Papergirl 2010 – 250 Künstler stellen aus


05.07.10

Seit 2006 findet das Plakatkunstfestival Papergirl jährlich in Berlin statt, mittlerweile gibt es die Papergirls in mehreren Städten weltweit. New York geht dieses Jahr erstmalig mit an den Start. Für die Berliner Aktion, werden vom 04.07. – 23.07. 2010 250 Beiträge in der Galerie Neurotitan in Berlin zu sehen sein, bevor sie am letzten Tag des Festivals per Fahrrad unter die Leute gebracht werden.

 

Stadtkarten für Geotagger


21.06.10

Georeferenzierung ist ja gerade der neuste Schrei. Nachdem man sich lange Zeit mit der Begutachtung der Nachbarhäuschen von oben per Google Maps oder später dem Ablatschen des ehemaligen Schulwegs per Street View zufrieden gab, gilt es heute per Geotagging alle Fotos genauen Standorten zuzuordnen. Dieses Phänomen macht sich Eric Fischer zu Nutze, indem er bei flickr und picasa sämtliche Fotoalben durchforstet und deren Geodaten auf Open Street Map visualisiert. Dabei werden Bilder von Touristen mit roten Punkten versehen, die von Einwohnern mit blauen, die nicht zugeordnet werden konnten mit gelben Punkten. So kann man in Berlin eine Invasion aus roten Pünktchen vom Alex über die Museumsinsel zum Regierungsviertel pilgern sehen, während Venedig unter einem Teppich aus roten Pünktchen versinkt und wieder andere Städte, wie Kansas City, gänzlich von touristischen Fotoattacken verschont bleiben.

paper tastebuds

 

TYPO Berlin 2010 „Passion“ – Inspiration im Stundentakt


28.05.10

Die Definitionen von Leidenschaft gehen selten über Gemütsbeschreibungen wie inbrünstig, begeistert und hingebungsvoll hinaus. Ähnlich wie Sehnsucht,  gehört sie zu den, wissenschaftlich wenig erforschten, emotionalen Phänomenen. Um zu wissen ob sie schmeckt wie Pfälzer Leberwurst oder doch wie eingeschlafene Füße muss man sie selbst probiert haben. Auf der  TYPO Berlin 2010 zum Thema Passion konnte man den vielleicht wertvollsten Effekt erleben, den beruflich gelebte Leidenschaft haben kann, die Übertragung dieses Gefühls auf Andere in Form von Begeisterung und Aufmerksamkeit – ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Designgeschäft, speziell im Kommunikationsdesign.

Julia Laub/Hartmut Bohnacker: Generative Gestaltung

Wie Leidenschaft zu Leistung wird die begeistert, vermittelten die wenigen Vorträge über Einzelprojekte am glaubhaftesten. Das war zum Einen die Präsentation des Buches Fritz Kahn – „Man Machine“ von Uta und Thilo von Debschitz und zum Anderen der Vortrag von Julian Zimmermann über das Corporate Design, das er für Togbui Ngoryifia Céphas Kosi Bansah den König der Volksgruppe Hohoe Gbi Traditional Ghana, die zum 3-Millionen-Volk der Ewe im Osten Ghanas gehören, entwarf. Beide gehören zu meinen persönlichen Favoriten dieser Konferenz, und werden noch genauer vorgestellt.

Der König ist Kunde

Auch der Schriftgestalter Yanone und der Informationsarchitekt Oliver Reichenstein stellten neue Projekte vor – die Schrift Amman, die den Namen ihres Entsstehungsortes trägt und ein Textverarbeitungsprogramm für das iPad, das sich nach der Leserichtung orientiert, die vom rechteckigen Format des Gerätes vorgegeben wird, also horizontal verläuft und damit die Lesbarkeit optimiert, was sich zugunsten der Konzentration beim Arbeiten und Lesen am Bildschirm auswirken soll.

