“I am not sure which came first, being nosey or an interest in ‘street photography’, but a fascination with people and the way they live their lives is why I enjoy the business so much. I can’t hide behind lights and technology; I am reliant on a small Leica camera, patience and lots of optimism. But what I get in return is the chance to make an honest picture which people know immediately is a genuine moment and which hopefully burrows deep into their memories.”
Ist es eine Frage des Moments, der Geduld, gar der Perspektive? Einzigartige Momente attestieren einen besonderen Spirit und zeichnen sich durch eine blitzartige Geschwindigkeit aus. In Sekundenschnelle ist das gleiche Bild nicht mehr das, was es vorher war. Gelingt es eine solche Stimmung oder Moment zu erkennen und festzuhalten wird der Macher durch die Exklusivität und das Unikat seiner Arbeit belohnt. Einer der wenigen, der es wieder und wieder ermöglicht derartige Augenblicke einzufangen ist Matt Stuart. Hier eine kleine Auswahl, die Bilder sprechen für sich.
“Posses are great for people that enjoy rap or hiphop!”
Wenn weiße Kids heutzutage versuchen zu schwarzen Gangstar-Rappern zu mutieren, dann wird es von uns meist als nur eine Haltestelle auf dem lange, harten Weg der Selbstfindung verbucht. Diese BBC Dokumentation aus den späten 80ern zeigt allerdings, was damals geschah, als die HipHop-Welle das erste Mal das Königreich und seine Vorstädte überflutete. 9-jährige die mit solch einer Hingabe und Überzeugung an ihren Skills und ihrer “Street Cred” arbeiteten, dass sich jeder Bushido-Fan, und Bushido persönlich, mal eine Scheibe davon abschneiden sollte. Noch mehr Ausschnitte aus diesem musikhistorischen Meisterwerk gibt’s hier.
Anton Henning, Berliner Maler, Jahrgang ‘64, stellt bereits seit 20 Jahren aus. Das Schöne an seiner Kunst ist, dass sie nicht krampfhaft versucht anders zu sein. Er ist vielseitig, er malt, fotografiert, filmt und formt Skulpturen.
Seine Bilder leben von ihrer wunderbaren Farbgebung und ihrer Expressivität. Malen um des Malens Willen – ob das nun knallige Interiors sind, Stillleben oder Pin-ups, Hennings Bilder ziehen den Betrachter in ihre Welt. Du meinst dich am Meer zu befinden, in einem stickigen, knalligen Zimmer in Mexiko oder in den Armen eines Liebhabers.
Noch bis zum 26. November 2008 werden ausgewählte Werke in der Zach Feuer Gallery in New York City ausgestellt.
Da sitzt er, der Mann mit dieser andersartigen Stimme. Chris Garneau. Sein Debüt-Album Music For Tourists hätte im letzten Jahr den Melancholie-Preis verdient – ein leises Meisterwerk der schönen Schwere. Als er 2006 an Music For Tourists arbeitete und von Tod und Trennung und Abschieden sang, da war Garneau gerade mal 23. Seither sind zwei Jahre vergangen, mittlerweile ist eine EP erschienen, das zweite Album soll im März rauskommen. Als er im NBI-Keller aufsteht, um mir die Hand zu schütteln, erkenne ich ihn erst gar nicht. Viel kleiner, als ich erwartet hatte, ist er. Und mit der dicken Nickelbrille sieht er seinen eigenen Promofotos nicht sonderlich ähnlich.
Nach einem Profilvergleich Flyerbild/Realität ist die Echtheit des Künstlers allerdings geklärt und wir legen los.
‘Vasa Intestina I’ and ‘Vasa Intestina II’, by Lisa Jones
Lisa Jones macht in Stühlen. 2006 schuf die australische Künstlerin die symbiosis chair series. Als Ausgangsobjekt für ‘Vasa Intestina I’ und ‘Vasa Intestina II’ diente der klassische Stuhl 3107 von Arne Jacobsen. Inspiriert von den anatomischen Zeichnungen da Vincis, bearbeitete die Künstlerin die organischen Formen des Stuhls und transformierte den Designklassiker in ein modernes Kunstwerk.
