Verschwommene Erinnerungen aus Kaixian


24.06.10

Der Drei Schluchten Damm in China ist, wie sollte es anders sein, der größte der Welt. Mit der Fertigstellung im Jahr 2009 erstreckt sich der Stausee über 600 Kilometer und begräbt damit Landschaften, ganze Städte, unzählige Dörfer und Fabriken unweit des Jangtse Flusses unter einer tiefen Wasserdecke. Yang Yi hält die letzten Eindrücke, seine persönlichen Erinnerungen und Plätze, die letzten Spuren von Leben und Verfall in seiner Heimatstadt kurz vor der kompletten Überflutung fest. Die Bilder sind eine Fiktion aus Fotografie und digitaler Technik, zeigen eine zukünftigen Unterwasserwelt, in der Menschen, ausgestattet mit Schnorchel und Taucherbrille, ihrer täglichen Routine nachgehen.

My Modern Metropolis

 

Englands haariger Beitrag zur Expo 2010


09.04.10

Wo sonst als in Shanghai, China, der asiatischen Metropole der Superlative, sollte die größte Weltausstellung aller Zeiten stattfinden. Bei voraussichtlich 70 Millionen Besuchern lohnt es sich dann auch schon mal mit visuellem und konzeptionellem Futurismus auf sich aufmerksam zu machen – wie England mit dem von Thomas Heatherwick kreierten Pavillon. Das etwas groß geratende Nadelkissen soll nicht etwa Spießigkeit oder gar eine borstige Art der Britten repräsentieren, sondern vielmehr die einmalige Verbindung von Natur und Urbanität in England verkörpern. In den 60.000 Filamenten in fragiler Fiberglasoptik verbergen sich verschiedenste Pflanzensamen, die also für mehrere Hektar britische Grünfläche stehen sollen. Wenn zwischen dem 01.05. – 31.10.2010 dann auch noch ein Lüftchen in Shanghai wehen sollte, erlaubt die flexible Fiberglasskulptur sogar ein seicht schimmerndes Schwingen der Filamente. Am Abend taucht sich der britische Expo-Beitrag thematisch passend in ökologisches Grün.

via Yatzer & dezeen

 

The No Logo Era


18.11.08

Was ist das?

Ein Fastfood Restaurant? Ja. Spezialisiert auf amerikanische Fleischgerichte? Absolut. Das “Quarter Pounder” ist ein “No-Logo-Restaurant”. Sagt euch nichts? Dann wartet ab. McDonald’s launchte jetzt unter dem Pseudonym einer ihrer meistverkauften Burger ein etwas anderes Schnellrestaurant in Tokyo – alles ohne goldenes M, ohne die bekannten Farben, ohne Aktionswochen, ohne große Auswahl. Minimalistisch, möchte man meinen. Doch das ganze ist nicht mehr als eine neue Vermarktungsstrategie. Bei vielversprechenden Verkaufszahlen ist damit womöglich eine neue Ära in Sicht. Genug mit allgegenwertigen Marken Logos, hin zum Secret-Marketing

Interessant und unheimlich zugleich.

Via Slamxhype

 

Hongkong – Architecture of Density


26.10.08

Kein Anfang, kein Ende. Ein erdrückendes und zugleich faszinierendes Gefühl überkommt den Betrachter dieser großformatigen Fotografien von Michael Wolf. Der deutsche Fotograf, der in den USA und China lebte, begeistert mit seiner Ausstellung “Hongkong – Architecture of Density”.

6,700 Menschen auf einem Quadratkilometer, gigantische Plattenbauten, Dimensionen, die es wohl nur in China gibt. Auf seiner Website gibt’s all seine wunderbaren Fotografien nochmal zum Anschauen.

© Michael Wolf

© Michael Wolf
© Michael Wolf

© Michael Wolf

Via Pudri

 

Li Wei and ‘A Pause for Humanity’


24.10.08

“Nur die Performance-Kunst bietet die Möglichkeit, am eigenen Körper das zu erfahren, was gleichzeitig die Message der Aktion ist.”  Li Wei

© Li Wei

© Li Wei
© Li Wei

© Li Wei

Das ist Li Wei. Er ist ein Performancekünstler, ein Visionär, ein Bewunderter. Er ist ständig auf der Suche nach dem perfekten Szenario. Er schafft es mit Fotografien und Vorführungen den Rezipienten zu fesseln. Er hält seine Umwelt mit dem was unmöglich scheint an. Er hält die Schwerkraft in seinen Händen. Manchmal trickst ein Drahtseil die Schwerkraft aus, aber es ist immer seine Kreativität, sein Mut das Unwirkliche wirklich zu machen.

