‘panoramic view of a utopian city’ by Roman Bittner

Zwischen kilometerhohen Wolkenkratzern, umschwirrt von Zeppelinen, verlieren sich Menschen in Häuserschluchten. Die Gebäude sind atemberaubend, verspielt und gewalttätig zugleich. Viele Hochhäuser erinnern an die Chicagoer Schule. Bedrückend schön sind die Visionen des Berliner Illustrators Roman Bittner, der diese Städte schuf. Seit einem Jahr zeichnet er Bild für Bild eine phantastische Gegenwelt, die “Ancient cities of tomorrow”. Hier verbindet er visuelle Zitate aus verschiedenen Epochen mit visionären Entwürfen, die nie gebaut wurden zum Panorama einer utopischen Stadt; die Entwürfe gehen zurück auf Architekten wie Hugh Serries, Le Corbusier oder Raymond Hood, das Berlin der 20. Jahre, Metropolis-Visionen, in denen Städte als ein Ganzes konzipiert wurden, einem lebendigen Organismus vergleichbar, mit rationaler, funktioneller Architektur. Sie erinnern an die Stadtvisionen der belgischen Comic-Zeichner Francois Schuiten und Benoit Peeters.
Mit dem Prinzip Konstruktion und seiner spezifischen Retro-Pixel-Ästhetik schafft Roman Bittner mit akribischer Vektorgrafik ein präzis umrissenes artifizielles Universum, in dem es Spaß macht, sich zu bewegen, zu suchen und zu finden. Die urbane Selbstinszenierung durch eine zweite Architekturschicht von amerikanischer und (altdeutscher) Reklame enthält mehr Diskussionsstoff zur aktuellen Lage der Städte, als die selbstgenügsame Verspieltheit Bittners vermuten lässt.




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