Passion: Oliver Reichenstein über Lesbarkeit – Schreibbarkeit

Weitere Vorträge die viel positive Resonanz bekamen, obwohl reine Portfoliopräsentationen mit zum Teil recht alten Arbeiten, waren die Beiträge von Erik Kessels und Joachim Sauter. Als Kessels nüchtern und und ohne die Miene zu verziehen, die geniale „Schlimmer geht immer“-Kampagne für ein Null-Komfort-Hotel in Amsterdam vorstellte, blieb kein Auge trocken. Joachim Sauter von Art & Com hat souverän dargestellt, wie man Natur- und Zeitgeschichte erlebbar und reflektierbar macht, indem man sie virtuell und interaktiv auferstehen lässt. Eine Auswahl aus den beiden Vorträgen und weitere, von Eike König und Fons Hickmann gezeigte, Projekte werde ich in den nächsten Tagen etwas näher vorstellen, da sie wunderbar in das Konzept von TheJunction passen.

Alles in allem haben die Vorträge die ich verfolgt habe, wenig auf das Thema Passion eingespielt. Ich behaupte, dass  Hingabe an den Beruf, vor allem im hochqualitativen Ressort, zum guten Ton gehört und das die meisten erfolgreichen Gestalter unter dieser herzblutigen Berufskrankheit „leiden“. Ein übergreifendes Thema sollte auch inhaltlich zum Tragen kommen und nicht nur durch begeisternde Projekte repräsentiert werden. Das haben die vorigen Konferenzen SPACE, Image, Music usw. besser vermocht.

Mit der Abkehr vom gedruckten Programmheft hin zur interaktiven TYPO Applikation, hat der Veranstalter gezeigt, das die TYPO Berlin voll und ganz im digitalen Zeitalter angekommen ist. Dieses Tool hat mich zuverlässig durch die dreitägige Konferenz begleitet. Hier konnte man sein persönliches Programm zusammenstellen und wieder ändern, die Nachrichtenkanäle der TYPO abrufen und sich selbst auf der Twitterwall of Passion verewigen, sich zum Mittagessen verabreden und mitlesen, was andere Konfernzteilnehmer und Referenten von den Vorträgen halten.

Malte Christensen (@kopfbunt) kurz nach seinem Vortrag

Im Fall von David Carson und Studio Dumbar, war das nicht besonders viel. Carsons Vortrag habe ich selbst nicht gesehen, er hat aber mit den Bildern seiner ganz privaten Leidenschaften – Surfen und Frauen in Powerpoint präsentiert – mehrere hundert Leute aus dem anfangs randvollen Saal vertrieben, obwohl er mit dem Konzept seines Vortrags dem Konferenzthema näher war als manch anderer Redner. Ich bin ihm noch kurz vor Schluss der Konferenz begegnet, als er sich mit einer Gruppe von jungen Studentinnen fotografieren ließ. Es war bemerkenswert, das sich das Alter seiner Fans scheinbar genau entgegengesetzt zu seinem eigenen entwickelt.

Font Girls

Den finalen Vortrag performten Studio Dumbar, die ich gar nicht kannte. Hauptbestandteil der Dramaturgie war eine Reihe von Kurzinterviews mit Mitarbeitern des Studios zu verschiedenen Fragen z.B. über Essen, Trägheit und Tiere. Die Interviews wurden von Liza Enebeis (Typeradio) geführt. In fast bedrückender Atmosphäre, spielten sich die gesamten Sequenzen auf dem Gesicht einer Art menschlichen Wirts ab. Einem jungem Mann, der stillstehend, mit einer weißen Maske, die sprechenden Gesichter seiner Kollegen, von seinem ständig den Beamer justierenden Gegenüber, auf sein eigenes projeziert bekam. Ein  Tryptichon aus Leinwänden  zeigte gerenderte, animierte Skizzen und die Interviewfragen in Krakelschrift. #typo10 war sich einig: arty farty!, pretentious!, überflüssig! im Saal klatschten nur Wenige, die allerdings sehr bestimmt. Da ich das für exquisite Grafik vielfach ausgezeichnete Studio Dumbar aus Den Haag nicht kannte, war ich absolut unvoreingenommen. Weder fand ich die Performance langweilig, noch schlecht oder sinnentleert. Ich habe sie als Koketterie mit Kommunikation und Technik verstanden, mit 30 Minuten Dauer definitiv zu lang und innerhalb des Programms falsch platziert.

