Kreatives Gegengift für verstaubte Fassaden


02.03.10

Mentalgassi ist eingefleischten TheJunction-Lesern natürlich ein Begriff. Im Mai letzten Jahres berichteten wir über die Berliner Streetart-Künstler, die deutsche Großstädte mit Fotoplakaten verschönern und dabei heimlich Straßenschildern, Recyclingcontainern und Fahrkartenautomaten ein Gesicht verleihen. Hier ein paar Einblicke in die kreativen Köpfe sowie noch mehr Arbeiten der talentierten Straßenkunstakteure:

Im Rahmen der Berliner Fashion Week versammelten sich ab dem 21. Januar dieses Jahres Designinteressierte, Kunstliebhaber und Kunstschaffende, so auch die Jungs von Mentalgassi, zwischen Backsteinfundament und Holzbalken zum kreativ interaktiven Aufeinandertreffen und Feiern, initiiert von Converse in Kooperation mit dem Lodown Magazin. Die kahlen, bröckeligen Wände eines entkernten Berliner Altbaus wurden während der siebentägigen Veranstaltungsreihe mit dem interaktiven Motto ,,You´re here“ zu kreativen Luftschlössern verwandelt. Aus einer Portion Farbe, künstlerischem Mut und Ideenreichtum entstanden Wandillustrationen, wie beispielsweise die des Kölner Künstlers HerrSchulze, der mit einem überdimensionalen Malen nach Zahlen Berlinbild zum Mitmachen anregte und kreativ versierten Menschen, sowie solchen, die davon noch nichts wussten, die Angst vor dem weißen Blatt der weißen Wand nahm und dem ein oder anderen Sternstunden im Bereich schöpferische Selbstverwirklichung verschaffte. Wie ein kreatives Kontrastmittel wirkte das bunte, lebendige Wandbild im Gegensatz zur Umgebung aus Verfall und alter Fassade und regte zu neuem Schaffen an.

Am Ende des siebentägigen Events durfte zusammen mit dem Broken Hearts Club und Bodi Bill frei nach dem Motto ,,Tear Down“ noch mal ordentlich gefeiert, geschmiert oder gemalt werden. Anschließend verabschiedete sich die interaktive Partyreihe nach London, Paris und Mailand. Die kreativen Ergüsse der jeweiligen lokalen Künstler und weiterer noch unbekannter, aber talentierter Kreativer kann man übrigens auch online bestaunen. Eine Reihe von Kurzfilmen, wie der von mentalgassi, zeigt die individuellen Inspirationen, die gestalterischen Prozesse der jungen Schaffenden, macht deutlich, was Kreative verschiedener Nationalitäten, unterschiedlicher Kontinente prägt. In naher Zukunft soll hier ein inspirierendes Künstlernetzwerk für kreative Köpfe der ganzen Welt entstehen, das die Lokalkünstler, die vorgestellten jungen Artists, Talente von bildender bis darstellender Kunst schöpferisch vereint – es bleibt spannend.

Converse

 

Leidenschaft lohnt sich! – TYPO Berlin „Passion“


18.02.10

Seit 1995 findet die Designkonferenz TYPO Berlin jährlich unter einer anderen Thematik statt, Kommunikationsdesign immer wieder unter neuen Gesichtspunkten betrachtend. Dieses Jahr wird das internationale Branchentreffen unter dem herzblutigen Motto Passion stehen. Das liegt auf der Hand, so ist doch gerade in kreativberuflicher Hinsicht die Leidenschaft das Salz in der Suppe, welches den Beruf erst zur Berufung macht, Weiterentwicklung und Erfolg ermöglichend.

Unter Gestaltern und denen die es werden wollen, hat es sich schon lange herumgesprochen: Die TYPO Berlin liebt es herzhaft und wartet jedes Jahr mit einem  line up auf, das es in sich hat. Seit 15 Jahren, regelmäßig Ende Mai, wird das Berliner Haus der Kulturen der Welt, für drei Frühlingstage zum Wallfahrtsort für Kommunikationsdesigner, Auszubildende und Studenten entsprechender Studiengänge, die sich aus Vorträgen, Workshops und Foren an Haupt- und Nebenschauplätzen, kostbares Know-how, Inspiration und Bestätigung holen, die unentbehrlich sind um der eigenen Passion zu folgen.

