Haushoch montiert – satirische Architektur von Simon Boudvin


09.06.10

Was der Franzose Simon Boudvin mit Fotobearbeitungssoftware montiert hat, sind zum Teil Meisterwerke der nicht umsetzbaren Architektur. Interessant zu sehen, wie leicht normal zu grotesk wird, wegen ein paar hinzu addierten Altbaugeschossen, durch die pedantische Ausnutzung von Bauraum, auch wenn man dafür alles auf den Kopf stellen müsste, wie einfach es ist den Sinn einer Straße ganz und gar zu vernichten, indem man sie zu einem Kreis mit exakt einer Auffahrmöglichkeit schließt und wie sehr ein langweiliges Mehrzweckgebäude an Sympathie gewinnt, könnte man es über Rutschen verlassen.

Triangulation Blog

 

Ein Tunnel in Texas


07.05.10

Neugierige Nachbarn aus Houston, Texas, die 2005 zufällig auf einem routinierten Streifzug durch ihr hegemoniales Hoheitsgebiet den Montrose Boulevard passierten, wunderten sich vielleicht über die eigenwillige Umgestaltung ihrer einst vertrauten heimischen Umgebung. Die architektonische Attraktion zog sowohl Passanten als auch Autofahrer in den Bann und regte zu spontaner Reflexion und intensiver Diskussion an. Die beiden ehemaligen Schulgebäude wurden von Dan Havel und Dean Ruck vor dem bevorstehenden Abriss vollständig umgekrempelt und erlebten so eine Transformation zur ,,Inversion“, die, wie ein schwarzes Loch, die Materie der Häuser von innen absorbierte.

hemmy

 

Theaterchen – It takes two…


05.05.10

Das transportabe Theatererlebnis für einen Schauspieler und einen Zuschauer bietet Magie, Akrobatik, Drama und Komödie auf allerkleinstem Raum. Theater for one verbindet die Intimität einer Peep Show-Kabine mit theatralischem Flair. Das architektonische Konzept von  LOT-EK hat durch seine äußere Neutralität und Flexibilität genug Potential zur vielseitigen Umnutzung als Mehrzweckkabine.

BLDGBlog

 

Micropolis – bürokratische Stapelarchitektur


27.04.10

In Stunden der unendlichen Monotonie und überkommenden Müdigkeit, in denen Zeit in ewig andauernde Dimensionen zerfließen zu scheint, sehen sich geübte Zeittotschläger wiederkehrend gleichförmigen Verhaltensmustern ausgesetzt. Besonders beliebte Beschäftigungstherapien sind, neben meditativer Notizblockbemalung, die akkurate Neuordnung der gegenwärtigen Schreibtischsystematik. Peter Root scheint ein besonders resoluter Bürostuhlakrobat zu sein, zumindest stapelte der britische Künstler mehr als 100.000 Tackerklammern in 40 Stunden auf eine Fläche von 3×6 Metern. Die urbane Miniaturmetropole aus dichten Wolkenkratzern und vorstädtischen Häusersiedlungen hat beeindruckende Ähnlichkeit mit einer amerikanischen Großstadtlandschaft der Superlative, aufgenommen aus bekannter Vogelperspektive und in realistisch grauem Smogton gehalten. Das Stop Motion Video zeigt auf anschauliche Weise die Entstehung einer ,,Ephemicropolis“.

http://www.vimeo.com/10875342

Für Solche, die sich eher in ländlichen Gebieten beheimatet fühlen, hier ein Beispiel des organischen Städtebaus, ebenfalls von Peter Root. Durch den natürlichen Stärkeklebergehalt der Kartoffelpflanze architektonisch auch um einiges einfacher, dafür aber mit zeitlich zunehmender Sporenbelastung.

designboom und nochmal designboom

 

Reduktion vs. Überfluss – Le Corbusier goes Cathedral


23.04.10

Diese von Rob Carter in Bewegtbild umgesetzte Architektur-Collage aus Le Corbusier-Modernismus und plagiatisierter Sakralarchitektur, stellvertretend für Reduktion und Überfluss, mit leise raschelndem Humor und dezenten Farbakzenten versehen, hat bei archdaily wenig Begeisterung hervorgerufen. Sie wurde schlichtweg als nutzlos abgetan.

