Good Night Fashion Industry Oder: Wie Garmz junge Talente fördert und Mode-Fans begeistert

Die Plattform Garmz (www.garmz.com) ist innerhalb kürzester Zeit zu einer der Anlaufstellen junger Designer geworden: Auf der Webseite können Talente ihre Entwürfe hochladen und von der Community bewerten lassen. Die besten und beliebtesten Sketches werden im Anschluss von Garmz produziert und der Designer am Verkauf beteiligt. Der Mode-Fan profitiert, indem er stets Stücke der vielversprechendsten Talente im Online-Shop beziehen kann. Besonders zu Zeiten, in denen es immer schwieriger wird, ein eigenes Modelabel auf den Markt zu bringen, ist Garmz die perfekte Möglichkeit, sich einen Namen zu machen. Andreas Klinger, Mitbegründer von Garmz gab uns ein Interview.

Quelle: Garmz; Fotograf: Marco Rossi

garmz ist für junge Designer eine ganz neue und innovative Möglichkeit, ihre Mode einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Was ist die Idee hinter garmz?

Du hast die Idee eigentlich bereits perfekt zusammengefasst. Wir möchten Talenten eine neue Möglichkeit geben, ihre Produkte auf den Markt zu bringen. Wir sind der festen Überzeugung, dass der aktuelle Modemarkt nicht optimal funktioniert, um nachkommenden Talenten eine wirklich Chance zu geben, entdeckt zu werden. Wir möchten einen transparenten Zugang zu neuen Generationen an Modetalenten schaffen und direkt den Markt entscheiden lassen, wer bereits “weit genug” ist. Aktuell fokusieren wir sehr stark auf Modeillustrationen. Über den Sommer stellen wir stärker auf Fotografien und Lookbooks um.

Wie kam es zu dieser Idee und welche Verbindung hast Du selbst zu Mode?

Mein Partner (Tamás Locher, Anm. d. Redaktion) hat sich in seinem Ökonomie-Studium auf den Modemarkt fokusiert. Seine Diplomarbeit handelte von den Herausforderungen der Modeindustrie im Internet. Mein Background ist Social Software. Zusätzlich haben wir Designer, Schnitttechniker, Produktionsmanager, Produktionscontroller, etc. im Team.

Gibt es eine Erfolgsstory eines Jungdesigners, für den garmz die Initialzündung für die Gründung eines eigenen Labels war?

Wir haben Illustratoren, die nach Arbeiten auf Garmz eigene professionelle Labels gestartet haben oder sehr gute Jobs bekommen haben. Wir sind hier gerade auf dem besten Wege, diese kleinen Erfolge auch im großen für Kollektionsdesigner zu wiederholen. Im Rahmen des EVOQUE Fashion Awards vergeben wir ein Produktionsbudget von EUR 25.000 in Form einer kompletten eigenen Kollektion.

Ihr seid vor kurzer Zeit nach London gezogen. Welche Gründe gab es dafür?

Mode, Medien, Möglichkeiten. Wir sind hier in einem der Epizentrum der Mode Europas – haben Schulen wir CSM, LCF und RCA nebenan und können jedezeit in den Zug nach Paris
hüpfen. Zusätzlich hat London den Vorteil, dass englische Medien auch international gelesen werden. Länder wie Deutschland oder Frankreich (oder Österreich) haben oft das Problem, dass die Hypes in den Medien sehr regional bleiben. Englische Medien schaffen es durchaus noch nach Amerika und Europa. Ausserdem ist hier die gesammelte Internetszene Europas vertreten und bildet in East London ein kleines neues europäisches Silicon Valley.

Wie werden die Designer in den Produktionsprozess einbezogen?

Wir besprechen die Umsetzung des Samples mit dem Designer.

In welchen Ländern werden die Stücke produziert und warum habt Ihr Euch für diese Länder entschieden?

Samples werden in London in unserem Office gemacht. Die Serienproduktion erfolgt in Bulgarien.

In welchen Bereichen hat das Internet das Leben junger Designer erleichtert und in welchen erschwert?

Mode ist in vielen Belangen wie Musik vor ein paar Jahren: Das Internet bietet die Möglichkeit auch als unbekannter Designer ohne Zuspruch der großen Häuser oder Medien Erfolg zu haben. Blogs und Social Media helfen, die Perlen in der Masse zu finden. Garmz möchte hier eine unterstützende Plattform bieten. Wo viel los ist, ist auch viel Noise. Aus dem Noise hervorzustechen
wurde die letzten Jahre zu einer Herausfoderung für sich selbst.

Warum ist gerade die Modeindustrie so webaffin?

Das Web ist sehr visuell. Mode agiert seit Jahrzehnten medial, getragen durch Fotos und Texte. Das Internet ist hier eine logische Weiterentwicklung. Mode ist auch “nah” an uns. Kaum etwas definiert so stark unsere Person/Individualität und Gruppenzugehörigkeit wie Musik, Medien oder Mode. Mode bietet für das Internet optimales, emotionales Material zu Verbreitung. Wir lieben es zu teilen, was wir lieben.

Was ist das Besondere an der europäischen Mode-/Jungdesignerszene?

Schwierige Frage, da sehr pauschal. Trotz Innovation in Japan und Kaufkraft in China und Amerika wird Mode meiner Meinung nach immer noch sehr stark durch Europa vorangetrieben.

Hast Du einen Lieblingsdesigner und ein Lieblingsstück bei garmz?

Ja, natürlich – mehre sogar :) Unter den Produkten gehören Hooded Jacket von Silas Bahr und Dark Days of Summer von Sarah Claire definitiv dazu.

Quelle: Garmz.com

Quelle: Garmz.com

Bei den Lookbooks sind meine ganz perönlichen Favoriten Von Bardonitz und Mark&Julia. Aber hier hat jeder im Team andere Favoriten.

Was trägst Du privat am Liebsten?

Da wir uns selbst sehr schlechte Gehälter auszahlen, nur einen Bruchteil von dem, was ich gerne hätte ;)

Wie geht es weiter? Sehen wir garmz-Mode bald schon auf den großen Laufstegen in Paris und Mailand?

Definitiv. Wir möchten Garmz zu einem Amplifier für Modetalente machen. Eine Art Filter, der durch direkte Marktresponse Jungdesignern beim Aufbau von Aufmerksamkeit, Feedback und Nachfrage hilft. Shows werden früher oder später definitiv dazu gehören. :)

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