Bis es am 20.05. 2010 ernst wird, können passionierte Gestalter wöchentlich eins der begehrten Konferenztickets beim jährlichen TYPO Berlin-Gewinnpiel gewinnen, wenn sie ihre eigenen Leidenschaften mit dem Passion-Herz versehen, und die Begrifflichkeit so auf persönliche Weise gestalterisch definieren. Hier hab ich schon mal mein Best-off der stetig wachsenden Galerie zusammengestellt, darunter auch die eine oder andere meiner eigenen Leidenschaften entdeckt.

Ausgeschlafene TheJunction-Leser können es sich bestimmt schon denken: Ja, ich möchte mit meinem heutigen Artikel wiedermal Erfreuliches einläuten. Mehr erfahrt ihr bald an dieser Stelle.

 

Prädikat Zukunft – Die transmediale.10


07.02.10

Den Helm mit rosa Atemflüssigkeit gefüllt, taucht Virgil Brigman hinab in die Meerestiefen des Kaimangrabens, in eine beklemmende Dunkelheit, in der das nukleare Verderben tickt, von Menschenhand erschaffen. Seine Mission ist eine Reise ohne Rückfahrkarte, seine Vision eine Welt in Frieden oder wenigstens, die Rettung seiner Besatzung und der freundlichen Wesen, die ihnen dort unten ständig begegnen. Das fluoreszierende Licht im Dunkel, die immaterielle Anwesenheit von Energie, die friedliche Stille, die ihn nach 139 Minuten Filmdauer, auf leuchtenden Schwingen in eine Zukunft mit Happy End rettet, haben mich damals fasziniert und The Abyss, ein Science Fiction Film, der das sonst genretypische Zukunftsszenario, mit einer fast ebenso unbekannten Tiefseeumgebung ersetzt, hat sich in mein Gedächtnis eingeprägt.

Letzte Woche im Haus der Kulturen der Welt: frei von fiktionalem Pathos und doch ergreifend – hier rosa Flüssigkeit in Rundkolben, dort tiefste Dunkelheit, fluoreszierendes Licht, elektrizitätsschwangere Luft und jede Menge Stille, unterbrochen von einem immer wiederkehrenden Ton. Um die Ecke ein voller Kinosaal, alle paar Minuten ein cineastisch unterschiedlich umgesetztes Leitthema und ein paar Türen weiter, eine Wand in einem großen, dunklen, leeren Raum, über Tage hinweg dieselbe analoge Installation zeigend: horizontal aufgespannte Videobänder, vor weißem Licht ventilierend.

Die Übersichtlichkeit des Foyers entließ die Besucher in Räume, in denen dekorativer Kabelsalat, flimmernde Monitore und eine zwanglose Sitzordnung, die produktive Atmosphäre bestimmten. Computerkunst-Pionier und Ars Electronica Linz Gründer Herbert W. Franke referierte einleitend über alte visuelle und werteabhängige Vorstellungen von Zukunft, während die junge Redakteurin eines Internetfernsehsenders ihr mitgebrachtes Frühstück verzerrt und sich wirklich niemand daran störte.

In diesem Jahr bilanzierte die transmediale ehemalige Vorstellungen vom Jahr 2010, Welches lange als Inbegriff für Zukunft galt. Darüber hinaus, schuf sie ein multidisziplinäres Forum, das sich den tatsächlichen Entwicklungen annahm. Ein Themenschwerpunkt widmete sich Kreativität und Kultur als wirtschaftlich relevanten Faktor. Mit Workshops und Vorträgen wurde vermittelt und erörtert, wie man dieses Potential organisiert und dauerhaft tragfähig macht. Die Sprecherlisten der Konferenz Future Observatory waren lang, der Zeitstrahl für einen einzelnen Programmpunkt ging manchmal über die Horizontale einer ganzen Programmheftseite, man musste Zeit mitbringen und wirkliches Interesse. Künstler, Wissenschaftler, Philosophen, Pioniere, Designer und Medienaktivisten aus aller Welt, trafen in der Futurity Long Conversation aufeinande um vor einem internationalen – und das ist keine Floskel, die Sprache die ich am meisten gehört habe, war gebrochenes Englisch – Publikum ihren heutigen Blick auf die vergangenen und gegenwärtigen Zukünfte zu diskutieren.