Über das Video:

“Stone On Stone” is a stop-motion video animation that uses the architectural language of High Gothic and Modernism to invent a contradictory history of their evolvement. The theme starts and finishes with the vast and unfinished Cathedral Church of Saint John the Divine, NYC. It is contrasted with Le Corbusier’s La Tourette monastery in France, completed in 1960. The video uses this anomalous but single-minded architectural vision as the foundation for a new emergence of Gothic religious expression, resulting in a complete and unified fantasy cathedral – akin to the building that the Church of Saint John might have aspired to be.

KN | Kitsune Noir

 

Stromkästen zu Plattenbauten


16.04.10

Fine Stencil Artist Evol gehört zusammen mit seinem Kollegen Pisa73 zur Urban Art Crew C’Tink. Sie arbeiten seit Jahren mit der Stencil-Technik. Artworks der Beiden waren, ausser in der urbanen Wildbahn, in unzähligen Ausstellungen zu sehen. Im Buch:  “Beyond Architecture: Imaginative Buildings and Fictional Cities” in dem es um den kreativen Umgang mit Architektur und urbanen Lanschaften geht, ist Evol mit diesen Plattenbauten vertreten.

 

Englands haariger Beitrag zur Expo 2010


09.04.10

Wo sonst als in Shanghai, China, der asiatischen Metropole der Superlative, sollte die größte Weltausstellung aller Zeiten stattfinden. Bei voraussichtlich 70 Millionen Besuchern lohnt es sich dann auch schon mal mit visuellem und konzeptionellem Futurismus auf sich aufmerksam zu machen – wie England mit dem von Thomas Heatherwick kreierten Pavillon. Das etwas groß geratende Nadelkissen soll nicht etwa Spießigkeit oder gar eine borstige Art der Britten repräsentieren, sondern vielmehr die einmalige Verbindung von Natur und Urbanität in England verkörpern. In den 60.000 Filamenten in fragiler Fiberglasoptik verbergen sich verschiedenste Pflanzensamen, die also für mehrere Hektar britische Grünfläche stehen sollen. Wenn zwischen dem 01.05. – 31.10.2010 dann auch noch ein Lüftchen in Shanghai wehen sollte, erlaubt die flexible Fiberglasskulptur sogar ein seicht schimmerndes Schwingen der Filamente. Am Abend taucht sich der britische Expo-Beitrag thematisch passend in ökologisches Grün.

via Yatzer & dezeen

 

Papertecture – Oktavillas Magazinwand


17.02.10

Was liegt näher als die Innenarchitektur des Büros eines auf Layout spezialisierten Designstudios auf sein meistbespieltestes Medium abzustimmen. Das Architektenteam Elding Oscarson bündelte unzählige Magazine und rammte sie anstatt massiven Materials als Innenwand in das Büro der schwedischen Kommunikationsdesigner von Oktavilla. Eine durchaus kreative und ansehnliche Art der Entsorgung ausgelesener Hochglanzpresse.

Fubiz

 

Cars, Bees and Banality – Hoefner & Sachs


10.01.10

Hoefner & Sachs temporäre Architektur, innovative Performances und konstruktive Störungen im urbanen Raum verlaufen an der Schnittstelle von Kunst und Architektur. Ihr Ansatz ist subversiv und humorvoll. Hoefner und Sachs haben im Laufe der letzten Jahre nicht nur große Aufmerksamkeit erregt und eine breite Öffentlichkeit gefunden, sondern gleichzeitig das Vokabular urbaner Intervention und ironischer Kommentierung moderner Großstadtplanung mitsamt ihrer verborgenen und offensichtlichen Absurditäten neu buchstabiert. Dazu zählen Miniaturbienenstädte in der Form von Hochhäusern, die neben realen Plattenbauten platziert werden, Implementierungen von Spontanvegetation in öffentlichen Parks, temporäre Wohnwagensiedlungen, Treppenhäuser und Balkone aus mythisch aufgeladenen Holzpaletten sowie die augenzwinkernde Überführung von Laminat, Paneelen und Raufaser als stadtplanerische Aufwertungsrhetorik. Das bei gestalten erschienene Buch Piccolo Mondo dokumentiert und bebildert erstmals ausführlich die spektakulären Projekte des Berliner Künstlerduos, dem es in einmaliger und zeitgemäßer Weise gelingt, räumliche und architektonische Bedeutungsebenen ironisch zu verschieben.

gestalten.tv

 

Wer hat den Höchsten?


