Erwachsen oder so was in der Art
Allein die Anfangsszene lässt den Zuschauer fasziniert in den Sitz rutschen und in freudiger Erwartungshaltung direkt in den Film einsteigen: Mavis ist 37, frisch geschieden und lebt mit ihrem Hund mit dem Namen „Dulce“ in Mini-Apple (für alle anderen Minneapolis). Dort vegetiert sie aber nur vor sich hin. Eigentlich Autorin (aber irgendwie nur Ghostwriterin einer schon längst nicht mehr aktuellen Jugendbuchreihe) verbringt sie ihre Tage mit schlafen, ein bisschen schreiben und nicht zu vergessen – Alkohol, vieeeel Alkohol. Aufgeschreckt aus ihrem alltäglichen Dasein wird sie erst durch ein Foto, das per Mail bei ihr eintrifft – ein Babyfoto ihres Ex aus ihrer verhassten Heimatstadt Mercury. Immer wieder sieht sie sich das Foto an (mit Streifen überseht, weil die Farbe ihres Druckers nicht mehr mitmachte) und landet spontan wieder dort, von wo sie nach der High School nicht schnell genug fliehen konnte – mit nur einem Gedanken: Ihr Ex kann so nicht glücklich sein, mit Frau und Kind in einer Stadt die nach Fisch stinkt. Was er braucht? Na sie! Die ehemalige Schönheitskönigin, voller amerikanischer Klischees: Cool, hip, arrogant, intrigant und die Menschen um sich herum schon immer ignoriert. Genauso wird sie auch empfangen, aber die fortlaufende Situationskomik entsteht genau dadurch: Eine wunderbare Charlize Theron, die beim Schulabschluss stehengeblieben ist. Kleinstadt, Kinder kriegen? Nee, ich will mehr vom Leben, was Größeres und ich bin eh viel besser als alle anderen. Nur der Ex, der ist toll, aber irgendwie nicht an ihr interessiert – oder doch? Mehr soll hier nicht verraten werden, nur soviel: der Schluss ist kein typisches „der-Schmalz-tropft-nur-so“-Ende.
Mir hat der Film „Young Adult“ einen wundervollen Berlinale-Abend im Friedrichstadt-Palast, dem größten Revuetheater Europas, beschert. Auch der Regisseur Jason Reitman (bekannt durch „Juno“ und „Up in the Air“) und Hauptdarsteller Patton Oswalt waren vor Ort und ließen sich bejubeln. Sie haben einen charmanten, witzigen Film geschaffen mit einem tollen Soundtrack gleich dazu. Allein der Auftritt der Kleinstadtmütter mit dem passenden Namen „Nipple Confusion“ ist absolut sehenswert.








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