Eingetaucht in Stille und Dunkelheit das Herzstück des Festivals – die Ausstellung Future Obscura – zugegeben, mein Staunen stellte sich erst ein, als ich das Konzept hinter den Exponaten ansatzweise begriffen hatte. Anfangs befremdet vom Geruch nach Strom und warmen Metall, musste ich mir auch hier Zeit nehmen um mich auf die Interaktion mit ihnen einzulassen. Wie bizarre Tiefseelebewesen bedurften viele der Ausstellungsstücke der Dunkelheit um ihre visuelle Wirkung zu entfalten und ihre Funktion übernehmen zu können.

Das heutige Verständnis von Arbeit wurde analog als traditionelle Biete-Suche-Tafel veranschaulicht als Teil des Future Exchange,  beherbergt von einem mehrkammerigen Konstrukt, spartanisch in mausgrau gestrichen und realisiert vom Architektenteam Raumlabor. Hier wurde Google zum Trotz, an alternativen Suchmaschinen geschraubt, kleine Robotoren entstanden aus Erdnuss und -Mischgemüsedosen wie nebenbei. Fair Trade innerhalb sozialer Netzwerke betrieben, wurde bei einer  Tasse Tee mit Kardamom, gebrüht auf der Heizfläche eines Bügeleisens, im Feral Trade Cafe erklärt, während man, verborgen hinter den umfunktionierten Türen, einem Tausendjährigen Stück lauschen konnte. Über den gesamten Festivalzeitraum hinweg, fanden hier Workshops statt.

Unsere Zukunft ist eine unvermeidbare Mission ohne Rückfahrkarte. die transmediale hat in diesem Jahr dazu eingeladen, sich ernsthaft und auf hohem Niveau mit vergangenen Visionen und entstandenen Tatsächlichkeiten auseinanderzusetzen, auf deren Grundlage unsere Zukunft entsteht. Mein Fazit: Hingabe und Zeit, sowie ein spezielles Interesse an  Technik, moderner Ethik und neuen Strukturen hinsichtlich kultureller Organisation, sind das Pfand, welches man einzahlt um aus den Vorlesungen, Gesprächen und Workshops Nutzen zu ziehen. Die gesamte visuelle Aufbereitung des Festivalthemas allerdings,  ist  sehr empfehlenswert für Kenner wie Nichtkenner. Definitiv ist man auf der transmediale um zu sehen, nicht um gesehen zu werden, Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

Bis heute Abend um 23:00 läuft das Festival noch im HKW-Mutterschiff, die Ausstellung Future Obscura wird bis zum 09.02.2010 verlängert, die Einnahmen der beiden Tage, kommen den Erdbebenopfern in Haiiti zugute. Die Satelliten die das Festival begleiten, laufen noch unterschiedlich lange bis Ende Februar.

Mitgestaunt und wieder hervorragend fotografiert hat Julius Höhne. Herzlichen Dank!

Fotos: © Julius Höhne

 

Ticket-Gewinnspiel – transmediale.10


20.01.10

Unter dem Motto FUTURITY NOW! untersucht die transmediale.10 im Haus der Kulturen der Welt die Entwicklung des Internets, globale Netzwerkpraxis, Open-Source-Methoden, mobile Technologie im Hinblick auf neue kulturelle, ideologische und politische Modelle. Vom 2. – 7. Februar 2010, in dem Jahr das der vergangene Inbegriff der Zukunft ist, untersucht das Festival mit Konferenzen, Workshops, Screenings, Performances und Ausstellungen die Identitätskrise, in der die Zukunft heute steckt.

Heute startet die Verlosung des ersten von zwei Festivaltickets. Der Pass berechtigt den glücklichen Gewinner zur Teilnahme an allen fünf Festivaltagen. Bis Freitag 18:00 Uhr eingegangene Emails, werden bei der Verlosung berücksichtigt. Eine Frage habe ich mir auch ausgedacht: Unter welchem Namen wurde 1988, das heute unter transmediale bekannte, internationale Festival für zeitgenössische Kunst und digitale Kultur, ins Leben gerufen? Bitte sendet die richtige Antwort an redaktion[at]thejunction[dot]de unter Nennung eures Vor und -Zunamen. Unter den richtigen Antworten werde ich am Samstag den ersten GewinnerIn bekanntgeben. Viel Spaß, viel Glück. Nächste Woche geht es weiter mit der Verlosung von Ticket Nummer zwei. Das Programm zum Download hab ich hier schon mal eingestellt.

