Benjamin Edwards: Der Triumph der Demokratie
29.08.08
Konsum. Ohnehin das große amerikanische Thema, das in der Kunst der Vereinigten Staaten auftauchen darf, ohne sich zu schämen. Wir Europäer haben da immer ein Problem mit Populärkultur, wir Deutschen noch mal explizit mit unserer fast lächerlichen Einteilung in „E” und „U”. Konsum macht aber einen großen Teil unseres Lebens aus, wir identifizieren uns darüber, mancher ist ihm gar auf manische Weise verfallen. Der amerikanische Künstler Benjamin Edwards gewinnt die Inspirationen für seine Bilder aus dem Alltag des Menschen als Konsument. Shopping Malls, Tankstellen, Fast Food-Ketten oder Motels dienen ihm als Grundlage für Struktur und Design seiner Bilder. Dazu begibt er sich, auch das erfrischend amerikanisch, ganz wie Jack Kerouac …auf Reisen quer durch Amerika. Und macht mit seiner Digitalkamera Fotos, aus denen er einzelne Elemente auswählt, isoliert und auf die geometrischen Formen der Objekte reduziert. Schließlich überträgt er diese Designelemente aus teilweise bis zu 300 Fotos auf Leinwand und kreiert damit ein kohärentes Gemälde. Seine Kompositionen sieht er selbst als sinnbildlich für die „amerikanische Utopie des Konsums”.
Gegenwärtig arbeitet Benjamin Edwards an dem Bild „The Triumph of Democracy”, das seinen Platz in dem 2101L Street-Gebäude in Washington D.C. finden wird. Ein übermächtiges, in kaltem Blau gehaltenes Bild. Die Gebäude sind in Reih und Glied gehalten, nur am Rande brechen ein paar kleinere Häuser stilistisch aus. Das Zentrum des Bildes wird von einer zum Horizont führenden Straße bestimmt, auf dem unzählige Autos ins Bild hinein und aus dem Bild herausströmen. Am Ende dieser Straße erhebt sich ein weiteres Hochhaus, umrankt von einem stilisierten Heiligenschein. Das mag vielleicht der Tempel des Konsums sein, der sich hier über die Stadt erhebt.
Alles in allem hinterlässt das Bild ein gewisses Unbehagen. Im Angesicht dieser monumentalen Anhäufungen von Technik, Architektur, Gradlinigkeiten und dem völligen Auslassen von Natur oder Mensch, scheint jedes Leben entwichen zu sein, und der Betrachter bleibt verstört und bang zurück.









