Fetisch, Reisig und Strickbärte Oder: Walter van Beirendonck und seine Studenten im Kunstmuseum Wolfsburg

Walter van Beirendonck – der belgische Modedesigner steht wie fast kein anderer für unvereinbare Ambivalenzen: knallbunt vs. tiefschwarz, verspielt vs. fetisch, kindlich vs. martialisch, überbordend vs. schlicht! NEIN! Niemals schlicht! Auch Tragbarkeit ist keine Prämisse seiner Entwürfe: Die Aussagen dahinter zählen.

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Auch seine Schüler der Königlichen Akademie der Künste in Antwerpen beweisen, dass sie das Spiel mit dem Publikum beherrschen: Bei der Fashionshow DREAM im Kunstmuseums Wolfsburg, wurden rund 150 Modelle gezeigt, die das Spannungsfeld zwischen Mode und Kunst ausloteten. Kleidung aus geflochtenem Stroh, High Heels ohne Absätze, die an Ziegenhufe erinnern, Reisig unter dem Arm, Strickbärte, Kleider, die bis über den Kopf reichen und die Modelle komplett verhüllen – dem Publikum wurden überraschte „Oh’s“ und „Ah’s“ entlockt, aber auch skeptische Blicke. „Wer soll das tragen“ schienen die Gesichter bei einigen Modellen wortlos zu fragen.

Fashionshow DREAM im Kunstmuseum Wolfsburg, 25. März 2011, Foto: Marek Kruszewski

Kunst und Mode verwischten bei der Ausstellung/Fashionshow – wie bei der Kunst steht es bei den gezeigten Modellen eben nicht im Vordergrund, lediglich dekorativ/tragbar zu sein, sondern eine Idee und ein Konzept zu transportieren, dass sich nicht der Schönheit/Tragbarkeit unterwerfen muss.

Fashionshow DREAM im Kunstmuseum Wolfsburg, 25. März 2011, Foto: Marek Kruszewski

Ebenso wie man sicher keinen Francis Bacon in das Zimmer seiner 5-jährigen Tochter hängen wird, wird man die gezeigten Modelle auch nicht bei der Oscar-Verleihung ausführen. Das ist den Designern klar. Vielmehr wollen sie provozieren, zum Nachdenken anregen, in parallele Welten entführen, aufrütteln. Und das haben sie geschafft! Ist das nicht mehr Wert als bloße Tragbarkeit? Ihrem Professor sei Dank!

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