tm10_programme-schedule

 

Update: FUTURITY NOW! – transmediale.10


18.01.10

Wie ich gestern schon angekündigt habe, wird TheJunction mit Text und Bild von der transmediale.10 berichten, ausserdem werde ich hier zwei komplette Festivalpässe verlosen, die zum Besuch des fünftägigen Festivals vom 02.Februar bis zum 07.Februar berechtigen, nicht wie ich gestern schrieb zwei Tagestickets. Bald lest ihr hier mehr.

 

FUTURITY NOW! – transmediale.10


17.01.10

Kurze Ankündigung vorab:
TheJunction
wird ab dem 02. Februar nicht nur Eindrücke vom Festival mit euch teilen, sondern in Kürze auch Tagestickets Festivalpässe verlosen, dazu bald mehr an dieser Stelle.

Am 2. Februar eröffnet die transmediale.10, Festival für Kunst und digitale Kultur, ihr Programm aus Konferenzen, Workshops, Screenings, Performances  und Ausstellungen unter demTitel FUTURITY NOW!  Mit den Fragestellungen: Warten wir bis die Zukunft sich einstellt? Oder erfordert die technologische, prozessuale und soziale Qualität unserer gegenwärtigen digitalen Kultur es, die Zukunft als kulturelles Konzept zu denken? reflektiert die transmediale.10 die anhaltende Wirksamkeit, aber auch die Grenzen vergangener Zukunftsutopien, die für das 21. Jahrhundert gedacht wurden, und diskutiert die Frage, ob wir die Zukunft bereits eingeholt haben.

Zusätzlich zum Festivalprogramm im HKW werden Satellitenveranstaltungen angeboten, die thematisch das Festivalthema aufgreifen. Die Ausstellung Reflective Interventions – Multimedia Installationen in der Galerie Art Claims Impulse zeigt ab dem 20. Januar unter Anderem Arbeiten von Julius von Bismarck dessen neueste Arbeit auf der transmediale 2010 uraufgeführt wird.

Foto: Image Fulgurator, Julius von Bismarck

 

eBoys are Everywhere


14.01.10

Mit dem vierten Berlin snapshot widmet sich die eye blog Reihe nach Wiyumi, Angela Lorenz und Alessio Leonardi den Pixelartisten von eBoy und ihren wimmelbildartigen Arbeiten, die von der Visakarte bis zum Londoner Taxi nahezu Alles zum urbanen Kunstwerk oder Werbeträger  machen, was nicht niet- und nagelfest ist. Jüngstes Werk der drei, über den Erdball verteilt arbeitenden, eBoys, ist ein Entwurf für Amnesty International (für die Großansicht aufs Bild klicken).

 

„Can you tell me more…?“


09.11.09

I hardly publish articles written in English, actually I never do if I dont have to. German is my mother tongue and I feel somehow uncomfortable when writing English. Today is a special occasion — as we all know — and another special one as I introduce a letter, written by my dear friend, who was asked by another friend, a English speaking one, to tell him more about the German reunification 20 years ago. Thats why the letter is in English and so I am able to invite also non-German speakers to read this article. When I read the letter for the first time I was very touched and I was not the only one who asked oneself if this piece doesn’t deserve a broader audience. So I decided to ask her to give me permission to publish it here, even though I knew that I will have this long, long interview yesterday and this blog has a strong visual approach. But a blog is always about sharing. So why not share some personal expierience and give it some lines more…

The thing with this letter is, that it is written from the west side of the inner German boarder, and I guess this should be an interesting addition to the article yesterday…

A letter to a foreign fellow trying to explain my feelings about fall 1989 in Germany

»Can you tell me more about 3.10.?«

This year we celebrate the 20th anniversary of the Berlin wall having come down, which took place on 9th of November 1989. But the government decided some 18 years ago or so to make the 3rd of October the official memorial date, where the legal and monetary reunion took place in 1990 (so actually only 19 years ago).