Robin Schwartzs Fotografien hängen in zahlreichen Museen, ihre Bilder erschienen in Publikationen wie der New York Times, Interview und der L.A. Times, außerdem ist sie seit fast 20 Jahren Professorin für Fotografie an der William Paterson University in New Jersey.
Ihre Tochter Amelia und verschiedenste Tiere sind Schwartz bevorzugte Motive. Bereits 1993 veröffentlichte sie ‘Like Us: Primate Portraits‘, einen Bildband mit Affenportraits. Bei Tiny Vices erschien vor etwa einem Monat ihr neuer Bildband ‘Amelia’s World.’ Schwartz selbst sagt, dass der persönliche Aspekt ihrer Projekte ihr sehr wichtig ist. Ihre Szenarien entwickelt sie gemeinsam mit Tochter Amelia. Reale Interaktion mit Tieren gehört zur Arbeit der Fotografin. Der Übergang zwischen Tier und Mensch soll fließend erscheinen, die Grenzen zwischen menschlich und animalisch verbleichen.
Auf Robin Schwartzs Webseite gibt es weitere schöne Photos.
Via: Pedestrian
Die Anzahl neuer sozialer Projekte in Deutschland ist immens. Selten gelingt es jedoch karitativen Vereinen, freien Organisationen oder den ehrenamtlichen Helfern die Aufmerksamkeit zu erzeugen, die für die Umsetzung einer Idee notwendig ist.
Einer der wenigen, der diesen endlosen Prozess überstanden hat, ist Sascha Kornek, Vorstand von Sukuma arts e.V. Ein Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Realisierung der Entwicklungs- ziele der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der weltweiten Armut zu fördern und der zugleich Veranstalter des von Bürgern initiierten Wettbewerbs ‘Sukuma Millennium Award‘ ist. Der Wettbewerb soll daran erinnern, dass entwicklungs- politische Nachhaltigkeit durch persönliches Engagement aufgebaut wird. Denn es ist der Bürger selbst, der andere für die genannte Thematik begeistern kann.
Wie funktioniert’s?
Einmal im Jahr gibt Sukuma jedem Teilnehmer die Möglichkeit, mit einer Werbespot-Idee, auf einer A4 Seite beschrieben, einen europäischen Filmpreis zu gewinnen. Das beste Konzept wird dann, in Kollaboration mit prominenten Künstlern, für die Kinoleinwand produziert. Um eine hohe Reichweite zu garantieren und möglichst viele Menschen für die Förderung der Entwicklungsziele zu begeistern, stehen der Organisation zahlreiche namhafte Partner zur Seite, wie TransFair, Oxfam, Dr. Hauschka und das Bundesentwicklungsministerium, um nur einige zu nennen.
TheJunction unterstützt das Projekt, indem wir regelmäßig über die Entwicklungen des ‘Sukuma Millennium Awards‘ berichten und euch die Institution Sukuma sowie die Fair-Trade-Bewegung durch verschiedene Beiträge und Aktionen näher bringen werden. Wir glauben an die Wichtigkeit dieser komplexen Thematik und wollen dazu beitragen, dass unsere Generation, unsere Gesellschaft und jeder Einzelne durch intelligentes Konsumieren dabei hilft, die Erde zu einem faireren Ort zu machen. Also lasst euch inspirieren, macht mit und sendet eure Ideen an award@sukuma.net.
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Hier der Spot des ‘Sukuma Millenium Award 2008′. Der Gewinner Niklas Warnecke aus Berlin weist im Spot anschaulich auf die Ausbeutung von Kaffeebauern hin. Musikalische Unterstützung bekam er von der Band MIA, die das Projekt ebenfalls ehrenamtlich fördert.
Kleiner Hinweis: Im nächsten Jahr wird kein Geringerer als Soundexperte Moby das Projekt begleiten.