04.01.10

Aus Wikipedia:

Der Burj Dubai ist mit 828 Metern und 189 Stockwerken sowohl das höchste bis heute errichtete Gebäude als auch das höchste Bauwerk der Welt. Der Burj Dubai ist das Gebäude mit der höchsten genutzten Etage, hat das höchste Dach und die dritthöchste Aussichtsplattform. Außerdem überragt der Burj Dubai den Taipei 101 (509 m) als bisher höchstes Gebäude (Höhe der Gebäudestruktur), den Willis Tower (527 m) (ehemals: Sears Tower) als bisher absolut höchstes Gebäude (Höhe bis Antennenspitze) und den CN Tower (553 m) in Toronto als bisher höchstes nicht abgespanntes Bauwerk. Damit gehen die genannten Rekorde des höchsten Bauwerks zum ersten Mal seit Errichtung des Empire State Buildings 1931 wieder an ein einzelnes Gebäude. Der Burj Dubai ist zudem das erste welthöchste Gebäude der Menschheitsgeschichte, das auch zu Wohnzwecken genutzt wird.

Ich hab mal nachgezählt, in dem kurzen Absatz wird 12 mal das Wort hoch verwendet, meistens als Superlativ. Die Fotos sind von Semâ Bekirovic und ich finde sie passend.

Booooooom!

 

Psychatrische Klinik in Helsingor – JDS Architects


10.12.09

Das Kopenhagener Architektenteam JDS realisierte dieses Hospital in Helsingor/Dänemark auf 6000 qm. Als größte Herausforderung bei der Konzeption, erwies sich die architektonische Verbindung aus notwendiger Kontrolle und Schutz und dezentralisierter Struktur des Gebäudes. Ein wichtiger Ansatz stellte das Gespräch der Architekten mit Patienten, Ärzten und Hospitalleitung dar, um die Bedürfnisse derer zu erfassen und umzusetzen, die das Gebäude nutzen.

Daily Tonic

 

Garbage City und andere Wirklichkeiten – Bas Princen


26.11.09

Bas Princen zieht es zu Baustellen, Abrisshalden und Müllstädten in aller Welt. Heraus kommt ein Portfolio voll mit Metarmophosen und wirklichen Unwirklichkeiten. Seine Motive gewinnen erst durch ihren Zustand der Unvollständigkeit an fotografischer Vollkommenheit.

Bas Princen - Mokattam ridge (garbage city) Cairo 2009

Bas Princen – Mokattam ridge (garbage city) Cairo 2009

Interessant: Hier sieht man auf Garbage City, die Einwohner dieses Vororts von Kairo haben sich darauf spezialisiert Müll zu sammeln, ihn zu sortieren und in irgendeiner Form wiederzuverwerten, z.B werden Nahrungsreste an die Schweine verfüttert, die in Garbage City gehalten werden. Mit der praktizierten Art dieser Müllentsorgung, können 80-90% des, in meist wohlhabenden Kairoer Stadteilen, gesammelten Mülls recycelt oder wiederverwendet werden.  Mehr über diesen außergewöhnlichen Touristenanziehungspunkt hier und da.

Bas Princen - Ringroad Tirana 2004

Bas Princen – Ringroad Tirana 2004
 Bas Princen - Whilshire blvrd 2006

Bas Princen – Whilshire blvrd 2006
Bas Princen - Future Highway (Ping Yao) 2004

Bas Princen – Future Highway (Ping Yao) 2004
 Bas Princen - Superiour court 2005

Bas Princen – Superiour court 2005
Bas Princen - Ringroad (Findeq/Ceuta) 2007

Bas Princen – Ringroad (Findeq/Ceuta) 2007
Bas Princen - Future olympic park 2007

Bas Princen – Future olympic park 2007
Bas Princen - Valley (China) 2008

Bas Princen – Valley (China) 2008
 Bas Princen - Future highway II (Xiamen) 2007

Bas Princen – Future highway II (Xiamen) 2007

ausgegraben bei We make money not art!

 

Audio Cloud — How to Get Rid of City Noise


04.11.09

Das Projekt Audiochmura (Audiowolke) ist durch das audioarchitektonische Konzept des Künstlers Piotr Adamski und der polnischen Architektur und Designinitiative mode:lina inspiriert. Die Geräuschinstallation nutzt flexible Röhren als Amplifier  die Töne rund um ihre jeweilige Position erfassen. Mit der Form der Wolke wird etwas flüchtiges, vergängliches, verbunden, nahezu nicht existierend und leicht zu bewegen.