Mein Fazit: Die TYPO Berlin 2010 „Passion“ war eine lebendige, gutgelaunte Designveranstaltung, deren Programmverantwortliche den inhaltlichen Fokus im Hauptsaal, von der Typografie auf das gesamte Spektrum, das Kommunikationsdesign aktuell zu bieten hat, verlegt haben. Die drei Tage Dauerinspiration und Bildung waren sicherlich eines meiner Highlights in diesem Jahr. Emotional wurde die Konferenz zum größten Teil durch das Publikum getragen, es wurde überdurchschnittlich viel gelacht, in Szenen hinein applaudiert und vor Rührung geweint. Das vielversprechende Thema, war allenfalls eine Hilfslinie für das jährlich wechselnde Corporate Design der TYPO und ein durchaus wirksamer Stimmungsmacher bei Publikum und Sprechern.

Ab morgen gibt es hier bebilderte und bewegtbilderte Einzelbeiträge zu einigen Vorträgen bzw. Projekten im gewohnten TheJunction-Stil.

Fotos: © Julius Höhne

 

Webinale 2010: World Wide Webworking im Dreitage-Rhythmus


28.05.10

Am 31. Mai trifft sich die Online-Szene zum 4. Mal auf der Webinale, der holistischen Webkonferenz in Berlin. Business, Design und Technologie sind die Koordinaten des weltweiten Raumes, dessen Besucher ihre Energien an 3 Tagen im Maritim proArte in der Friedrichstraße bündeln. In zahlreichen Sessions, Vorträgen und Panels öffnen sich dem Publikum neue Perspektiven, Kontakte und Denkanstöße. Die Themen der dreitägigen webinale reichen von E-Business und Advertising über Rich Internet Applikationen (RIA), Widgets & Co, Soziale Netzwerke und Communities, Future und Mobile Web, Design und Usability bis hin zu Multitouch und Augmented Reality.

Inhaltliche Schwerpunkte werden vom 31. Mai bis zum 2. Juni 2010 in Special Days präsentiert, die nach dem Motto „Ein Tag, ein Raum, ein Thema“ einen fokussierten Besuch je nach persönlichen Interessensgebieten erlauben sollen. Am 31. 5. gibt es den Mobile Revolution Day in Kombination mit dem Start Up Day für Unternehmensgründer, wo Menschen mit Ideen auf Menschen mit Geld treffen und sich austauschen. Der 1. Juni widmet sich Onlinemarketing und RIA. Der 3. und letzte Tage steht unter dem Motto (Social) SEO Day.

Als Sprecher stellen sich Szene-Größen wie Thomas Bachem, Dennis Bemmann, Carlo Blatz, David Carr, Ibrahim Evssan, Vitaly Friedman, Eric Gehl, Felix Haas, Johnny Haeusler, Jörn Kabisch, Patrick Lauke, Martin Lechner und Ossi Urchs dem Fachpublikum. Ein online zur Verfügung gestellter Zeitplaner hilft bei der Vorauswahl des vielschichtigen Angebotes. Wer die Zukunft mitgestalten will, sollte sich jetzt schnell eines der begehrten Tickets sichern. Einfach mal Webinale-Luft schnuppern wollen? Durch eine kostenlose Vorab-Registrierung können Neugierige ausgewählte Sessions am 1. und 2. Juni genießen.

 

TheJunction vor Ort – TYPO Berlin – Alles drin!


20.05.10

Ich bin heute zur TYPO Berlin aufgebrochen und werde die nächsten drei Tage im HKW verbringen. Alle wichtigen Utensilien zum notieren, bloggen und posten, passen in meinen Lieblingsstoffbeutel. Julius ist auch grad eingetroffen, mit Kamera und Dreitagebart. Das Konferenzgebäude füllt sich und in 15 Minuten gehts los. Besser gehts nicht!

