Tage wie dieser oder wenn schon Kommerz, dann richtig!

Nach dem Ursprung vieler Feiertage befragt, zucken die meisten nur mit den Schultern. Falsche Motive führen dazu, dass wir an Weihnachten nicht mehr Christi Geburt sondern „Geschenke“ feiern und Oster mehr mit Bunten- oder Schokoeiern als mit Auferstehung Jesu in Verbindung bringen.

Nun soll das hier kein Abgesang auf das Christentum werden, sondern nur ein kleiner Weckruf aus gegebenem Anlass. Am Sonntag ist nämlich Muttertag (aaaaaaaah!) und außer allen Müttern dieser Erde (ha ha!) freuen sich vor allem die Blumenhändler und Pralinenverkäufer.

Das ist keineswegs verächtlich gemeint. Seiner Mutter – der Person auf Erden, die einem das Leben geschenkt hat und es, zumindest den meisten von uns, unter Aufbringung all ihrer Kräfte zu versüßen versucht hat – eine Freude zu machen ist eine sehr schöne Sache. Ich wehre mich hier lediglich dagegen es nur zu tun, weil eben der zweite Sonntag im Mai ist – und aus zwei weiteren Gründen.

Mama hat mehr verdient

Wenn ich meine Mutter wäre, hätte ich mir als Kind gesagt: „Anstatt an einem Tag außerordentlich nett zu sein, fände ich es viel schöner, jeden Tag Deine Wertschätzung zu erfahren“. Wenn ich jemanden ein Jahr lang nicht so behandle, wie es dieser Person zusteht – Mutter oder nicht – dann sollte ich nicht erwarten es mit einer einmaligen Aktion wieder gutmachen zu können. Klar, einmal ist besser als keinmal, aber wenn es jemand verdient hat, und zumindest meine Mutter hat das sicher, dann jeden Tag oder zumindest jedes Mal wenn ich mit ihr zu tun habe.

Die Erfinderin wollte den Muttertag abschaffen

Viel schlimmer als der Versuch einer Wiedergutmachung für zu wenig Anerkennung oder Aufmerksamkeit im letzten Jahr, als die man die Geste sehen kann, ist aber der windige Gedanke sich damit freizukaufen. Ein Strauß Blumen und eine teure Schokoladenschachtel zaubern auch nur dann ein Lächeln hervor, wenn davor nicht schon alle Erde verbrannt worden ist. Schaut man sich an, wann und warum der Muttertag entstanden ist, wird schnell klar: mit Geschenken hat das nicht viel zu tun. Die Erfinderin, Anna Marie Jarvis aus den USA, hat diesen Tag als Gedenktag (nicht Geschenktag!) an ihre tote Mutter ins Leben gerufen und versucht diesen Respekt in alle Teile Amerikas zu verbreiten. In Deutschland wird der Tag seit 1922 begangen. Wikipedia definiert ihn als „ … nicht gesetzlich verankert, vielmehr basiert dessen Datum auf Übereinkünften von Wirtschaftsverbänden.“. Und die Erfinderin Anna Marie hat ihre Versuche den Tag größer zu machen eingestellt, je kommerzieller dieser Tag wurde. (http://de.wikipedia.org/wiki/Muttertag).

Ein Video – und das obwohl es von einem der größten Konsumgüter-Konzerne der Welt, sozusagen dem Kommerzteufel schlechthin, ist – zeigt eindrucksvoll, mit tollen Bildern und mit großen Emotionen, was Mütter weltweit bisweilen für ihre Kinder auf sich nehmen. Frei nach dem Motto: Wenn schon Kommerz, dann wenigstens schön. Ich empfehle dringend, sich beim Ansehen für zwei Minuten etwas zu besinnen, bevor dann das Standart-Muttertags-Bouquet verschenkt wird.

Es darf geweint werden.

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