Stephanie Ledoux – Reiseskizzen


16.07.10

Reiseimpressionen malerisch festzuhalten, ist aus der Mode gekommen und der Fotografie zum Opfer gefallen. Stephanie Le Doux jedenfalls hält an der schönen Tradition fest die Caspar David Friedrich und Paul Gaugin zu Bekantheit verhalfen und malt ihre Reisen. Spezialisiert hat sie sich auf Porträts von Einheimischen, die sie, so erkläre ich mir die zahlreichen Fotos, auf der Strasse anspricht und skizziert. Im finalen Bild erreichen die Modelle – im starken Kontrast zum oft rauh wirkenden, zweckentfremdeten Papier – eine faszinierende und dennoch romantisierende, fast schon unwirkliche Reinheit und Makellosigkeit. Möglicherweise ein Indiz dafür, was sich die Künstlerin mitzunehmen wünscht von den exotischen Orten dieser Erde – nichts als ihre Schönheit.

Quinquabelle

 

Monobrauen und Hurrikane – die Monifaktur auf iGnant


13.07.10

Für die schöne Kategorie Monifaktur auf iGnant, zaubert Monja Gentschow  – sie hat unter anderem den Internetauftritt des Labels keinemusik verschönert – wöchentlich aus ihrem Skizzenbuch und verrät Fakten zu den Abbildungen.  So erhält man nicht nur Einblicke in den Entstehungsprozess künstlerischer Arbeiten sondern erfährt gleichzeitig Wissenswertes über Molaren (Weisheitszähne), Nachthemden, Wundertüten und Hurrikane. Die Monobraue ist Mittelpunkt der 10. Ausgabe der Monifaktur. Der markante Haarbalken über den Augen heisst fachlich korrekt Synophris und ziert(e) die Antlitze von Madonnas Tochter Lourdes, Frida Kahlo und Bert aus der Sesamstrasse.

Monifaktur gibt es immer Donnerstags hier.

Mehr Monobrauen auf monobrow.com

 

Papergirl 2010 – 250 Künstler stellen aus


05.07.10

Seit 2006 findet das Plakatkunstfestival Papergirl jährlich in Berlin statt, mittlerweile gibt es die Papergirls in mehreren Städten weltweit. New York geht dieses Jahr erstmalig mit an den Start. Für die Berliner Aktion, werden vom 04.07. – 23.07. 2010 250 Beiträge in der Galerie Neurotitan in Berlin zu sehen sein, bevor sie am letzten Tag des Festivals per Fahrrad unter die Leute gebracht werden.

 

Beam me up, Scotty! – Star-Trek-Perlenvorhänge


02.07.10

Der wahrgewordene Trekie-Traum. Devorah Sperber fädelte für ihre Ausstellung Mirror Universe, die das Verhältnis von Kunst, Wissenschaft und Technologie analysieren soll, Glasperlen zu einem Bild auf, das TV-Generationen bewegte – die Beam me up, Scotty!-Szene aus der Serie Star Trek. Mittlerweile hängen die als Perlenvorhänge verwewigten Crewmitglieder in Microsofts Studio D in Redmond, Washington.

Diskursdisko

 

Black Rain – Sonnenwind auf der Milchstrasse


14.06.10

Letztes Jahr hat die Royal Academy den Film in der Ausstellung „Erde” in London gezeigt. Er heißt Black Rain und ist von Semiconductor (Ruth Jarman und Joe Gerhardt). Black Rain besteht aus Bildern der Solar-Mission STEREO. Hier sieht man visuelle Daten des HI (Heliospheric Imager) wie sie im interplanetaren Raum Sonnenwind und CME’s (koronale Ausbrüche) aufnehmen, die in Richtung Erde unterwegs sind. Das Video verfolgt die Reise der Twin-Satelliten von ihrem ursprünglichen Standpunkt auf der Erdlaufbahn um die Sonne. Wie in der früheren Arbeit von Semiconductor „Brilliant Noise”, wird wieder mit wissenschaftlichen Satelliten-Rohdaten gearbeitet, die weder gereinigt noch für den öffentlichen Gebrauch aufbereitet, verarbeitet werden.
 

Casa de Karton


03.06.10

Herzallerliebstes Papierparadies von Don Lucho. Leider sind meine Spanischkenntnisse nicht so grande, sonst würde ich gerne mit exklusiven Hintergrundinformationen zum Kartondomizil auffahren. Von Kartoffelreibe über Bettvorleger und Konservenreservoir ist jedenfalls alles im Karton – ein Traum für alle stolzen Besitzer eines Papierhauses.

rebel:art

 

Contemporary Embroidery


22.05.10

Wenn Zeit vor allem durch Zeitmangel und Schnelllebigkeit definiert wird, beginnen wir Dinge zu schätzen, in denen wertvolle persönliche Stunden nicht reproduzierbarer Handarbeit stecken, bei denen jeder Schritt nicht das Produkt einer maschinellen Tätigkeit ist, sondern auf die persönliche Stimmungslage, das Zusammenspiel des Zufalls und die eigene Fingerfertigkeit zurückgeht. Deswegen faszinieren uns solche diffizilen Werke, wie die von Lauren DiCioccio, die mit millimetergenauen Handstickereien, einer herzerwärmenden Liebe zum Detail und ganz viel Persönlichkeit Alltagsprodukte in Unikate verwandelt.