 

Nachtrag zur next 10: Schokolade und Social Media 2.0


17.05.10

Die next10 verabschiedet sich vorerst wieder aus der Hauptstadt. Neben solchen divergenten Beiträgen, wie der von wired magazine Gründer Louis Rossetto, der sich neuerdings auf die Revolution der Schokoladenindustrie spezialisiert hat und mit seiner Schoko 2.0. jetzt auch Fruchtgeschmack schokoladentauglich macht, gab es viel Inhalt zu all dem, was aktuell diskutiert und teilweise sicher schon oft gehört wurde. Das Motto ,,Game Changer” verleitete zu hohen Erwartungen und thematischer Allgemeingültigkeit. Präsente Themenfelder wurden eifrig befeuert: Hypes und deren Entwicklungen hatten, wie das Thema Social Media, höchste Relevanz. Aussagen wie, Social Media sei tot, bis hin zur Feststellung der Hype sei letztendlich im Alltag angekommen, oder solche, die meinten von der ganzen Sache sowieso nie viel gehalten zu haben, trafen aufeinander. Wer davon letztendlich Regelbrecher, Mitspieler oder Spielverderber war, bleibt fraglich. Dass Hypes kommen und gehen, ist jedenfalls klar, doch sind diese, sobald sie in Realität und Praxis angekommen sind, tot und in der Bedeutungslosigkeit angekommen, oder sind es nicht die Buzzwords als solche, die uns diese Bewegungen manchmal tot wünschen lassen. Ganz einig wurde man sicht nicht. Zusammenfassend hier noch mal eine Übersicht über all diejenigen Hypes, die in den letzten Jahren unsere Wahrnehmung geprägt, gequält oder gefesselt haben, ob qualitativ oder quantitativ.

Interessant war es übrigens auch abseits des dicht gefüllten Programms, wo man bei gern genutzten Steckdosen-Treffpunkten die ersten Annäherungen zwischen mobilen internetfähigen Flachbildschirmen und Mensch beobachten und damit einhergehend neue Verbrauchertrends auswerten konnte.

 

next10 goes Berlin


03.05.10

Berlin hat einen Neuankömmling: die next conference hat Hauptstadtluft geschnuppert und wird sich nächste Woche und auch in Zukunft in der STATION Berlin niederlassen. Am 11. und 12. Mai lädt die Veranstaltung für digitales Networking und Trends der Internet-, Medien- und Kommunikationsbranche zum innovativen wie interaktiven Symposium zum Thema ,,Game Changer” ein. Wer bereit ist die Spielregeln zu ändern, sollte sich von verhafteten Geschäftsmodellen, Massenmarketing und Mainstream lösen und stattdessen Innovation eine Chance geben. Spezialisten in Sachen kalkulierten Regelbruchs werden unter anderem Peter Espersen von Lego und Karlheinz Brandenburg vom Frauenhofer Institut für digitale Medientechnologie sein. Ein besonders nonkonformer ,,Game Changer“ ist beispielsweise Tanzforscher und Psychologe Peter Lovatt, alias Dr. Dance, der sich der Tanz- und Balzverhaltensforschung verschrieben hat. Neben dem Dauerbrennerthema: der Einfluss des World Wide Webs, wurde dieses Jahr auch die boomende App-Ökonomie als Leitgedanke auserkoren. Hier schon mal eine thematische Einstimmung aus dem App Store. Auf der Hyperwall sind die 20.000 beliebtesten Apps aufgeführt, die, bei jedem Download, fröhlich blinken.

