Zombie My love

Vor mehreren Jahren habe ich mein Faible für Zombies entdeckt: Der erste Zombie-Film, an den ich mich bewusst erinnere, ist „28 Days later“ von Danny Boyle. Ich war sofort von diesen etwas schlicht wirkenden und übellaunigen Wesen fasziniert. Da musste gleich Nachschub her und ich habe mir alles angesehen, was ich in die Finger bekommen habe. Da war natürlich auch viel Schund dabei, aber ich habe das Wesen der Untoten ausgiebig studieren können.

Der gewöhnliche Zombie ist ein recht ungemütlicher Zeitgenosse: Auf Körperpflege legt er wenig wert, auch ist seine Kleidung oft verschmutzt und gegenüber Lebenden benimmt er sich äußerst aggressiv. Dieses mangelnde Interesse am Wohlbefinden seiner Mitmenschen hat natürlich auch seine Vorteile. Schließlich muss der Normalsterbliche viel Zeit aufwenden, um jeden Tag wie ein gepelltes Ei vor die Haustür zu treten.

Quelle: http://www.flickr.com/photos/g205/441858611

Der Zombie aber besinnt sich auf seine Urinstinkte: Sein ganzes Tun dreht sich allein um die Nahrungssuche. Dass seine Lieblingsspeise Menschenfleisch ist, führt zwangsläufig zu Konflikten mit den Lebenden. In den letzten Jahren kamen allerdings einige Überlebenshilfen für Normalsterbliche auf den Markt. Das Standardwerk stammt von Max Brooks, Sohn des legendären Regisseurs und Schauspielers Mel Brooks. Sein „Zombie Survival Guide“ erläutert die typischen Verhaltensmuster von Zombies und gibt hilfreiche Tipps, wie man sich vor Untoten versteckt oder im Ernstfall eine Attacke abwehrt. Für all diejenigen, die ungern ein Buch in die Hand nehmen, empfehle ich den als Komödie deklarierten Aufklärungsfilm „Zombieland“. Sehr anschaulich wird hier beschrieben, welche Gefahren nach einer Zombieepidemie hinter jeder Ecke lauern könnten. Die Hauptfigur Columbus, ein World of Warcraft-Nerd vom College, hat bereits nach dem Ausbruch eines Zombievirus’ trotz scheinbar körperlichen Unvermögens überlebt.

Seine Survival-Tipps:

  1. Zombies greifen Menschen an den ungünstigsten Orten an. Sei also wachsam, wenn du auf der Toilette sitzt.
  2. Kommt dir ein Ort zweifelhaft vor, halt dir einen Notausgang bereit.
  3. Schau immer auf den Rücksitz; wer weiß, was sich dort verbirgt.

    Auch in einigen Computerspielen kann man sich am Zombietöten versuchen. „Resident Evil“ ist da sicherlich eines der bekanntesten Spiele. Auch „Plants vs. Zombies“ erfreut sich großer Beliebtheit. Erbsenkanonen schießen hier auf Zombies und die richtige Anpflanzung von Kartoffeln soll die Untoten vom Vordringen zu deinem Haus abbringen. Allerdings fürchte ich, dass das Training für den Ernstfall hier mangelhaft ist und sich diese Methode nicht auf die Realität übertragen lassen.

    Quelle: http://www.flickr.com/photos/transit-of-venus/5154830956

    Wie sich ein Untoter unter den Lebenden fühlen muss, habe ich im letzten Winter am eigenen Leib erfahren. Eine Bindehautentzündung hatte mich für mehrere Tage unfreiwillig wie einen Zombie aussehen lassen. Jetzt weiß ich, wie ausgestoßen man sich fühlen kann. Ängstliche Blicke, trotz Rush Hour genügend Platz in der U-Bahn und falls sich doch mal jemand traut, dich auf der Straße nach dem Weg zu fragen, schlägt er bestimmt die andere Richtung ein. – Diese Erfahrung hat meine Liebe zu Zombies nur noch weiter wachsen lassen. Your Favorite Martian besingen es treffend in ihrem Zombie Love Song: „I’ve never been so true, but if my heart were still beating, it would beat for you. Oh I wanna steal your heart and eat your brains.“

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