Die Installation ist eine utopische Vision einer Stadt die unhörbar wird. Ein innovatives System der Sound Emission, welches Menschen von der oft unerträglichen Audiosphäre in vollen Straßen, Verkehr und all dem unnatürlichen Lärm isolieren soll, der unvermeidbarer Teil unseres Lebens geworden ist.  Unsichtbare Tongebilde, sprießen entlang des Bürgersteigs, in Parks und Einkaufsstraßen, angenehme Geräusche abgebend die den Stadtlärm verschlucken. Heute noch Utopie, soll das Projekt als Diskussionsgrundlage um akkustische Ökologie, die hörbare städtische Landschaft und deren Einfluß auf ihre Einwohner dienen.

Die Soundwolke ist in Poznań zu finden. Die Fotos sind von Małgorzata Opala
Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Kultur und nationales Erbe Polen.

gefunden bei SpaceInvadingS

 

An Assembled City — Dionisio González


27.10.09

Favelas heissen die besonders in Randlagen der großen Städte Brasiliens liegenden Armenviertel. Sie werden oft als „Stadt in der Stadt“ bezeichnet; sie sind weitgehend unabhängig von der offiziellen Stadtverwaltung organisiert, oft unter der Leitung des Anführers des dortigen Drogenkartells. Vergleichbare informelle Siedlungen findet man auch in den meisten anderen Entwicklungsländern. Es ist begrifflich nicht ganz richtig, Favelas als Slums zu bezeichnen, da sie nicht durch den Verfall städtischer Zonen, sondern durch unregulierte Besiedlung entstehen. Für Rio de Janeiro gibt es Schätzungen, die aussagen das ca. 30 Prozent der Bevölkerung in Favelas leben. Folgende gemeinnützige Projekte und Initiativen setzten sich bisher für die Legalisierung und Integration der Viertel in die urbanen Infrastrukturen der brasilianischen Städte ein: Favela-Bairro, Celula Urbana, Viva Favela um nur einige zu nennen. An Assembled City von Dionisio González setzt sich intensiv mit der Architektur und Sozialkultur der Favelas von São Paulo auseinander.

In seinen Fotoarbeiten beschäftigt sich Dionisio González mit den Favelas der Brasilianischen Metropole São Paulo. Die eigene Raumidentität dieser Gebiete ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass die Bewohner der Behausungen gleichzeitig die Erbauer sind. Es gibt keine Baupläne von unabhängigen Architekten, es geht in erster Linie darum, mit vorhandenen Materialien eine Abschirmung von der Außenwelt zu schaffen. Die labyrinthartigen und improvisierten Strukturen der Favelas sind ständig in Bewegung; sie wachsen und verwandeln sich immer weiter. Diese Bewegung greift Dionisio González in seinen Arbeiten auf. Am Computer fügt er in seine Fotografien neue Gebäudestrukturen ein, die er in einem aufwendigen Prozess eigens für das jeweilige Motiv kreiert. Dionisio González versucht mit konstruktiven Alternativen die bereits vorhandenen Strukturen nach den Bedürfnissen der Bewohner weiterzuführen und zu verbessern. Der Künstler befindet sich im Austausch mit den Bürgermeistereien der Favelas rings um São Paulo, um Wege zu finden, die eine oder andere von ihm entworfene Gebäudestruktur tatsächlich in die Tat um zu setzen. Diese Gebäude sind als soziale Zentren gedacht.

 

Alles auf dem Kopf – Upside Down Houses


25.09.09

Beim Zähne putzen mit den Füßen gen Himmelszelt die eigenen vier Wände durchwandern, das funktioniert einfach nicht. Auch dann nicht, wenn man ein Haus verkehrt herum baut. Es ist eine Illusion oder Mary Poppins vorbehalten. Den Versuch dieser Illusion Form zu verleihen, haben polnische, österreichische und us-amerikanische Architekten bereits erfolgreich unternommen. Zwar ist daraus mitunter eine Zumutung für’s Auge geworden, wenigstens  wenn man  sich die Wuchtbrummen im klassizistischen Gipsverband anschaut, aber die Begründung: „Mal etwas anders machen zu wollen“, mit der die Architekten das Motiv ihres Experiments erklärt haben, ist eigentlich eine tolle Idee, in vielerlei Hinsicht.

 Trassenheide

Trassenheide
 Museum für Moderne Kunst Wien

Museum für Moderne Kunst Wien
Szymbark, Polen

Szymbark, Polen
Wisconsin

Wisconsin
Florida

Florida

gefunden bei Wired