 

Neues von Evol – Fotorealismus auf Pappe


28.04.10

Neue Arbeiten von Evol, letztens schon mit seiner Plattenbauaktion hier vertreten, sind momentan in der Berliner Wilde Galery zu sehen. Für die Gruppenausstellung Source/Resource hat der Künstler Karton mit fotorealistisch wirkenden Details besprüht und dem Allrounder Pappe alle Ehre gemacht.

iGnant

 

The Hidden Cameras – kurios, kreativ, kanadisch


02.04.10

Dass Kanadier nicht nur passionierte Curling und Eishockey Fanatiker, sondern auch skurrile verschrobene Köpfe sind, mag vielleicht noch nicht zur internationalen Gerüchteküche durchgedrungen sein, The Hidden Cameras wären auf jeden Fall das beste Beispiel dafür. Frontmann Joel Gibb bewegt sich mit seiner stetig wechselnden Besatzung aus sieben bis zwanzig Gesangskünstlern, Violinenakrobaten oder theatralischen Tänzern auf einem schmalen Pfad zwischen wirr und witzig. Die charakteristischen Kanadier paaren frohlustige Volksmusik mit konzentrierten Kirchen- bis Hochzeitsgesängen und einem finalen homoerotischen Hauch. Wem das noch nicht skurril genug klingt, kann sich auch die visuelle Dröhnung kurioser Klangkultur geben, oder am 18.04. ins Lido starten.

Mit Noblesse Oblige haben sich die Kanadier für den 18.04. deutsche Freunde dazu geholt.

http://www.vimeo.com/9977152

 

Kreatives Gegengift für verstaubte Fassaden


02.03.10

Mentalgassi ist eingefleischten TheJunction-Lesern natürlich ein Begriff. Im Mai letzten Jahres berichteten wir über die Berliner Streetart-Künstler, die deutsche Großstädte mit Fotoplakaten verschönern und dabei heimlich Straßenschildern, Recyclingcontainern und Fahrkartenautomaten ein Gesicht verleihen. Hier ein paar Einblicke in die kreativen Köpfe sowie noch mehr Arbeiten der talentierten Straßenkunstakteure:

Im Rahmen der Berliner Fashion Week versammelten sich ab dem 21. Januar dieses Jahres Designinteressierte, Kunstliebhaber und Kunstschaffende, so auch die Jungs von Mentalgassi, zwischen Backsteinfundament und Holzbalken zum kreativ interaktiven Aufeinandertreffen und Feiern, initiiert von Converse in Kooperation mit dem Lodown Magazin. Die kahlen, bröckeligen Wände eines entkernten Berliner Altbaus wurden während der siebentägigen Veranstaltungsreihe mit dem interaktiven Motto ,,You´re here“ zu kreativen Luftschlössern verwandelt. Aus einer Portion Farbe, künstlerischem Mut und Ideenreichtum entstanden Wandillustrationen, wie beispielsweise die des Kölner Künstlers HerrSchulze, der mit einem überdimensionalen Malen nach Zahlen Berlinbild zum Mitmachen anregte und kreativ versierten Menschen, sowie solchen, die davon noch nichts wussten, die Angst vor dem weißen Blatt der weißen Wand nahm und dem ein oder anderen Sternstunden im Bereich schöpferische Selbstverwirklichung verschaffte. Wie ein kreatives Kontrastmittel wirkte das bunte, lebendige Wandbild im Gegensatz zur Umgebung aus Verfall und alter Fassade und regte zu neuem Schaffen an.

Am Ende des siebentägigen Events durfte zusammen mit dem Broken Hearts Club und Bodi Bill frei nach dem Motto ,,Tear Down“ noch mal ordentlich gefeiert, geschmiert oder gemalt werden. Anschließend verabschiedete sich die interaktive Partyreihe nach London, Paris und Mailand. Die kreativen Ergüsse der jeweiligen lokalen Künstler und weiterer noch unbekannter, aber talentierter Kreativer kann man übrigens auch online bestaunen. Eine Reihe von Kurzfilmen, wie der von mentalgassi, zeigt die individuellen Inspirationen, die gestalterischen Prozesse der jungen Schaffenden, macht deutlich, was Kreative verschiedener Nationalitäten, unterschiedlicher Kontinente prägt. In naher Zukunft soll hier ein inspirierendes Künstlernetzwerk für kreative Köpfe der ganzen Welt entstehen, das die Lokalkünstler, die vorgestellten jungen Artists, Talente von bildender bis darstellender Kunst schöpferisch vereint – es bleibt spannend.

