Eine Kassette. Eine Tracklist. Eine Liebeserklärung – Das Mixtape?!
Vor einiger Zeit habe ich von einem Mann ein ganz entzückendes Geschenk bekommen: Ein Mixtape! Da ich diese Form der Zuneigungsbekundung eigentlich schon fast für ausgestorben hielt, möchte ich meinen Eintrag diesem musikalischen Gesamtkunstwerk widmen. Zuallererst muss man natürlich klar stellen, dass sich in unserer digitalen Zeit so rein gar nichts mehr um die gute alte Audiokassette dreht, so wie ich es noch aus meiner holden und weit zurückliegenden Kindheit schätze. Heute muss man sich mit einer kleinen silbernen Scheibe oder schlimmer noch mit einem unpersönlichen Ordner auf dem Rechner zufriedengeben, mit dessen Hilfe man alles mühelos mit ein paar Mausklicks platzieren kann. Dennoch freue zumindest ich mich wie eine 10-jährige über diese wirklich kreative Art der Zuneigung.
Nun stellt sich die Frage – zumindest mir als Musikliebhaberin – auf welche Art und Weise dieses wundervoll individuell gestaltete Musikkonglomerat zusammengestellt wurde. Dies ist von fundamentaler Bedeutung für den Genuss des Tapes und für die weitere Beziehung zu der schenkenden Person. Dazu sagte bereits Rob Gordon aus High Fidelity: „To me, making a tape is like writing a letter. There’s a lot of erasing and rethinking and starting again. A good compilation tape, like breaking up, is hard to do.“
Wenn es – wie in meinem Fall – mit einer Passage von Charles Bukowski über Style eingeleitet wird, ist das schon mal ein ziemlich fulminantes Intro. Da beginnt man darüber zu sinnieren, wie denn nun wohl die weiteren Spannungsbögen gezogen werden könnten. Mein besagter Mann hat die perfekten Übergänge geschaffen: von aggressivem 90er-Jahre-Hip-Hop über experimentellen Acid Jazz bis zu bezaubernder Gitarrenmelancholie. Das Outro besticht dann auch noch durch eine fabelhafte Passage von dem großartigen und leider bereits verstorbenen Frank Giering aus dem nicht minder fantastischen Film „Absolute Giganten“. Das Ganze wurde natürlich abgerundet mit einer ordentlichen Prise versteckter Nachrichten.
Also, ich rate jedem zu mehr Kreativität bei dem Arrangement eines Mixtapes, dann klappt‘s auch mit der Frau, respektive dem Mann. Mit der richtigen Mischung kann ein Mixtape viel mehr sein als nur die Summe seiner einzelnen Tracks.












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