Mercedes Benz Fashion Week Berlin: Review Tag 2 – Don’t shoot the messengers, Kaviar Gauche, Laurèl, Karlotta Wilde, Irina Schrotter, Sissi Goetze, Guido Mario Kretschmer und Hien Le

Don’t shoot the messengers

Inspiriert vom indonesischen Stamm der Mentawai kreiren DSTM eine Kollektion für Großstadtamazonen: Leder, Seide sowie Federn sorgen für einen starken, ungebändigten Look. Selbst die eleganten, bodenlangen Seidenkleider wirken wie eine Raubkatze vor dem Sprung. Vorherrschende Farbe ist Schwarz und die Schnittführung formt den Körper ohne ihn einzuengen. Besonderes Highlight war das Abendkleid mit tiefem Rückenausschnitt in schwarz, gesäumt von grün-schwarz schimmernden Federn. Sehr empfehlenswert für die Männer: Der Mantel mit XL-Kragen, der gleichzeitig als Mütze fungiert.


Quelle: Mercedes Benz Fashion Week

Kaviar Gauche

Die Frau als Göttin. Diesem Motto folgend betritt ein Model mit nicht viel mehr als einem Chiffontuch bedeckt den Laufsteg und ebnet die Bühne für eine der bislang besten Schauen. Bei Plisséeröcken und an Togen erinnernde Kleider denkt man sofort an die Göttinnen des Olymps Athene, Aphrodite & Co. Schön und stark. Besondere Akzentuierung erfahren die Schultern durch Rüschungen aus feinstem Chiffon und die Hüfen mit dezenten Schößchen – ein wiederkehrendes Detail dieser Fashion Week.


Quelle: Mercedes Benz Fashion Week

Laurèl

Chic und sophisitcated – Laurèl. Schmal geschnittene Hosen zur Verlängerung der Beine bis zum Himmel. Hosenanzüge und Pelz – als Stola, Stulpe oder Tube – so weit man schauen konnte. St. Moritz wir kommen. Besonders die bodenlangen, luftigen Kleider am Ende der Schau waren ein Hingucker. Nicht zu vergessen die Felltaschen. Ansonsten gab es wenig Überraschungen, dafür viel Eleganz. Aber: Was sollten die E-Zigaretten? Entweder ganz oder gar nicht.


Quelle: Mercedes Benz Fashion Week

Karlotta Wilde

Materialien wie Seide, Filz und Wolle verleihen immer eine gewisse Natürlichkeit. Aber erst in der Kombination der Stoffe kommt diese vollends zur Geltung. Wilde meistert diese Aufgabe in ihrer neuen Kollektion: Seide mit unversäumten Nähten – weich fließend – in Verbindung mit schieferfarbenem Filz; Chiffonplissée zu grobem Feinstrick. Alles steht in Harmonie wie der karge Fels in der wogenden Brandung.


Quelle: Mercedes Benz Fashion Week

Irina Schrotter

Die Rumänin zeigt erstmals eine Einzelshow bei der Fashion Week. Auffällige Elemente waren die Mini-Schwalbenschwänze an Blazern und übergroße, aufgesetzte Taschen. Für Frostbeulen dürften die Beinkleider von Schrotter übrigens nichts sein: Hot Pants schützen schlecht bei Minusgraden. Gerne darf bei der nächsten Kollektion ein wenig mehr gewagt werden. Ein guter Anfang sind etwa der wattierte, ärmellose Blazer oder der wattierte Egg-Shape-Mantel.


Quelle: Mercedes Benz Fashion Week

Sissi Goetze

Die Männer sind an der Reihe. Bei Sissi Goetze. Die Schlichtheit in Kombination mit besonderen Details wie das Fehlen von Revers, Krägen oder ganze Blouson-Ärmel sind klar hervorzuheben. Dennoch weckt die Kollektion im Gesamtblick einen Eindruck von Tristesse, hervorgerufen durch die allzu gedeckten Farben. Die spannenden Details gehen leider ein wenig unter. Aber das Label ist noch sehr jung und auf einem guten Weg, den eigenen Stil zu schärfen.


Quelle: Mercedes Benz Fashion Week
 

Guido Maria Kretschmer

Mit seiner Kollektion “Damoi” entführt uns Kretschmer in den fernen Orient. Dies wurde bereits beim Auftaktmodell – einem an einen Kimono erinnernden Kleid – offensichtlich. Es folgten Roben mit Asia-Prints wie etwa Kirschblüten – selbstverständlich in glänzender Seide. Zwar waren bei Kretschmer keine schrillen Farben oder avantgardistische Spielereien zu erwarten, dennoch ist vor allem eine Smokingjacke aufgefallen, die sich bei näherem Betrachten als Cape herausstellte. Fürs nächste Mal weniger Abendroben und mehr von diesen Aha-Effekten.


Quelle: Mercedes Benz Fashion Week
 

Hien Le

Hien Le bringt uns Farbe in den Winter. Und ich meine damit: Apricot, Mint und helles Blau. Dazu raffinierte Details wie Mäntel ohne Kragen. Männer müssen im nächsten Winter Mut beweisen: apricotfarbene Hemden sind nicht jedermanns Sache, aber definitiv eine Überlegung wert. Besondere Spannung wird dadurch aufgebaut, dass Le gegen diese eher frühlingshafte Farbe einen Mantel in winterlichem Cognac setzt. Wer wagt gewinnt – stimmt.

Quelle: Mercedes Benz Fashion Week

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Kommentare zu diesem Beitrag