Ein Tunnel in Texas

Neugierige Nachbarn aus Houston, Texas, die 2005 zufällig auf einem routinierten Streifzug durch ihr hegemoniales Hoheitsgebiet den Montrose Boulevard passierten, wunderten sich vielleicht über die eigenwillige Umgestaltung ihrer einst vertrauten heimischen Umgebung. Die architektonische Attraktion zog sowohl Passanten als auch Autofahrer in den Bann und regte zu spontaner Reflexion und intensiver Diskussion an. Die beiden ehemaligen Schulgebäude wurden von Dan Havel und Dean Ruck vor dem bevorstehenden Abriss vollständig umgekrempelt und erlebten so eine Transformation zur ,,Inversion“, die, wie ein schwarzes Loch, die Materie der Häuser von innen absorbierte. hemmy

Micropolis – bürokratische Stapelarchitektur

In Stunden der unendlichen Monotonie und überkommenden Müdigkeit, in denen Zeit in ewig andauernde Dimensionen zerfließen zu scheint, sehen sich geübte Zeittotschläger wiederkehrend gleichförmigen Verhaltensmustern ausgesetzt. Besonders beliebte Beschäftigungstherapien sind, neben meditativer Notizblockbemalung, die akkurate Neuordnung der gegenwärtigen Schreibtischsystematik. Peter Root scheint ein besonders resoluter Bürostuhlakrobat zu sein, zumindest stapelte der britische Künstler mehr als 100.000 Tackerklammern in 40 Stunden auf eine Fläche von 3×6 Metern. Die urbane Miniaturmetropole aus dichten Wolkenkratzern und vorstädtischen Häusersiedlungen hat beeindruckende Ähnlichkeit mit einer amerikanischen Großstadtlandschaft der Superlative, aufgenommen aus bekannter Vogelperspektive und in realistisch grauem Smogton gehalten. Das Stop Motion Video zeigt auf… [weiterlesen]

Englands haariger Beitrag zur Expo 2010

Wo sonst als in Shanghai, China, der asiatischen Metropole der Superlative, sollte die größte Weltausstellung aller Zeiten stattfinden. Bei voraussichtlich 70 Millionen Besuchern lohnt es sich dann auch schon mal mit visuellem und konzeptionellem Futurismus auf sich aufmerksam zu machen – wie England mit dem von Thomas Heatherwick kreierten Pavillon. Das etwas groß geratende Nadelkissen soll nicht etwa Spießigkeit oder gar eine borstige Art der Britten repräsentieren, sondern vielmehr die einmalige Verbindung von Natur und Urbanität in England verkörpern. In den 60.000 Filamenten in fragiler Fiberglasoptik verbergen sich verschiedenste Pflanzensamen, die also für mehrere Hektar britische Grünfläche stehen sollen. Wenn… [weiterlesen]