Alienjagd in der Wüste und andere Abenteuer: Fünf ungewöhnliche Reistetipps für den Südwesten der USA

Die Golden Gate Bridge entlang schlendern und den Ausblick auf Downtown San Francisco genießen? Die Casinos in Las Vegas erkunden und das eine oder andere Glücksspiel wagen? Alles Klassiker, wenn man sich auf  Reisen in den Südwesten der Vereinigten Staaten macht. Aber irgendwie auch alles Standardprogramm. Es gibt einige Perlen in den Weiten Kaliforniens, Nevadas und Arizonas, die oft unentdeckt bleiben und in vielen Reiseführern nicht vorkommen. Wir stellen sie hier vor.

1.     Area 51:

Quelle: Anastasia Hansen

Sie taucht in zahlreichen Filmen auf und ist Lieblingsthema vieler Verschwörungstheoretiker – die berühmt-berüchtigte Area 51. Dabei handelt es sich um eine Militärbasis mitten im Nirgendwo der Wüste Nevadas, ungefähr zwei Stunden von Las Vegas entfernt. Das Besondere? Neben der Entwicklung streng geheimer Flugzeuge ist die Basis bekannt für eine bunte und schräge Vielfalt an Gerüchten, die sich rund um Aliens, UFOs und Co. drehen. Und ganz gleich, ob man Skeptiker ist oder selber gerne Verschwörungen spinnt: Sobald man hier ist, greift sofort eine unheimliche Atmosphäre um sich. Erst recht, wenn man mutterseelenallein in der Wüste steht und plötzlich das ohrenbetäubende Geräusch eines Überschnallknalls hört. Natürlich, ohne ein Flugzeug  zu sehen.

Der Highway 375, der zur Area 51 führt, trägt passenderweise den Namen Extraterrestrial Highway. Empfohlen sei hier der kleine Ort Rachel, der ungefähr 25 Meilen von Groom Lake entfernt ist. Neben Alien-Merchandise-Kitsch trifft man im Diner „The Little A’Le’Inn“ auf eine charmante Dame, die köstliche Alienburger zaubert. Mit Rindfleisch natürlich. Hoffentlich.

Zur Area 51 geht es dann über eine ungepflasterte Straße. Sobald die Militärbasis beginnt, ist die Straße asphaltiert. Einige Warnschilder sorgen dafür, dass Reisende dies nicht übersehen. Besser ist es: Begeht man den Fehler, die Grenze zu überschreiten, ist ratzfatz die Polizei da und eine saftige Geldstrafe steht an. Für das zusätzliche Abenteuergefühl sorgen reichlich Trucks, von denen aus man beobachtet wird und die genauso schnell wieder verschwinden, wie sie aufgetaucht sind. Fazit: Ein kurzer Nervenkitzel inklusive Mysterygefühl für die etwas Durchgeknallten unter uns.

Weitere Infos: http://www.dreamlandresort.com/

2.     Lost Dutchman State Park:

Quelle: Anastasia Hansen

Dieser Park befindet sich in Arizona, nicht weit entfernt von der Hauptstadt Phoenix. Er liegt am Apache Trail, einem Pfad, den die Apachen einst durch das Tal des Salt Rivers nahmen. Hier haben wir wieder einen Ort, der durch die unheimliche Abwesenheit von Menschen glänzt. Und durch eine atemberaubende Landschaft: Eine Unmenge an Kakteen und Wanderwegen, so weit das Auge reicht. Vorsicht und festes Fußwerk sind geboten – neben der beißenden Hitze lauern weitere Gefahren in Form von Klapperschlangen und Taranteln auf die Besucher. Da wirken die großen Greifvögel, die über die Köpfe schwirren, fast schon beruhigend.

Der Lost Dutchman State Park wirkt, als sei er einem Westernklassiker entsprungen. Der ideale Hintergrund für zahlreiche Fotos. Passend dazu gibt es in der Nähe auch die Geisterstadt Goldfield, in der einige gut erhaltene Häuser aus Goldgräberzeiten bewundert werden können.

Weitere Infos: http://www.pr.state.az.us/parks/lodu/index.html

3.     Folsom Prison:

Quelle: Anastasia Hansen

Der geneigte Leser wird sich fragen: Wieso empfehlen wir ein Gefängnis? Die Musikfreunde kennen bestimmt die Antwort: Johnny Cash. Der “Man in Black” hat das Folsom Prison berühmt gemacht, da er dort drei Konzerte für die Insassen gab. Das erste davon wurde sogar vollständig aufgenommen und ist in jedem gut sortierten CD-Geschäft zu finden. Auch das bewegte Bild hat sich  dem berühmten Konzert gewidmet, im Biopic „Walk the Line“ mit Joaquin Phoenix als Cash.