Der spanische Street Artist SpY war wieder in Hochform. Kunst wo sie keiner vermuten würde. Irrwitzig wie intensiv seine Interventionen und “Urban Furnitures” auf den Betrachter wirken. Mehr Infos gibts hier, ansonsten genießen wir die kleine Auswahl.
Andre Maat & Superelectric produzierten für die holländische Band Kraak & Smaak dieses clever animierte Video zum neuen Song “Squeeze me”. Flipbooks sind immer ein Blickfang, doch in solch liebevoller und vollendeter Form sind sie uns noch nicht untergekommen. Der Sound passt, der Look sowieso. Die Jungs gehen steil…
Wenn die Abteilung für amerikanische Außenpolitik einen Andenkenladen führen würde, was würden sie dort wohl verkaufen? Dieser ungewöhnlichen Frage geht der gebürtige Engländer Phillip Toledano mit seinem Projekt “America the Gift Shop” nach.
Das Installationsprojekt reflektiert die gegenwärtige Außenpolitik im Spiegel amerikanischen Kommerzes. Dabei nutzt Toledano die gängige Sprache des Verkaufs. Je bekannter die einzelnen Gegenstände den Konsumenten sind, desto besser kann in ihnen seine Idee umgesetzt werden. Sobald nämlich der süße Mantel alle jener Gegenstände, die man normalerweise im Andenkenladen kaufen kann, entfernt wird, bleibt nur noch die harte und unbequeme Wahrheit darüber übrig, wo Amerika sich als Nation gerade befindet.
Und was es alles für schöne Dinge in Toledanos Gift Shop zu kaufen gibt! Von der aufblasbaren Guantanamo Bay Gefängniszelle über den Abu Ghraib Kaffeetisch bis hin zum T-Shirt, auf dem zu lesen ist: „I was just rendered to a secret prison and all I got was this lousy T-Shirt”. Natürlich kann man auch eine Postkarte aus der Folterkammer schreiben und Grüße an die Daheimgebliebenen senden: „Wish you were here”. Am Ende einer Reise kauft man sich ein Souvenir, um ein Andenken an diese Erfahrung zu haben. Mit seinem Projekt „America the Gift Shop” möchte Toledano an die Ereignisse der vergangenen Jahre und die Politik seines Landes erinnern.
Doch „America the Gift Shop” ist nicht das einzige ungewöhnliche Projekt, das Phillip Toledano geschaffen hat. Auf seiner Seite www.mrtoledano.com vereint er all die skurrilen Ideen und Werke, die sich um den Namen Toledano ranken. Bemerkenswert ist hier unter anderem ein Fotostrecke, die das Leben von Telefonsexmitarbeitern dokumentiert. Hier erfährt man den Werdegang dieser Menschen und wie sie im Telefonsexbusiness gelandet sind. Dabei werden die Charaktere als einfühlsame Dienstleister beschrieben, die zumeist so ganz anders aussehen, als das Klischee „Sex” impliziert. Ob studierte Kulturanthropologin, Rubensfrau oder Punkrockgöre – die Pfade des Telefonsex’ sind verschlungen.
Phillip Toledano wurde 1968 in England als Sohn eines Amerikaners und einer Französin geboren. Bereits im Kindheitsalter erhielt er seine erste Kamera. Seitdem rühmt er sich, seltsame Aufnahmen zu machen, die, wie er sagt, zum einen einer bestimmten Idee folgen müssen und zum anderen Fragen offen lassen müssen: „Ich glaube daran, dass ein Foto wie ein unvollendeter Satz sein sollte.” Toledano lebt und arbeitet heute in New York.
Nick Knight und die britische Vogue proklamieren den Tod der Silhouette! In der Dezember Ausgabe des Magazins posieren Jourdan Dunn und Lily Donaldson in Extremfashion High Couture der vergangenen Jahre. Dazu wurden Stücke von Designern wie Garth Pugh, John Galliano, Alexander McQueen und Hussein Chalayan, Issey Miyake aus den Modearchiven hervorgekramt und noch einmal inszeniert.