Converse

 

Leidenschaft lohnt sich! – TYPO Berlin „Passion“


18.02.10

Seit 1995 findet die Designkonferenz TYPO Berlin jährlich unter einer anderen Thematik statt, Kommunikationsdesign immer wieder unter neuen Gesichtspunkten betrachtend. Dieses Jahr wird das internationale Branchentreffen unter dem herzblutigen Motto Passion stehen. Das liegt auf der Hand, so ist doch gerade in kreativberuflicher Hinsicht die Leidenschaft das Salz in der Suppe, welches den Beruf erst zur Berufung macht, Weiterentwicklung und Erfolg ermöglichend.

Unter Gestaltern und denen die es werden wollen, hat es sich schon lange herumgesprochen: Die TYPO Berlin liebt es herzhaft und wartet jedes Jahr mit einem  line up auf, das es in sich hat. Seit 15 Jahren, regelmäßig Ende Mai, wird das Berliner Haus der Kulturen der Welt, für drei Frühlingstage zum Wallfahrtsort für Kommunikationsdesigner, Auszubildende und Studenten entsprechender Studiengänge, die sich aus Vorträgen, Workshops und Foren an Haupt- und Nebenschauplätzen, kostbares Know-how, Inspiration und Bestätigung holen, die unentbehrlich sind um der eigenen Passion zu folgen.

Bis es am 20.05. 2010 ernst wird, können passionierte Gestalter wöchentlich eins der begehrten Konferenztickets beim jährlichen TYPO Berlin-Gewinnpiel gewinnen, wenn sie ihre eigenen Leidenschaften mit dem Passion-Herz versehen, und die Begrifflichkeit so auf persönliche Weise gestalterisch definieren. Hier hab ich schon mal mein Best-off der stetig wachsenden Galerie zusammengestellt, darunter auch die eine oder andere meiner eigenen Leidenschaften entdeckt.

Ausgeschlafene TheJunction-Leser können es sich bestimmt schon denken: Ja, ich möchte mit meinem heutigen Artikel wiedermal Erfreuliches einläuten. Mehr erfahrt ihr bald an dieser Stelle.

 

Prädikat Zukunft – Die transmediale.10


07.02.10

Den Helm mit rosa Atemflüssigkeit gefüllt, taucht Virgil Brigman hinab in die Meerestiefen des Kaimangrabens, in eine beklemmende Dunkelheit, in der das nukleare Verderben tickt, von Menschenhand erschaffen. Seine Mission ist eine Reise ohne Rückfahrkarte, seine Vision eine Welt in Frieden oder wenigstens, die Rettung seiner Besatzung und der freundlichen Wesen, die ihnen dort unten ständig begegnen. Das fluoreszierende Licht im Dunkel, die immaterielle Anwesenheit von Energie, die friedliche Stille, die ihn nach 139 Minuten Filmdauer, auf leuchtenden Schwingen in eine Zukunft mit Happy End rettet, haben mich damals fasziniert und The Abyss, ein Science Fiction Film, der das sonst genretypische Zukunftsszenario, mit einer fast ebenso unbekannten Tiefseeumgebung ersetzt, hat sich in mein Gedächtnis eingeprägt.

Letzte Woche im Haus der Kulturen der Welt: frei von fiktionalem Pathos und doch ergreifend – hier rosa Flüssigkeit in Rundkolben, dort tiefste Dunkelheit, fluoreszierendes Licht, elektrizitätsschwangere Luft und jede Menge Stille, unterbrochen von einem immer wiederkehrenden Ton. Um die Ecke ein voller Kinosaal, alle paar Minuten ein cineastisch unterschiedlich umgesetztes Leitthema und ein paar Türen weiter, eine Wand in einem großen, dunklen, leeren Raum, über Tage hinweg dieselbe analoge Installation zeigend: horizontal aufgespannte Videobänder, vor weißem Licht ventilierend.

