Lone-Star-Beer and Panic-Attacks with White Denim
20.10.08
White Denim bieten den richtigen Soundtrack, um bei sturmfreier Bude das Haus eurer Eltern auseinander zu nehmen, auf der Tanzfläche mit euren neuen Plateau-Schuhen umzuknicken oder grundsätzlich in jeglicher Art und Weise unangenehm aufzufallen. Sie bieten also die perfekte Hintergrundmelodie für schlechte, versaute Witze oder eine peinliche Tanzeinlage.
Wäre mein Hintern nicht auf einem unkomfortablen Stuhl vor meinem Computer festgewachsen, würde ich bis zur Gehirnerschütterung abmoschen und wüsste ich, dass mich irgend jemand auffängt, würde ich zu dieser Musikeinlage sogar stage-diven.
White Denim, nicht zu verwechseln mit dem hiesigen JeansTeam, verstecken sich aufs erste Hinhören hinter dem üblichen dreckigen Schrammelrocksound einer soliden Garagenrockband. Beim zweiten Hinhören ist aber der Einfluss der glorreichen Musikstadt Austin unverkennbar. In dem Lone-Star State Texas, den man vor allem mit Bush und der Todesstrafe verbindet, vermutet man selten diese florierende Studentenstadt, die die Heimat des alljährlichen Rock und Country Festivals South by Southwest bildet.
So hört ihr beim zweiten Hinhören giggelige und verspielte Gitarrenriffs, die sich perfekt mit dem treibenden Sound ergänzen. Unvorhergesehene Rythmusveränderungen erinnern sofort an MC Fives legendäres „Kick out the Jams,… (motherfucker)“. Darüber jagt die soulige Stimme von James Petralli, die von Whiskey getränkt und durch ein Megaphon gequetscht zu sein scheint. Leute, die musikalische Vergleiche doof finden, kriegen an dieser Stelle eine Kopfnuss. Mit leuchtenden Augen muß man nämlich zugeben, dass Songs wie „All you really have to do“ an Jimmy Hendrix “Let me stand next to your fire“ erinnern.
Stereotypen, die sich bei dieser Band zwischen Blues, Funk, Punk und Psychedelic-Rock bewegen, sind ähnlich angemessen wie Fussnägel schneiden und Geschirr spülen als Aufnahmeprüfung bei den Hells Angels.
Songs wie „Mess up your Hair“ helfen wieder die richtigen Prioritäten im Leben zu setzen. Auf der Stelle will man die Schule schwänzen, falsch Parken oder seinem Chef Abführmittel in den Kaffee schütten. Man möchte eben Rock’n'Roll verursachen.
Alle, die nun lernen wollen, wie man seine Gitarre mit der Zunge spielt oder gekonnt beim Tanzen von der Box fällt, haben das Glück, dass das Trio im November in Köln und Hamburg spielt. Alle die zu schüchtern sind, kaufen sich einfach das Debütalbum „Workout Holiday“ oder laden sich das Ganze mit Sicherheitsabstand von itunes runter.