Die Werbeagentur, JWT, Hong Kong, Creative Directors Steven Lee, Kwong Chi Kit, Barbara Fu und Art Directors Fei Leung, Arthur Tse realisierten eine großartige Werbeaktion. Die Neugestaltung eines Cup Caps als umweltaktives Statement für den Kunden Road Side Food Stalls. So wird die Auspuffanlage und das Heck eines PKWs kurzerhand zum Blickfang des Nutzers und verweist damit auf die Allgegenwart der Umweltverschmutzung durch Autoabgase.
Okay, okay, okay, sie kommen aus Brooklyn, sie sind mit anderen Hipster Bands wie Chairlift, MGMT und Boy Crisis befreundet, sie tragen Skinny Jeans und ich habe sie längst in eine Schublade gesteckt. Amazing Baby passen in die Schublade der Brooklyn Hipster Bands. Zwar klingt das negativ, doch tatsächlich bin ich begeistert. Amazing Baby haben es geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen…Ob es wohl an ihrem psychedelischen Basketballplatzmärchen von einem Video liegt?!
Via: Pinglewood
Dieser Schuh ist wahrscheinlich der grünste Schuh den Adidas je hergestellt hat. Auch wenn er aussieht, wie ein schicker schlichter Forum mit Holzknopf, verbirgt sich hinter dieser anmutenden Fassade ein ganzer Haufen Kork, Jute, Bambus und anderer naturbelassener Materialen. Klassisch in unaufdringlichem Grau/Schwarz/Weiß kommt der Adidas Forum Mid Grün daher und wird sofort zum Hingucker. Anfang des neuen Jahres werden die Birkenstocks unter den Hightops released.
Der Vater des Fotografen Phillip Toledano ist 98 Jahre alt. Nach dem plötzlichen Tod seiner Mutter nimmt der Sohn den Vater zu sich. Er widmet ihm ein fotografisches Tagebuch, Days with my Father, ein Porträt voller Liebe für einen Menschen, der bald gehen wird.
Eine Serie aus 38 sehr persönlichen Bildern ist entstanden. Auf fast allen ist der Vater des Fotografen zu sehen, ein hochbetagter Mann, dessen Zerbrechlichkeit ihm deutlich anzusehen ist. Trotzdem wirken die Bilder nicht pathetisch. Die Farben sind kühl. Sie wirken milchig und trotzdem klar. Die Motive sind schlicht. Ihre tiefe Emotionalität gewinnen die Bilder durch den intimen Blick des Sohnes auf seinen Vater. Besonders ergreifend sind die beigefügten Erklärungen des Fotografen. In diesen kurzen und einfach gehaltenen Texten erschließt sich das Ausmaß der persönlichen Geschichte. An den Tod seiner Frau kann der Vater sich nicht erinnern. Er leidet unter dem Verlust seines Kurzzeitgedächtnisses. Seine häufige Verwirrung macht den Alltag nicht leicht. Dennoch verliert der Sohn sich nicht in Mitleid, weder mit dem Vater noch mit sich selbst. Er begegnet seinem Vater voller Hochachtung und Liebe. Das spürt man in jedem Wort und Bild.
Die Fotoserie spiegelt Leben wieder. An manchen Stellen steckt sie voller Humor. Es ist das ganz unmittelbare Leben eines Sohnes mit seinem alten Vater. Sie zeigt tiefe Zuneigung und Familienzusammenhalt. Sie zeigt jedoch auch die Gewissheit des bevorstehenden Todes.
Der Mut des Fotografen, seinen Vater zu sich zu nehmen und mit ihm die letzte Zeit gemeinsam zu verbringen, ist zu bewundern. Leid nehmen heutzutage nur noch die Wenigsten bewusst in Kauf. Die daraus entstandenen 38 Bilder sind bemerkenswert, denn sie sind zugleich Abschied und Erinnerung.