Die Übersichtlichkeit des Foyers entließ die Besucher in Räume, in denen dekorativer Kabelsalat, flimmernde Monitore und eine zwanglose Sitzordnung, die produktive Atmosphäre bestimmten. Computerkunst-Pionier und Ars Electronica Linz Gründer Herbert W. Franke referierte einleitend über alte visuelle und werteabhängige Vorstellungen von Zukunft, während die junge Redakteurin eines Internetfernsehsenders ihr mitgebrachtes Frühstück verzerrt und sich wirklich niemand daran störte.

In diesem Jahr bilanzierte die transmediale ehemalige Vorstellungen vom Jahr 2010, Welches lange als Inbegriff für Zukunft galt. Darüber hinaus, schuf sie ein multidisziplinäres Forum, das sich den tatsächlichen Entwicklungen annahm. Ein Themenschwerpunkt widmete sich Kreativität und Kultur als wirtschaftlich relevanten Faktor. Mit Workshops und Vorträgen wurde vermittelt und erörtert, wie man dieses Potential organisiert und dauerhaft tragfähig macht. Die Sprecherlisten der Konferenz Future Observatory waren lang, der Zeitstrahl für einen einzelnen Programmpunkt ging manchmal über die Horizontale einer ganzen Programmheftseite, man musste Zeit mitbringen und wirkliches Interesse. Künstler, Wissenschaftler, Philosophen, Pioniere, Designer und Medienaktivisten aus aller Welt, trafen in der Futurity Long Conversation aufeinande um vor einem internationalen – und das ist keine Floskel, die Sprache die ich am meisten gehört habe, war gebrochenes Englisch – Publikum ihren heutigen Blick auf die vergangenen und gegenwärtigen Zukünfte zu diskutieren.

Eingetaucht in Stille und Dunkelheit das Herzstück des Festivals – die Ausstellung Future Obscura – zugegeben, mein Staunen stellte sich erst ein, als ich das Konzept hinter den Exponaten ansatzweise begriffen hatte. Anfangs befremdet vom Geruch nach Strom und warmen Metall, musste ich mir auch hier Zeit nehmen um mich auf die Interaktion mit ihnen einzulassen. Wie bizarre Tiefseelebewesen bedurften viele der Ausstellungsstücke der Dunkelheit um ihre visuelle Wirkung zu entfalten und ihre Funktion übernehmen zu können.

Das heutige Verständnis von Arbeit wurde analog als traditionelle Biete-Suche-Tafel veranschaulicht als Teil des Future Exchange,  beherbergt von einem mehrkammerigen Konstrukt, spartanisch in mausgrau gestrichen und realisiert vom Architektenteam Raumlabor. Hier wurde Google zum Trotz, an alternativen Suchmaschinen geschraubt, kleine Robotoren entstanden aus Erdnuss und -Mischgemüsedosen wie nebenbei. Fair Trade innerhalb sozialer Netzwerke betrieben, wurde bei einer  Tasse Tee mit Kardamom, gebrüht auf der Heizfläche eines Bügeleisens, im Feral Trade Cafe erklärt, während man, verborgen hinter den umfunktionierten Türen, einem Tausendjährigen Stück lauschen konnte. Über den gesamten Festivalzeitraum hinweg, fanden hier Workshops statt.

Unsere Zukunft ist eine unvermeidbare Mission ohne Rückfahrkarte. die transmediale hat in diesem Jahr dazu eingeladen, sich ernsthaft und auf hohem Niveau mit vergangenen Visionen und entstandenen Tatsächlichkeiten auseinanderzusetzen, auf deren Grundlage unsere Zukunft entsteht. Mein Fazit: Hingabe und Zeit, sowie ein spezielles Interesse an  Technik, moderner Ethik und neuen Strukturen hinsichtlich kultureller Organisation, sind das Pfand, welches man einzahlt um aus den Vorlesungen, Gesprächen und Workshops Nutzen zu ziehen. Die gesamte visuelle Aufbereitung des Festivalthemas allerdings,  ist  sehr empfehlenswert für Kenner wie Nichtkenner. Definitiv ist man auf der transmediale um zu sehen, nicht um gesehen zu werden, Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

Bis heute Abend um 23:00 läuft das Festival noch im HKW-Mutterschiff, die Ausstellung Future Obscura wird bis zum 09.02.2010 verlängert, die Einnahmen der beiden Tage, kommen den Erdbebenopfern in Haiiti zugute. Die Satelliten die das Festival begleiten, laufen noch unterschiedlich lange bis Ende Februar.