Das Studium an einer privaten Kunsthochschule in Peking brach der seit 2000 international agierende Künstler nach einem Jahr ab. Man hätte dort nichts lernen können über Gegenwartskunst, begründet er die Entscheidung. Li Wei sieht in jeder Performance nicht nur das Endprodukt, sondern vielmehr den Kraftaufwand, der nötig ist, um das Ziel zu erreichen. Es ist die Kraft, die wir brauchen, um unsere persönlichen Freiräume zu verteidigen. Seine Arbeit ist eine Hommage an die menschliche Leidenschaft.

Das Leben steht für einen kurzen Moment still. Der verwirrte Betrachter wird eher an eine Film- oder Comicszene erinnert, als an die Wirklichkeit.
Mal schwebt der in Peking lebende Li Wei als grünes Logo auf einer roten Fahne, mal steckt er kopfüber im Straßenpflaster oder trifft sich mit Frau und Baby in schwindelerregender Höhe auf einem Stahlträger. Bei seinen Spiegel-Performances setzt er sich einerseits der öffentlichen Schaulust aus, andererseits hält er dem Publikum im wahrsten Sinne des Wortes den Spiegel vor. „Was ich bei meinen Performances erlebe,” so Li Wei, „gibt mir den Antrieb für meine folgenden Projekte.” Als ständigen Balanceakt zwischen dem eigenen Freiheitsstreben und der Sorge um den Schutz der wenigen existenten emotionalen Schonräume, wie ihn z. B. die Familie bietet, beschreibt Li Wei seine künstlerische Arbeit.

© Li Wei

© Li Wei

 

 

Tan Dun – Komponist ohne Grenzen


25.07.08

Tan Dun: Visual music

Tan Dun: Visual music

Der chinesische Komponist und Klangkünstler Tan Dun ist den meisten bekannt als überaus erfolgreicher Komponist für Filmmusik. Ihm haben wir die Musik zu den Filmen ”Hero” und “Tiger & Dragon“ zu verdanken. Er hat viele Preise gewonnen, darunter den British Academy Film Award, den Grammy und sogar den Oscar. Dies ist aber nur eine Facette seines bewegten Lebens und außergewöhnlichen Schaffens.

Tan Dun stammt aus der chinesischen Provinz Hunan. Diese hat es in zweierlei Hinsicht zu großer Berühmtheit gebracht. Zum Einen kommt der große Vorsitzende Mao Zedong aus der Gegend und zum Anderen kann Hunan mit einer der schönsten Landschaftspanoramen Chinas aufwarten: den Bleistiftbergen von Zhang Jia Jie. Die Natur und die Volksbräuche der ländlichen Umgebung prägen den Jugendlichen, die Musik wird seine Zuflucht in den wirren Zeiten der Kulturrevolution. Er beschäftigt sich mit klassischer chinesischer Musik, besonders mit der Peking-Oper, und experimentiert mit den einfachsten Materialen, die ihm zur Verfügung stehen. Mit Steinen, Wasser und Papier erzeugt er Töne und Melodien, die…  

 

Anti-Terrorism Exercises in China Part II


23.07.08

Dass die anstehenden Olympischen Spiele ein sportliches Großereignis werden ist klar.  Das sind sie ja per Definition. Die diesjährigen sind durch ihre politische Dimension längst auch zu einem Großereignis der Kontroverse geworden. Man denke nur zurück an den olympischen Fackellauf . Nun hat das aktuelle Gastland der Spiele auch einen Superlativ unter dem Schlagwort Anti-Terror-Bekämpfung aufgemacht. “GreatWall5” nennt sich die Kampagne, die China nicht medienunwirksam gestreut hat. GreatWall5: Wenn man daran denkt, dass die Große Mauer das größte Bauwerk der Welt ist, so kleckert der metaphorische Vergleich zur chinesischen Sicherheit nicht. Er klotzt – und es ist stimmt: er ist gigantisch, er ist unübertroffen! Selbst James Bond könnte dagegen einpacken – nur, James Bond ist Film, all das hier ist echt und wahr: fälschungssichere Eintrittskarten für die Eröffnung, Videoüberwachung nonstop, Hightechkontrollen… Mehr als eine halbe Million