Fashion Week Berlin Review: Tag 1 – Michael Sontag, CELIACZERLINSKI, Lena Hoschek, Dimitri, Rebekka Ruétz, C’est tout

Der Modezirkus hat wieder Halt gemacht in Berlin. Auf der Mercedes Benz Fashionweek zeigten Designer zum ersten Mal an der neuen Location am Brandenburger Tor, was im nächsten Sommer Trend ist.

Lena Hoschek
Lena Hoschek

Quelle: http://www.mercedes-benzfashionweek.com/

Michael Sontag

Für einen gelungenen Auftakt der diesjährigen MBFWB sorgte Jungedesigner Michael Sontag. Er griff DAS Thema des Sommers 2012 auf: Seide, so weit das Auge reicht. Fließender Glanz umschmiegte die Models auf dem Laufsteg und enthob sie dank der Leichtigkeit der Kleider förmlich der Schwerkraft. Dabei versteht es Sontag, diese kostbare Naturfaser so einzusetzen, dass der weibliche Körper einerseits verhüllt ist, auf der anderen Seite aber immer wieder in seiner wunderbaren Form zu erahnen ist. Einige der Modelle wirken nahezu skulptural. Überraschend der Farbeinsatz: Im Gegensatz zum diesjährigen “Color-Blocking”-Trend geht es im nächsten Jahr zu natürlichen Farben. Sontag geht sogar so weit, typische Herbsttöne in den Sommer zu holen.

Quelle: http://www.youtube.com/user/MBFWBerlin

CELIACZERLINSKI

Eine weitere Neuerung bei der MBFWB: Das Studio. Hier erhalten Nachwuchsdesigner die Möglichkeit, ihre Kollektionen dem Fachpublikum zu zeigen. Den Auftakt machte CELIACZERLINSKI mit ihren Lederaccessoires. Handgemachte Taschen, Geldbörsen und Gürtel aus Leder standen im Mittelpunkt. Ein wunderbares Mobilé aus bonbonfarbenen Taschen erwartete die Besucher und präsentierte die Taschen so auf für eine Fashionshow ungewöhnliche Weise. Eine Teil von Czerlinski ist nicht nur für die Taschensüchtige ein Muss, sondern für alle, die Wert auf qualitativ hochwertige Handarbeit legen.

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Lena Hoschek

Endlich mal wieder eine Modenschau, die wirklich Spaß macht. Von den Kleidern über die Musik bis hin zum Publikum: Hut ab. Natürlich standen bei Lena wieder die 50er Jahre im Mittelpunkt. Polka Dots, Streifen, Karos, Blumen – ein buntes Potpourri an Mustern und Farben erinnerten an ein Rimini, das damals selbst in der Realität nicht schöner gewesen sein kann. Kurze hochgeschnittene Hosen zeigten ebenso wie elegante Hosenanzüge und die typischen 50ies Kleider, wie sexy frau sein kann. Absolutes Highlight war das Brautkleid am Ende der Show. Ein Traum von einer Bauernhochzeit kam bei der weißen Robe auf und begeisterte das gesamte Publikum. Selbst dieses war übrigens ein Hingucker: Petticoats, aufwendige Frisuren, knallrote Lippen wohin man auch sah. Lena hat eine treue Anhängerschaft und nach der Schau weiß man auch warum: Mit Lena Hoschek trägt man nicht nur Mode, sondern ein Lebensgefühl – und das ist es, was Spaß macht.

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Der Jungdesigner aus Italien zeigte die perfekten Abendroben. Wie gemacht für eine private Poolparty in einer lauen Sommernacht in L.A. Nicht nur ob der gleichen geografischen Herkunft fühlte man sich hier und da an Versace erinnert. Die kurzen Kleider aus fließender Seide sind so sexy und weiblich, dass jede Frau alle Blicke auf sich zieht. Dazu gab es viele Bustierkleider zu sehen, die mit Gegensätzen spielten. Oben fast starr und formend - Gaultier stand Pate – gingen die Roben in Seide und Chiffon über und schafften so einen spannungsgeladenen Bruch. Dieser wurde durch braune Leder-Strap-Corsagen, die wahrscheinlich so manchen entfernt an Vogelkäfige erinnerten, verstärkt. Und geht es nach Dimitrios Panagiotopoulos, wird der nächste Sommer vor allem eines: crèmefarben.

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Rebekka Ruétz

Ebenso wie DIMITRI setzt auch Ruétz auf Gegensätze und das Material Seide. Besonders spannend waren die Kombinationen der beiden Naturmaterialien Leder und Seide. Das steife, starre und schwere Leder scheint auf den ersten Blick nicht die luftige Seide zu erdrücken. Doch erst beim zweiten Blick erkennt man, dass es in Wirklichkeit die Seide ist, die Oberhand gewinnt. Mit ihrer Leichtigkeit beflügelt sie nahezu die Kleider und gibt dem Leder eine neue Qualität.

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C’est tout

Nein, davon bekommen wir nie genug. Die sehnlichst erwartete neue Kollektion des Labels fand großen Anklang beim Publikum. Tragbare Mode stand hier ganz im Mittelpunkt. Besonderheit: C’est tout wandelte einen der diesjährigen Sommertrends ab und haucht ihm so für eine weitere Saison Leben ein – der Maxirock. Das Neue ist, dass dieser aus Seide (natürlich) gefertigt ist.  Und: atemberaubende Schlitze machen die Beine zum Zentrum der Aufmerksamkeit. Im Gegensatz zu den aktuellen Röcken, die alles verdecken, bekommt man im nächsten Jahr wieder etwas zu sehen – wenn sich die Trägerin für C’est tout entschieden hat.

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