PARAsite by Michael Rakowitz
01.12.08
Obdachlosigkeit ist überall auf der Welt ein Problem. Millionen von Menschen leben auf der Straße. In einigen Ländern haben sie ein leichteres Leben als in anderen, doch was sie alle gemein haben ist die Schutzlosigkeit, das Ausgeliefertsein – Wetter, Passanten, Polizei und nur wenige Rückzugsmöglichkeiten.
Schon seit 1998 baut der amerikanische Künstler Michael Rakowitz PARAsites. Aus billigen Materialien wie Folie, Klebeband und Plastiktüten fertigt er mobile Unterschlupfe, die sich, werden sie an die Lüftungsschachte von Gebäuden angeschlossen, aufblasen und aufheizen. Wie ein Parasit nützt der Unterschlupf die Wärme, die das Gebäude abgibt. Seit Beginn des Projektes hat Rakowitz mehr als 30 Obdachlosen einen temporären Unterschlupf konstruiert, dabei ging er auf ihre individuellen Wünsche ein. Weitere Bilder gibt es auf seiner Webseite.
Via: Ektopia










Pz
1.12.08 - 13:51h
Wobei der Begriff des Parasits hier fehl gewählt ist. Schließlich scheinen sie ihm nicht zu schaden, dem Wirt. Ob er allerdings davon auch profitiert und daraus dann eine Symbiose wird, steht auf einem anderen Blatt.
Jana - TheJunction
1.12.08 - 15:10h
Natürlich handelt es sich hierbei nicht um einen Parasit im klassischen biologischen Sinn. Dem Wirt/ dem Gebäude wird keinerlei Schaden zugeführt. Doch natürlich wollen die Verwalter und Bewohner der Gebäude nicht, dass Obdachlose, das Haus “anzapfen.” Wie auch auf der Webseite des Künstlers beschrieben wird, müssen Obdachlose bestimmte Vorschriften einhalten und werden immer wieder von der Polizei kontrolliert. Zelte sind in vielen Städten beispielsweise verboten. Obwohl PARAsite ansonsten nicht mehr verwendbare Heizungsluft benutzt versuchen Polizei und Hausbewohner oft die Obdachlosen loszuwerden.
Sandra
3.12.08 - 06:39h
Interessante Idee und scheint auch relativ einfach zu “montieren” zu sein. Wenn nun noch die Liegefläche gepolstert ist…