Mitgestaunt und wieder hervorragend fotografiert hat Julius Höhne. Herzlichen Dank!

Fotos: © Julius Höhne

 

Ticket-Gewinnspiel – transmediale.10


20.01.10

Unter dem Motto FUTURITY NOW! untersucht die transmediale.10 im Haus der Kulturen der Welt die Entwicklung des Internets, globale Netzwerkpraxis, Open-Source-Methoden, mobile Technologie im Hinblick auf neue kulturelle, ideologische und politische Modelle. Vom 2. – 7. Februar 2010, in dem Jahr das der vergangene Inbegriff der Zukunft ist, untersucht das Festival mit Konferenzen, Workshops, Screenings, Performances und Ausstellungen die Identitätskrise, in der die Zukunft heute steckt.

Heute startet die Verlosung des ersten von zwei Festivaltickets. Der Pass berechtigt den glücklichen Gewinner zur Teilnahme an allen fünf Festivaltagen. Bis Freitag 18:00 Uhr eingegangene Emails, werden bei der Verlosung berücksichtigt. Eine Frage habe ich mir auch ausgedacht: Unter welchem Namen wurde 1988, das heute unter transmediale bekannte, internationale Festival für zeitgenössische Kunst und digitale Kultur, ins Leben gerufen? Bitte sendet die richtige Antwort an redaktion[at]thejunction[dot]de unter Nennung eures Vor und -Zunamen. Unter den richtigen Antworten werde ich am Samstag den ersten GewinnerIn bekanntgeben. Viel Spaß, viel Glück. Nächste Woche geht es weiter mit der Verlosung von Ticket Nummer zwei. Das Programm zum Download hab ich hier schon mal eingestellt.

tm10_programme-schedule

 

Update: FUTURITY NOW! – transmediale.10


18.01.10

Wie ich gestern schon angekündigt habe, wird TheJunction mit Text und Bild von der transmediale.10 berichten, ausserdem werde ich hier zwei komplette Festivalpässe verlosen, die zum Besuch des fünftägigen Festivals vom 02.Februar bis zum 07.Februar berechtigen, nicht wie ich gestern schrieb zwei Tagestickets. Bald lest ihr hier mehr.

 

FUTURITY NOW! – transmediale.10


17.01.10

Kurze Ankündigung vorab:
TheJunction
wird ab dem 02. Februar nicht nur Eindrücke vom Festival mit euch teilen, sondern in Kürze auch Tagestickets Festivalpässe verlosen, dazu bald mehr an dieser Stelle.

Am 2. Februar eröffnet die transmediale.10, Festival für Kunst und digitale Kultur, ihr Programm aus Konferenzen, Workshops, Screenings, Performances  und Ausstellungen unter demTitel FUTURITY NOW!  Mit den Fragestellungen: Warten wir bis die Zukunft sich einstellt? Oder erfordert die technologische, prozessuale und soziale Qualität unserer gegenwärtigen digitalen Kultur es, die Zukunft als kulturelles Konzept zu denken? reflektiert die transmediale.10 die anhaltende Wirksamkeit, aber auch die Grenzen vergangener Zukunftsutopien, die für das 21. Jahrhundert gedacht wurden, und diskutiert die Frage, ob wir die Zukunft bereits eingeholt haben.

Zusätzlich zum Festivalprogramm im HKW werden Satellitenveranstaltungen angeboten, die thematisch das Festivalthema aufgreifen. Die Ausstellung Reflective Interventions – Multimedia Installationen in der Galerie Art Claims Impulse zeigt ab dem 20. Januar unter Anderem Arbeiten von Julius von Bismarck dessen neueste Arbeit auf der transmediale 2010 uraufgeführt wird.

Foto: Image Fulgurator, Julius von Bismarck