Thinking about that time still moves me to tears, like yesterday when I passed a sign/memorial on the street on Potsdamer Platz. Also at the moment there are a lot of interviews, clips and original audio-pieces broadcasted on the radio and I am totally cought by that – every year again.
For example a few days ago it was the 20th anniversary of a special occasion in the Prague embassy of Germany where more than 700 refugees were seeking shelter. After more than ten days crumbed together in the garden of the embassy they were allowed to travel to the West. There is a famous audio piece by Genscher, the minister of foreign affairs back then, going something like: “I came to tell you, that today your depart…” and nothing more than incredible screaming was to be heard. Everytime I hear that, and even when I write about that now, I get goose flesh.

It may sound stupid, because especially younger folks don’t quite share my strong feelings about that occasion. But I am old enough to have a clear memory of these days back 20 years ago.
Growing up right at the border in the west – you probably have heard of “Fulda gap”? – where every guest was taken to the border strip, and everybody had relatives in the east, sometimes just few km apart, but unfortunately on the other side. My father is from Berlin, so our family used to travel at least once a year on this long and exhausting journey through the former east by car, waiting for hours on the border, every cm of the car got searched through. I remember sending parcels to the eastern relatives with the classic west stuff – coffee and chocolate – every now and then.

Since the embassy thing in September ’89 it was clear, that there was a change going on, but it still was a big surprise when suddenly on the 9th of November we were able to watch the wall coming down on television – that was a very emotional moment for us eastern Westgermans.

And then suddenly they all came over. We already got a lot of refugees since summer 1989 but then from 10th of November on Fulda was INVADED by Thuringians and Saxonians, being one of the nearest cities.
They all came to pick up their 100 DM “Begrüßungsgeld” (welcoming money), queueing for ages in the freezing cold, with babies and elderly (EVERYbody got 100 DM, y’know)
The city council couldn’t quite cope, so they asked in our nearby school (where I was aged 16) for volunteers to help. So I found myself taking care of the Eastgermans for more than a week providing tea, soup and babyfood.

After some occasional visits I made my first serious steps direction east in 1991 to Weimar to join some fellow architecture students there and from 1993 on studying visual communication at the Bauhaus-University. I ended up living there almost 13 years (with some breaks inbetween in Berlin, The Netherlands and Hamburg).
If I am asked where my hometown is, I tend to say Weimar instead of Fulda because I lived there for the most important part in my life and met most of my best friends there.
And that all would never have been possible without the German reunion. My profession and life would be completely different I guess.

This is, in short, the story of my great emotional involvement with the German reunification. I wish more people would remember these days – and the years (and conditions) before theses days in autumn of 1989.
When I moved far west to Rhineland (Düsseldorf, Cologne area) I was shocked, that most of the people I met there have never ever been in the eastern part of Germany. After all these years! And unfortunately meanwhile a lot of eastern Germans tend to speak about the GDR times as “not all too bad” which is absolutely rubbish. It was a bad, criminal, repressive system. Let us not forget.

 

2x Hennessy Artistry Party in Berlin zu verschenken


15.10.09

Seit 1765 werden in Cognac edle Brände unter dem Namen Hennesy destilliert. Seit 2007 ist die traditionsreiche Marke, die man bis dato eher mit Gentleman-Clubs und Pferderennen in Verbindung brachte, auf Club-Tour rund um die Welt. Der partyfitte Sneaker darf dabei natürlich nicht fehlen, zu sehen auf Bild 2, designt von Jhung Juro.
Nach New York, Taipeh und Chicago ist am 20.10.2009 zum zweiten Mal Berlin der Schauplatz für einen hochprozentigen Mix aus Musik und Cocktails. In der Tube Station feiern am Montag geladene Gäste und zwei TheJunction Leser mit ihren BegleiterInnen zu den Klängen von Siri Svegler und Dj Shahrokh.

Wenn ihr wisst, unter welchen Bedingungen sich ein Cognac Fine Champagne nennen darf, gehören 2×2 Karten für die Hennessy Artistry Party euch. Bitte schreibt die Antwort als Email an news[at]thejunction[dot]de, Betreff: Hennessy.
Bitte nicht wundern, der Kommentarthread wird zu diesem Zweck, bis zur Gewinnerziehung geschlossen. Unter allen richtigen Ergebnissen lose ich zwei Gewinner aus, die ich morgen Abend auf TheJunction veröffentliche. Viel Glück!!