Gleich neben dem Gefängnis gibt es ein kleines Museum, in dem man mehr über seine Geschichte und auch die Auftritte Cashs erfahren kann. Das Gefängnis wurde 1880 gebaut und es gab ursprünglich weder Strom noch Wasserquellen für die Gefangenen. Ein unheimliches Ausstellungsstück sind verschiedene Messer, die Gefangene heimlich im Laufe der Jahre hergestellt hatten. Besonderes Highlight im Museum: Der Herr am Eingang. Ein älterer Mann, der mit vielen spannenden Geschichten aufwartet und fröhlich mit einem Akzent quakt, der den Südstaaten entsprungen sein könnte.

Weitere Infos: http://www.folsomprisonmuseum.org/

4.     Earthquake Trail:

Quelle: Anastasia Hansen

Kalifornien fasziniert durch eine Vielzahl von Nationalparks. Ein weniger bekannter ist Point Reyes bei San Francisco. Unter den vielen interessanten Orten, die man hier besichtigen kann, befindet sich auch der Earthquake Trail. Dabei handelt es sich um einen Pfad, der genau neben der San-Andreas-Verwerfung verläuft. Dies ist sogar just jener Abschnitt, der 1906 das furchtbare Erdbeben in San Francisco ausgelöst hatte. Die Spalte wird durch mehrere blaue Pfähle gekennzeichnet – die Gegend ist durch so viel Grün geprägt, dass man sie sonst gar nicht erkennen könnte. Außerdem gibt es dort auch einen Zaun, der durch die heftigen Stöße des Erdbebens in zwei Teile gespalten wurde. Wie das aussieht, kann man auf dem Foto sehen.

Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn man sich zu Point Reyes aufmacht, sei einem die bezaubernde Aussicht auf dem Weg ans Herz gelegt. Man gelangt über den kurvigen Highway 1 dorthin, der direkt an der Pazifikküste entlang verläuft. Also: Ruhig einmal aussteigen und abschalten!

Weitere Infos: http://www.nps.gov/pore/index.htm

5.     Winchester Mystery House:

Quelle: Anastasia Hansen

San Jose bietet mit dem Winchester Mystery House eine ganz besondere Erfahrung: Das Haus mit über 160 Zimmern ist der reinste Irrgarten, überall gibt es verwinkelte Flure. Man trifft dort auf Türen und Fenster, hinter denen direkt eine Wand liegt. Oder man stößt auf eine Treppe, die ins Nichts führt. Außerdem hatte Mrs. Winchester, die das Haus geplant und ausgestattet hat, ein Faible für die Zahl 13. Daher gibt es beispielsweise Fenster, die über 13 Verzierungen verfügen und ähnliches.

Was hat die Frau sich dabei gedacht? Die Antwort ist einfach wie merkwürdig: Sie wollte mit dem Haus und seiner verwirrenden Architektur Geister fernhalten, die sie für mehrere Schicksalsschläge in ihrem Leben verantwortlich machte. Mrs. Winchester hatte mit ihrem Ehemann, dem Eigentümer der Winchester Rifle Company, eine gemeinsame Tochter. Sie verstarb, als sie nur sechs Wochen alt war. 15 Jahre später starb der Ehemann an Leukämie. Mrs. Winchester war verzweifelt und konnte nicht verstehen, warum ihr all das widerfahren war. Als sie daraufhin zu einem Hellseher ging, teilte dieser ihr mit, dass sie in den Westen der USA ziehen und dort anfangen müsse, ein Haus zu bauen. Vor allem aber sagte er ihr, dass es wichtig sei, dass sie immer an diesem Haus baue, um die Geister jener Menschen zu besänftigen, die durch Gewehre der Marke Winchester ums Leben gekommen waren. Er gab just diesen Geistern die Schuld an ihren Verlusten. Also zog Mrs. Winchester nach San Jose und kaufte ein Bauernhaus mit acht Zimmern. Die Bauarbeiten fingen 1884 an und hörten 1922 auf, als sie starb. Obwohl sie keinerlei Ahnung von Architektur hatte, wurde alles in dem Haus aufgrund ihrer Wünsche und Pläne gebaut.

Alles in allem, hat sie mehr als fünf Millionen Dollar in ihr Haus investiert. Bis zu ihrem Tod, führte Mrs. Winchester ein zurückgezogenes Leben und empfing keine Gäste. Sogar Präsident Roosevelt ließ sie bei einem Besuch direkt wieder wegschicken.

Weitere Infos: http://www.winchestermysteryhouse.com/

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Kommentare zu diesem Beitrag


Die Saguaro-Kakteen, die man auf dem Bild sieht, gibt es in den USA nur in Arizona. Ein Abstecher in diesen Bundesstaat lohnt sich also allein schon deshalb!!

von Newman am 30.03.11