re:view Paris – Herbstliche Vielfalt
27.01.09
Es lebe Paris! Ja, man kann es nicht anders sagen. Ziemlich schöne Sachen sind wieder über die Laufstege unserer Lieblingsmodestadt gelaufen. Wobei eigentlich gar nicht mal so genau zu sagen ist was denn jetzt besser war? Hmmm, meine beiden Pariser Favoriten sind Dries Van Noten und Lanvin. Ersterer erinnert mich immer sehr an Bernardo Bertolucci’s ‘Die Träumer’. Ich kanns aber gar nicht wirklich an was bestimmten festmachen, Pariser Studenten an der Sorbonne sehen in meiner Vorstellung auch immer so aus, die Rucksäcke und die Mappen unterm Arm verstärken dies noch. Mein Lieblings-Look ist eine caramelfarbener Pullover mit passendem Schal und Hose. Lanvin ist ebenfalls sehr französisch, bisschen Film Noir und Jean Gabin. Alles unheimlich schön gestylt, und wenn mans mal abspeckt und das Dekor lässt sind es tolle Teile deren Materialbeschaffenheit sicherlich (und hoffentlich) keine Wünsche offen lassen.
Wohlfühlen durch Material ist eh das Ding. Es geht nicht mehr nur darum, einen optischen Effekt zu erzielen. ‘Mann’ will vor allem Tragen was ‘Ihn’ gut durch Tag bringt. Gegenentwurf dazu ist dann die erste Menswear-Kollektion von Gareth Pugh. Mein folgendes Ablästern möge mir verziehen werden, aber meine Sichtweise ist nun mal wie sie ist. Also der Gareth, ja, hmmm… Nun ja, seine Frauen finde ich ja ganz gut anzuschauen, ich mag seine avangardistischen Ideen und eine Roisin Murphy ist schon stimmig in den Sachen. Schwieriger wird es wenns an Frau Minoque zu sehen, und den Vogel hat dann vollends Frau Knowles abgeschossen, da gings dann gar nicht mehr. Und die Männer? Man schaut sich diese androgynen Wesen ja gerne mal an, aber bitte aus der Ferne.
Ich habe mir die Kollektionen der Japaner diesmal besonders gerne angeschaut, waren sie soch mit doch ebenfalls wirklich gelungen. Comme des Garçons ist schon ganz cool, Yamamotos Maler und ‘Rabbiner’ noch ein bisschen mehr und Number (N)ine erst recht. Ich fühlte mich da sehr an heimatländische Themenwelten erinnert, von Luis Trenker bis Vilsmaier. Die Rokoko-Jacken möchte ich nicht unbedingt tragen müssen, aber die Hemden in gebrochenen Weiß sind schon ein Traum. Passend dazu macht auch Galliano einen auf Historienfilm, nicht neues eigentlich… Und gar nicht der Rede wert seine Sachen.
Ja, was mag ich denn da noch? Junya Watanabe fällt mir noch ein. Wendejacken haben ja in schlechten Zeiten vor allem einen Vorteil: Sie lassen sich wenden und man hat Zwei in Einem. Ist aber zu wenig um die wirklich gute Idee zu beschreiben. Es erinnert sehr an die Jagt, die Farben und die Materialen haben Schuld daran, aber man möchte gerne Jäger sein.
Ich bin schon eine treue Seele, fühle mich immer wieder zu den gleichen Styles hingezogen. Aber nichtsdestotrotz gibt’s viel Verschiedenes und für alle was. Schön wird der Herbst, was kanns besseres geben.Noch schnell zum Schluss: Oben stehende Zeichnung ist von Richard Haines, seine Blog ‘What I Saw Today’ gehört neben dem Sartorialisten zum Sehenswertesten was es bezüglich der Darstellung männlicher Mode gibt. Unbedingt mal draufschauen!!! Ich danke dem Richard, dass er mir gestattet eine seiner Zeichnung zu verwenden.
Fast vergessen, blöd, Hugo by Hugo Boss hat auch zum ersten Mal in Paris gezeigt und es kam gar nicht schlecht an. Endlich mal wieder ein Menswear aus Deutschland auf dem internationalen Moderadar. Eine ziemlich gelungene Kollektion.








royalhighness
28.01.09 - 10:47h
im ready for fall!!!! sweet sweet sweet…
Anja
28.01.09 - 10:48h
Herbst 09: mein Mann trägt Watanabe.