Re:view London Fashion Week – Pantone und Blumen

Kinder Aggugini
Kinder Aggugini

Die Fashion Week London ist vorbei und klar gab es wieder viele junge Talente zu bestaunen, beachtliche Kollektionen und auch solche die schnell wieder vergessen sind. London, immer ein wenig im Schatten der Modestädte Paris und Mailand, ist dennoch eine Betrachtung wert. Nicht zuletzt wegen der von Central Saint Martins, der Talentschmiede schlecht hin. Viele Designer die in London ihre erste Kollektion zeigen sind häufig Absolventen dieser Schule. Hier werden später gerne die neuen Kreativköpfe großer Marken zusammengecastet, John Galliano ist nur ein Beispiel. Das neueste Gerücht: Gareth Pugh wird Dior Homme übernehmen und Kris van Assche ersetzen.

Central Saint Martins
Central Saint Martins

Kinder Aggugini, ebenfalls einer dieser Erwähnten, hat nach Zwischenstopps bei Versace und Vivienne Westwood sowie beim Schneider Huntsman in der Savile Row seine erste eigene Kollektion gezeigt. Die Einflüsse seiner ehemaligen Brotgeber sind gut erkennbar. Zusammen ergeben einen spannenden Mix. Die Damen der Upper Class finden sicherlich ebenso Outfits für die Teestunde wie deren Töchter, die sich dann die Nächte mit englischen Prinzen um die Ohren schlagen.

Auch Giles Deacon findet einen guten Spagat zwischen Eleganz und Partytauglichkeit. Seine Korsagenkleider erinnern an die 40-er Jahre und lassen auch der Queen nicht unbedingt die Schamesröte ins Gesicht steigen. Anders als die mit Stacheln besetzten Hängerchen. Deacon zeigte zugleich einen Trend der schon in New York zu sehen war: Fellstulpen an den Unterarmen welche bereits bei  Michael Kors und Donna Karan zu sehen waren.

Wiederum ein anderer Trend ist die Vergänglichkeit von Models: Die Ära Agyness Deyn könnte tatsächlich ein Ende finden. War sie im Herbst noch so gut wie bei jeder Schau zu sehen, macht sie sich recht rar. House of Holland hat sie allerdings eröffnet, aber für eine Muse gehört sich das auch so. Und Agyness hin oder her, die Kollektion selbst hat auf jedenfall einen unheimlich hohen Wiedererkennungswert. Henry Holland hat seinen PANTONE-Fächer einfach vergrößert und auf die Kleider übertragen. Obwohl dieser in jedem Atelier zu finden ist, kannte ich es so noch nicht. Neben Variationen in Pink, Lila und Grün ist vor allem eine grauer Mantel aus Mongolenlamm Hingucker. Bei den Typen galt Ähnliches, so hatte Ash, die männliche Pandon zu Aygness, die Ehre, bei der Show den unverwechselbaren grauen Anzug zu tragen. Aus der Kollektion sollte man auf jeden Fall ein Teil sein eigen nennen, also kaufen!!!

Ash bei House of Holland
Ash bei House of Holland

Neben all den Schauen hatte London zusätzlich ein Event zu bieten, das ein Stück weit die Kultur des Vereinigten Königreichs feierte: Hutmacher Stephen Jones wurde mit einer Sonderausstellung im Victoria & Albert Museum gewürdigt.

Zur Eröffnung kamen alle die in der englischen Mode von Bedeutung sind. Unter anderem die beiden Modelikonen Kristen McMenamy und Erin O’Connor. Die Gattin des Premierministers Sarah Brown war benfalls anwesend… Nur die Queen selbst, als Hutträgerin Nummer Eins, hat lieber ein Denkmal enthüllt und fehlte unentschuldigt.

Erin O'Connor und Stephen Jones
Erin O'Connor und Stephen Jones

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