwicklung gibt Anlass sich mit der Identifikation einer Person im öffentlichen Raum auseinander zu setzen. In Zeiten der digitalen Web 2.0 Anwendungen und massiven Profil-Neuerfindungen durch und mit den neuen Medien, läßt sich immer mehr der Wunsch nach experimenteller Einzigartigkeit und Extrovertiertheit erkennen.

Nicht nur gesellschaftlich wandelt sich das Identitätsbild einer Privatperson zur überprüfbaren, angreifbaren, digitalen Massenprojektion, deren wirkliche Persönlichkeit völlig in den Hintergrund treten kann. Die Anarchie des Internets wird durch Blogs, Wikis und Social Communities zum Schauplatz persönlicher Nabelschauen und Spontanvernetzungen, die sich kaum überschauen lassen. Dabei ist das digitale Bild einer Person im Web 2.0 heute vielschichtiger, als die vermeintliche “Aura des Originals” (Walter Benjamin). Echtheit, Verlässlichkeit, Sinn- oder Zerrbild der eigenen Identität, das ist unser Thema.

Der Chip, der den „Personal Code” trägt ist das Ergebnis dieser Entfremdung der eigentlichen Person. Das Portrait wird in drei Stufen systematisch verzerrt und durch die Zugabe der eigenen persönlichen Merkmale (Größe, Gewicht, Geburtsdatum, etc.) im Farbverlauf spezifisch verändert. Rhythmisch bewegen sich die Bilder zwischen einer rein linearen, geometrischen und einer organisch-fließenden Gestaltungsweise, so bilden sie ein eigenes Persönlichkeitsrelief ab. Die Idee ist es, ein Portrait in seiner Unverwechselbarkeit künstlich so zu verwandeln, dass das Bild anhand einer abstrakten Darstellung bis zur Unkenntlichkeit aufzuschlüsseln bzw. codieren.

Die Rückführung zur persönlichen Ausprägung passiert über das feste Farbschema des letzten Bildes, dessen Bedeutungstiefe sich im “Chip” manifestiert. Der Chip enthält so alle wichtigen persönlichen Angaben, die das Profilschema für eine Person festlegen und ist damit immer individuell unverkennbar.

www.personalcodes.de
www.markusjbecker.de

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Kommentare zu diesem Beitrag


[...] Ein streibarer Beitrag. Um Kommentare wird gebeten. (Gefunden übrigens bei TheJunction) [...]

von Von gebogenen Geraden « Mikel Bananeng am 12.03.10

Da wendest du dich lieber direkt an Markus. http://www.markusjbecker.de

von norman-TheJunction am 23.01.09

Das ist ja großartig. …. Was kostet das?

von LEOPRO am 23.01.09