Dumm fickt nicht immer gut Oder: Autorin Mia Ming über peinliche Sexkapaden

Mia Ming ist eine deutsche Autorin, die in ihren Büchern über peinliche Sex-Abenteuer von Freunden und Bekannten berichtet – von amüsant über skurril bis völlig blamabel. Wer also schon immer Bestätigung finden wollte, dass es auch bei anderen mal hakt und zwickt, ist bei Mia Mings Geschichten genau richtig. Für TheJunction stand sie Rede und Antwort.

Quelle: Schwartzkopf & Schwartzkopf; Foto: Moritz Thau.

Was macht den Reiz an peinlichen Sex-Geschichten – für den Leser und für den Autor – aus?

Schlechter Sex bietet oft Stoff für amüsante Anekdoten, außerdem erkennt man sich selbst in manchen Geschichten wieder – also Schadenfreude und geteiltes Leid in Einem.

Welche ist Deine Lieblings-Sexkapade aus Deinen Büchern?

Vielleicht die böse Geschichte einer Freundin, die irgendeinem Typen nachts beim Autofahren einen runtergeholt hat und dabei in eine Baustelle gebrettert ist. Zwei Minuten später wären die beiden ohnehin zu Hause gewesen, haben aber dummerweise nicht warten können. Zum Glück ließ sich das Auto wieder rausschieben und nach Hause fahren. Am nächsten Tag war das Auto ramponiert (Totalschaden) und das Nummernschild fehlte. Meine Freundin ist sofort zur Baustelle gelaufen, um es zu suchen. „Ein kaputtes Auto ist schon schlimm genug, nicht auch noch Fahrerflucht…“. Der nichtsnutzige Kerl ist einfach abgehauen.

Was ist Dein persönlich peinlichstes Sex-Erlebnis?

Ich bin mit einem Freund heimlich auf ein Denkmal geklettert, von unten konnte niemand sehen, was oben geschah. Das Beklettern war natürlich verboten und wir fühlten uns sehr sicher und sehr verrucht, während unten die ahnungslosen Touristen herumliefen. Erst später habe ich entdeckt, dass genau auf der anderen Rheinseite Gelenkteleskope aufgebaut waren, also Fernrohre mit denen man das Denkmal und auch uns genauestens beobachten konnte.

Als Expertin: Wer stellt sich beim Sex „ungeschickter“ an? Männer oder Frauen?

Ich glaube, Ungeschicklichkeit ist nicht geschlechterabhängig. Ein wesentlicher Unterschied ist allerdings, dass Männer, egal wer von beiden sich ungeschickt anstellt, meist trotzdem auf ihre Kosten kommen. Frauen verlieren dagegen sehr schnell den Spaß an der Sache.

Wie erhältst Du Deine Storys für Deine Bücher?

Für das erste Buch habe ich vor allem meine Freundinnen befragt, für das zweite meine Freunde. Dann auch Bekannte, Bekannte von Bekannten usw.

In der letzten Zeit scheint gerade der Umgang mit peinlichen Sex Eskapaden salonfähig geworden zu sein und es gehört zum guten Ton immer eine witzige Geschichte auf Lager zu haben. Ist das gut oder schlecht fürs Bett?

Naja, wirklich peinliche persönliche Eskapaden würden einen schlecht dastehen lassen, die erzählt man eigentlich noch immer nicht unbedingt. Doch allgemein ist es vielleicht leichter, auch Missgeschicke anzusprechen. Und Kommunikation ist immer gut. Wenn du überlegst, jemanden mit in dein Bett zu nehmen, kann eins ganz hilfreich sein: Stell dir vor, alles geht schief – wenn du glaubst, dass du danach mit ihm darüber lachen kannst, nimm ihn mit.

Was hältst Du von dem Spruch: „Dumm fickt gut?“

Trifft einerseits zu, weil dumm weniger nachdenkt und einfach drauflosbumst, für Qualität spricht das andererseits nicht unbedingt.

Haben Bücher wie „Schlechter Sex“ und „Feuchtgebiete“ dazu beigetragen, dass man seine geheimsten und peinlichsten Geschichten nun guten Gewissens ausplaudern kann ohne schief angeguckt zu werden?

Bestimmt, aber Menschen mit einem großen Selbstbewusstsein haben schon immer gern Intimitäten ausgeplaudert. Viel wichtiger ist doch, dass man Geschichten gut erzählt. Dann werden auch Peinlichkeiten amüsant, sonst bleiben sie einfach nur peinlich.

Hat sich schon mal ein Leser bei Dir gemeldet, der auf Grund Deines Buches vom Sex-Loser zum „Bedman“ geworden ist?

Haha, nein. So etwas über sich selbst zu sagen, ist ja auch eine höchst fragwürdige Behauptung!

Mia Ming
SCHLECHTER SEX
33 FRauen berichten über ihre lustigsten, peinlichsten & absurdesten Erlebnisse
Girltalk 1, 240 Seiten, Taschenbuch, ISBN 978-3-942665-01-8, Preis 9,95 Euro

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Kommentare zu diesem Beitrag


Ich glaube das Buch würde ich eher lesen als Feuchtgebiete. Ich frag mich gerade nur, was dass für ein Denkmal gewesen sein muss, das man so da “rumturnen” konnte. Mit den Fernrohren ist dann natürlich doof gelaufen ^^

von Andy am 22.05.11