 

TheJunction vor Ort: art forum berlin 2009


23.09.09

Heute bin ich unterwegs und sehe mir gemeinsam mit Julius Höhne, der mich als Fotograf begleitet, die art forum berlin an. Aus dem hoffentlich nicht so überfüllten Pressezentrum werde ich unsere ersten Eindrücke posten. Zum Warmlaufen ein paar Fotos aus den Vorjahren.

„Monopol“ Restaurant Lounge (afb 2007) gestaltet von COORDINATION Berlin

Lichtinstallation von Anselm Reyle (afb 2006)

Marnie Weber, “The Sheep”, 2007 (afb 2007)

 

Eine vorläufige Bilanz des Wandels in der Berlinischen Galerie


17.09.09

„Berlin 89/09 Kunst zwischen Spurensuche und Utopie“
Berlinische Galerie Alte Jakobstr.124-128, 10969 Berlin
Vernissage: 17.09.2009, 19:00 Uhr, Ausstellung: 18.09.2009-31.01.2010

Fred Rubin, WMF

Fred Rubin, WMF

Fred Rubin hat Ender der 90iger Jahre den legendären WMF-Club , dessen Line-up und Publikum, das heutige Image der Hauptstadt entscheidend geprägt hat, mit abgedanktem Möbiliar aus dem DDR-Außenministerium und dem Palast der Republik ausgestattet. Mit seiner Installation Palast Transfer, die den PdR  — transferiert in eine neue Verschalung — an der Côte d’Azur auferstehen ließ, richtete er mit künstlerischen Mitteln den internationalen Fokus auf die vorschnelle und oft gedankenlose Abrisspolitik in der neuen Bundeshauptstadt. Eine Auswahl seiner Werke ist ab heute  Teil der Ausstellung in der Berlinischen Galerie.

Olaf Metzel, Fuenfjahrplan 1985

Olaf Metzel, Fuenfjahrplan 1985

Die Ausstellung umfasst zahlreiche Werke international bedeutender KünstlerInnen, die sich mit den teils dramatischen, teils nur unmerklichen Veränderungen in der architektonischen und urbanen Struktur der Hauptstadt befasst haben. Mit dem Mauerfall stand Berlin über Nacht im Zentrum einer neuen Aufmerksamkeit: Vom Repräsentant zweier gegensätzlicher Gesellschaftssysteme wurde die Stadt international zum Gradmesser der Wiedervereinigung und zur Projektionsfläche gesellschaftlicher, kultureller und architektonischer Neuentwürfe. Bis heute zieht der tiefgreifende Wandlungsprozess KünstlerInnen aus aller Welt an. Für diese waren von Beginn an die dramatischen Veränderungen in der neuen Hauptstadt Gegenstand intensiver künstlerischer Recherche und Intervention. Sie wurden Auslöser kommentierender, alternativer wie utopischer Entwürfe.

Doug Hall,  Remnants of the GDR

Doug Hall, Remnants of the GDR
Arwed Messmer Potsdamer Platz Anno Zero

Arwed Messmer Potsdamer Platz Anno Zero

BETEILIGTE KÜNSTLER
Ulf Aminde, John M. Armleder, Max Baumann, Stefanie, Bürkle, Sophie Calle, Tacita Dean,
Dellbrügge & de Moll, Johanna Domke, Rainer Fetting, Nina Fischer und Maroan el Sani,
Doug Hall, Tobias, Hauser, Hans Hemmert, Heike Klussmann, Karsten Konrad,
Norbert Kottmann, Susanne Kriemann, Alicja Kwade, David Lamelas, Gerda Leopold,
Ute Mahling, Michel Majerus, Arwed Messmer, Olaf Metzel, Anne Misselwitz, Susi Pop,
Reynold Reynolds, Fred Rubin, Salomé, Sarah Schönfeld, Frank Thiel, Wolfgang Tillmans,
Tim Trantenroth, Bernd Trasberger, Vincent Trasov, Lois Weinberger, Michael Wesely

 

TheJunction X Fashion Week Berlin II


06.07.09

Anna Wintour:

“There is something about fashion, that can make people really nervous!”

Warum? Keine Ahnung. Vielleicht liegt es an dieser Zahl: 300 MILLIARDEN. Dreihundert Milliarden Dollar beschreibt die Summe dessen, was die globale Modeindustrie jährlich ausspuckt. Und ungeachtet der Tatsache, dass wohl jeder Designer gerne von sich behaupten würde, dass er frei von wirtschaftlichem Druck seine Kollektion präsentiere, war auch in Berlin spürbar, dass Mode mehr ist als die Summe kreativen Schaffens.