LENSCRATCH

 

Schick wie Stulle – Embroidered Wonderbread


19.05.10

Im Vordergrund stehen hier Feldversuche am ungewöhnlichen Materia, nicht unbedingt der künstlerische Ansatz oder eine bestimmte Ausage. Definitv hat sich  Catherine Mc Ever für etwas dauerhaftes entschieden, ihr verziertes Brot hält mittlerweile schon ganze vier Jahre lang.

ArtSchoolVets

Auch schön bestickt

 

Ivan Navarro – The Eternal We


16.05.10

Iván Navarro nimmt es künstlerisch mit kryptischen Zuständen wie der Unendlichkeit auf, indem er ihr unfassbares Bild anhand von Begriffen aufruft, die Vergänglichkeit symbolisieren. Dafür installiert er Begriffe wie Tod und Beziehung – letzteres durch geniale Wortwahl, in einer einfachen Buchstabenspiegelung,  verdeutlicht – zu sich endlos wiederholenden Spiegelungen. Einige der Installationen des chilenischen Künstlers, erinnern mich irgendwie an einen Roman von Murakami.

Noch mehr Unendlichkeit bei Everyone is an Art Director

 

Mail Art – Haare in Din A6


14.05.10

Im internationalen Verkehr sind heute Postkarten mit einer Länge von 140 bis 235 mm, einer Breite von 90 bis 125 mm und einem Flächengewicht von 150 bis 500 g/m² zugelassen. Es ist allerdings nicht geklärt, ob die Postkarte unbedingt aus Barcelona, Prerow, Görlitz beziehungsweise einem anderen sehenswerten Ort sein muss oder auch aus abgeschnittenen Haaren, erschlagenen Mücken und abgetrennten Waschzetteln sein darf. Die Finnin Riitta Ikonen hat sich diesen bürokratiefreien Raum erschlossen und ihre offen lesbaren Mitteilungen mit visuellen Botschaften, sicherlich ihr Tagwerk betreffend, ergänzt. Von 2004 bis 2006 erreichten Margaret Huber in Brighton etliche postalische Unikate aus Russland, Japan, Spanien, und Seegras. Bis auf drei Karten, kam jede der 100 verschickten Exemplare bei der Empfängerin an.

PS: Hallo Herr Hundertmark, Alles Gute zum Geburtstag :))

We like that

 

Kunst aus der Versenkung


01.05.10

Ob der mexikanische Künstler Ivan Puig zufällig auf ein großstädtisches Sumpfgebiet gestoßen ist, oder eine okkulte Technik zur Versenkung konventioneller Alltagsmaterie entwickelt hat, man mag spekulieren, die Wirkung ist jedoch ungewöhnlich außergewöhnlich.

TrendLand

 

Neues von Evol – Fotorealismus auf Pappe


28.04.10

Neue Arbeiten von Evol, letztens schon mit seiner Plattenbauaktion hier vertreten, sind momentan in der Berliner Wilde Galery zu sehen. Für die Gruppenausstellung Source/Resource hat der Künstler Karton mit fotorealistisch wirkenden Details besprüht und dem Allrounder Pappe alle Ehre gemacht.

iGnant

 

Robbie Rowlands´Großstadtsanierung


20.04.10

Robbie Rowlands erweist morschen Häusern, rostigen Verkehrsschildern und zu Tode gelangweilten Tapeten die letzte Ehre. Anstatt die ausgediente Alltagsmaterie impulsiv intuitiv niederzureißen, bedient sich der Australier der hohen Kunst des Dekonstruktivismus. Dank ausgeklügelt akkurater Abreißtechnik wird nicht nur demoliert, sondern gleichzeitig auch produziert. Pedantisch genau spaltet er Laternenmast, Dielenboden und Raufasertapete und verhilft so unbeachteter in die Jahre geratener Durchschnittsumgebung zu neuem formvollendetem Eigenleben.

toomuchhotsaucekillsbraincells, GIN palace

 

Fadenknäuelchen und Maschenhäufchen


17.04.10

Bei erstmaligem Betrachten der verschlungenen Knäuel- und Häufchenlandschaften kann eine verzwickte Beklommenheit, zwischen einem unterschwelligen Anfall von aufkommendem Widerwillen und einer, um Objektivität bemühten, Faszination für Konstruktion und Komplexität, entstehen. Hat man sich aber von der Imagination, eine Anhäufung invasiver Bandwürmer zu betrachten, gelöst, kann man das komplexe Kletterseilkonglomerat von Orly Genger umfassend auf sich wirken lassen. Mit speziell entwickelten Häkel- und Stricktechniken baut die New Yorkerin geometrische Türmchen und fließende Häufchen aus massivem Nylonseil und düsterer Acrylfarbe. Neben den verwickelt voluminösen Maschengewächsen züchtet Orly Genger gerne auch arttypische Accessoires.

minimal exposition, PICDIT

 

The Art of Chess – Schachspielvariationen


13.03.10

„The Art of Chess” ist eine Ausstellung die am 14. April 2010 auf der Mailänder Möbelmesse als Teil des  fuori salone, Schachspielinterpretationen bekannter zeitgenössischer Künstler zeigt. Künstler wie  Tracy Emin und Damien Hirst deklinieren das Thema Schach von provokativ-vulgär bis klinisch-minimalistisch in sieben Variationen durch.


‘modern chess set’, rachel whiteread 2005


‘mental escapology, damien hirst 2003


‘untitled’, barbara kruger 2006


‘chess set’, jack and dinos chapman 2003


‘amorphous organic’, alastair mackie 2008


‘untitled’, tom friedman 2005

Mehr Fotos hier

Neatorama