re:view London Fashion Week – Buntes Treiben an der Themse


22.09.08

Fröhliche Zeiten kommen auf uns zu. Die London Fashion Week endete am vergangenen Freitag, und bewies dass sie nicht zu unrecht ihren Platz zwischen New York und Mailand hat. London zeigt sich vor allem bunt und jung, es ist das erste Experimentierfeld für viele junge Designer. Vieles sieht nach Spaß aus. Adidas by Stella McCartney wurde, wie es sich für eine Sportkollektion gehört, an turnenden und Sport treibenden Modellen gezeigt, John Rocha setzt auf viel mädchenhaftes und bei Giles trug man Eierhüte. London is swinging!

Model Chanel Iman für Nathan Jenden

Model Chanel Iman für Nathan Jenden

Bei den in New York zeigenden Designern fielen die Streifen auf, London ist bei den Drucken mutiger und vor allem Farbe ist angesagt. Affenköpfe und Leopardenmuster in Bonbonfarben, dazu schwingende Kleider aus zusammengesetzten Halbkreisen, zeigte Christopher Kane für sein gleichnamiges Label. Die Kollektion erinnert an Pierre Cardin und Roberto Capucci ohne auch nur ansatzweise als ‘retro’ bezeichnet werden zu können. Sie ist feminin und schafft den Spagat zwischen verspielten Elementen und einer trotzdem strengen Silhouette. Marios Schwab transformierte gedruckte Trapierungen auf T-Shirts zu griechisch anmutenden Kleidern, die mit Kordeln à la Christo gebunden und umwickelt wurden.

Nude ist die Farbe seiner Kollektion, und Leder das herausragende Material. ”This was Schwab’s most conceptual collection yet, arguably one that is powerful enough to push the reset button in how we see proportions”, so Sarah Mower von style.com.

Marios Schwab

Marios Schwab

Blumen und Punkte, die Chealsea Flower Show lässt bei House of Holland grüßen. Eine abstruse Idee, einen Mann in einen Anzug bedruckt mit pastellfarbenen Rosen stecken zu wollen, trotzdem ist es das schönste Outfit der Show. Es gibt im wahrsten Sinne des Wortes gelochte Jeans, Henry Holland kooperiert seit kurzem mit Levi’s, die die ‘Unterhosen’ durchblitzen lassen. Das erste Mädchen bei House of Holland war natürlich Agyness Deyn, Muse des Designers. Sie hat seinen Stil verinnerlicht und wirkt in den Kleidern authentischer als bei vielen anderen Labels. Vergleichsmöglichkeiten gibt es viele, denn Agyness läuft momentan fast bei jeder Show.

Blumen bei House of Holland

Blumen bei House of Holland

Die interessanteste Schau ging gleich am Sonntag über die Bühne, Alom Gur zeigt seine Version von Ossie Clark. Die Hippiekleider des 1996 verstorbenen Designers sind legendär und dienen noch vielen heutigen Designern als Inspirationsquelle, Wolfgang Joop zum Bespiel nutzt eine über Jahre zusammengetragene Sammlung für Wunderkind. Nach Halston nun Ossie Clark. Wieder ein Original das neu zum Leben erweckt wird, und vielleicht wird es ebenso erfolgreich wie vor 35 Jahren.

Der Modezirkus dreht sich weiter, nun kommt Mailand. Mal sehen ob Tanya Dziahileva mittlerweile einen neuen Pass hat und wir wieder ihr schönes Gesicht auf den Laufstegen bewundern können. New York hat auf sie verzichten müssen, weil ihr die Ausreise aus Russland wegen des verlorenen Passes verweigert wurde.

 

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