Denn in der Tat, die Nervosität war allgegenwärtig. Bei gefühlten 30 °C und einer mehr als anstrengenden Luftfeuchtigkeit ging das Modespektakel am Bebelplatz, mit der Show von Kai Kühne, erfolgreich zu Ende.

Kai Kühne:

Mit insgesamt 33 Laufstegschauen, sechs Präsentationen und Events verzeichnete die fünfte Mercedes-Benz Fashion Week Berlin einen neuen Rekord. „Die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin ist eine Erfolgsgeschichte“, so Anders Sundt Jensen, Leiter Markenkommunikation Mercedes-Benz Cars. „Bei jeder Veranstaltung kommen mehr Designer, Zuschauer, Journalisten und Stars.”

Und wohl wahr, es ist nicht zu vereiteln, alle waren sie da … Die deutsche Prominenz trat wieder gegen die gekauften amerikanischen Stars an, und auch wohlbehütete Journalisten und Redakteure aus den deutschen Reihen bekamen in diesen Tagen Besuch von ihren internationalen Kollegen.

Worüber wohl  jeder erzählen wird, ist die kurze Anwesenheit des Schauspielers Adrien Brody und Kollegin Sienna Miller bei der Boss Orange Show, der Auftritt von Justin Timberlake auf der B&B und der Besuch von Suzy Menkes, die wohl wichtigste Modekritikerin unserer Zeit, im Megazelt am Bebelplatz. Auch der frisch verliebte Boris Becker sorgte, wie im letzen Jahr, in der First Row bei Kaviar Gauche wieder für ein ordentliches Blitzlichtgewitter und hat so manchen Twitterkanal an seine Grenzen getrieben.

Mindestens einer von uns Dreien war bei den Schauen stets vor Ort, aber was unseres Erachtens in den Medien zu wenig kommuniziert und kommentiert wurde, sind die Präsentationen der UdK Berlin und der Kunsthochschule Weißensee. Beide Hochschulen zeigten Mode mit einem beachtlich hohem Designniveau und vielseitigem kreativen Spirit!

Unsiversität der Künste:

Kunsthochschule Weißensee:

Wunderschön auch die Präsentation von Black Coffee. Selten habe ich Seide derart edel gefaltet und in einer solch lebendigen Form und Mustervielfalt gesehen. Handgefärbte, perlenbesetzte Kleidungsstücke und extragroße Helme mit Netzgewebe verinnerlichen nicht nur die Kultur des afrikanischen Labels, sondern zeigen anhand der Baumwoll- und Leinenstoffe die Geschichte des kolonialen Afrikas in einer völlig neuen Art.

Black Coffee

Black Coffee

Und zu guter Letzt die beiden Berliner Labels Kaviar Gauche und PENKOV. Bernadett Penkov präsentierte 40er Jahre-Shapes mit raffiniertem Futurismus als Hauptthema und zeigte durch kunstvoll entrückte Metallic-Lederapplikationen eine schicke Symbiose zwischen Schmuck und Kleidung. Bei den Designerinnen Alexandra Fischer-Roehler und Johanna Kühl gab es endlos wallende, weiße Kleider aus feinsten Materialien, in der für das Label Kaviar Gauche schon fast typischen femininen Avantgarde zu sehen.

1-2 PENKOV, 3-4 Kaviar Gauche

1-2 PENKOV, 3-4 Kaviar Gauche

Meister der Inszenierungen waren Michalsky und die Modefirma Hugo Boss. Mit Locations à la Friedrichstadtpalast oder den AEG-Hallen in Köpenick war schnell klar, welche Schauen keiner versäumen will. Bei gefühlten 1000 Personen im Palast an der Friedrichstraße und noch mal so vielen in den alten Containern in Treptow, zeigten Kreativdirektor Eyan Allen und Modedesigner Michael Michalsky ihre Empfehlungen für die kommende Saison. (Coverage zu beiden Schauen findet ihr hier und hier.)

NEXT SHOWS COMING SOON!

 

VICE BREAD AND BUTTER PARTY 2009


30.06.09

Diese Woche geht er los, der Fashion-Wahnsinn in Berlin. Bread & Butter, Mercedes Benz Fashion Week, Premium und ca. 280432 Veranstaltungen und Parties im Namen von Mama Mode. Damit ihr nicht den Überblick verliert, legen wir euch nun eine der vielen vielen abendlichen Aktivitäten ans Herz.

Unsere Freunde von der VICE laden am 2. Juli zu ihrer Bread & Butter Party 2009. Nachdem die Modemesse nun nach 2-jähriger Abstinenz endlich wieder in die Hauptstadt zurück kehrt, sollte dies natürlich gebührend gefeiert werden. VICE kommt mit einem beachtlich langen Line-Up um die Ecke und präsentiert euch Künstler wie Goldie Locks, Appaloosa und Mix Hell.

Da ihr für die große Sause eine Einladung braucht, verlosen wir 2 Gästelistenplätze. Schickt einfach eine E-Mail an redaktion@thejunction.de – wer zuerst kommt, malt zuerst, versteht sich. Für alle anderen gibt es noch die Möglichkeit auf www.viceland.de eine Einladung zu ergattern.

 

Levi’s Unbuttoned Event kommt nach Berlin


19.06.09

Trotz mäßigen Wetters hat der Festival- und Musiksommer längst begonnen. Pünktlich zur Berlin Fashionweek kommt nun auch Levi’s mit einem erstklassigen Event um die Ecke. Nachdem bereits Städte von Zürich bis nach Hamburg bespielt wurden, kehrt die Denim-Marke mit ihrer Levi’s Unbuttoned Event in der deutschen Hauptstadt ein. Am 02. Juli präsentieren sie eine Reihe musikalischer Top-Acts im ASTRA Kulturhaus Berlin. Von Garage-Rock bis Electro-HipHop ist alles dabei – da wären u.a. Boyz Noize, The Subways, Crookers, Esser und Amanda Blanck.

Amanda Blank

Amanda Blank
Boyz Noize

Boyz Noize

Wir werden für euch vor Ort sein und u.a. ein besonderes Auge auf Santigolds, Spank Rocks und M.I.A.s Ziehkind Amanda Blank werfen. Die Newcomerin aus Philadelphia veröffentlich am 17. Juli ihr Debütalbum “I Love You”. Der nicht sehr vielversprechende Titel der Platte täuscht allerdings nur über Amandas unmissverständlich freizüzigen Tonfall hinweg – wir erwarten eine geladene, bunte auf-die-Fresse-Performance à la M.I.A. und Rye Rye!

Wer aber nun selber sicher gehen will, dass Levi’s seine versprochenen “501 minutes of progressive music & style” einhält, kann entweder in jedem großen Levi’s Store in Berlin eines der limitierten Tickets kaufen oder sich einen kleinen Moment Zeit nehmen und hier eine Karte gewinnen (siehe unten).

Job-Descriptions, Informationen zum Ablauf der Contests und alles weitere rund um den Event, die Acts und die Musik gibt es auf www.red-tab.com. Wer als Twitter-User diesen Tweet retweetet, nimmt ebenfalls an der Verlosung teil. Viel Glück!

In Zürich, München, Wien oder Hamburg sah der Spaß übrigens so aus: klick!

 

The Art of Paperfolding


13.05.09

© Simon Schuber

© Simon Schuber
© Simon Schuber

© Simon Schuber

Am 01. Mai eröffnete in der Berliner Upstairs Gallery eine Austellung, von der wir behaupten können, sie so noch nie gesehen zu haben. Der Deutsche Simon Schubert macht Faltkunst. Nicht etwa im gewohnten Origami-Style, nein, er faltet Räume aus Papier, detailgenaue, filigrane Objekte als 2D- bzw. 3D-Bilder. Das plastische Porträt entsteht durch ständige Postitiv- und Negativfaltung und verändert sich, je nach Betrachtungswinkel, von Relief zu Zeichnung und umgekehrt.

Sein Ziel ist es, in einer subtilen Verschiebung des Realen, Gehalte von Vergänglichkeit, Verschwinden und Angreifbarkeit zu hinterfragen und übersetzt diese in eine physisch erfahrbare Realität.

Bis zum 11. Juli habt ihr noch die Chance seine einzigartigen Kunstwerke in Berlin mit eigenen Augen zu sehen.

Via today and tomorrow