Portraits von Primaten – Ruben Brulat


27.05.10

Ruben Brulat portraitiert Menschen, dabei ist er nicht angewiesen auf schnuckelige Fotostudios, theatralische Windmaschinen und umschwärmte Stylisten. Er zeigt den Menschen in seiner natürlichen Form, als Spezies, nackt, ungeschützt und alleine und schafft damit seine ganz eigene Dramatik. Klein und verlassen, hilflos und ausgesetzt wirkt der Körper in seiner ursprünglichen Umgebung, verloren und vereinsamt in seinem eigens geschaffenen urbanen Umfeld. Wie in einem Suchbild wird der Mensch ohne persönlichen Sicherheitsbereich, ohne schützende Fassade, selbst eine kleine Figur auf einem großen Spielfeld.

Wer die Arbeiten des Pariser Fotografen in Echtgröße auf sich wirken lassen will, kann bis 31.07 die G3 Gallery in Hamburg aufsuchen.

PhotoSlaves

 

Deplaziert – Zebrastreifen auf Abwegen


03.05.10

Wenn man eine der markantesten Regelsymbole die die verkehrstüchtige Gegenwart kennt, den Zebrastreifen, in Umgebungen plaziert, die dessen Regel ad absurdum führen, obwohl diese Orte tatsächlich auch mit dem Begriff Reisen und Fortbewegung in Zusammenhang stehen, tauchen die Fragen von ganz allein auf. Das dachten sich Donna Wearsmouth und Simon Walvin – beide Designstudenten an der Universität von Northumbria (Newcastle), als sie das, nach einer Designintervention in der Umgebung verlangendem, Semesterprojekt gemeinsam in Angriff nahmen und eher ländliche Gegenden mit wenigen weißen Blockstreifen zu einem städtischen Credo verhalfen.

Brief / A Design Intervention — Create rules within an environment.

Solution / “Where does the limitations on rules end” or “how can we place rules into an environment where rules should not appear to exist.” We considered rules which have already been placed into an environment, developing an instantly recognisable theme, road markings. However, the location in which we placed these would be the interventions.

Zebra Crossing — a bold, clear pattern that could be easily applied to the surface. The location had to be based on what would deliver the most impact in a way where the viewer could not feasibly use the zebra crossing; overall creating questions. When looked at as a series, the message is clearly reflected. From right to left, scenery changes from a rural landscape to an urban / city scape. It could be seen as a change in time from when rules were very sparse in a day–to–day travel to now, where rules are seen around us and everyday we pass by or through them subconsciously acting upon them.

the magenta links

 

Im Land der Trolle und Schreibtischlampen


20.11.09

Rune Guneriussen erschafft eine Anderswelt. Vor der Kulisse der ohnehin schon mystisch anmutenden norwegischen Landschaft, erschafft sie Dramaturgien, die ihres Gleichen suchen. eine Herde Schreibtischlampen grast mit erleuchteten, gesenkten Köpfen auf  kargem Waldboden. Rivalisierende Stühle liefern sich vor ihren Artgenossen einen Zweikampf. Eine Formation Telefone überwindet einen vereisten Pass und leuchtende Globen lümmeln auf Uferfelsen. Die norwegische Künstlerin wirft mit Interpretationsansätzen nicht gerade um sich, so müssen die kleinen Denkanstösse, die der Anblick in der Wildnis ausgesetzter Alltagsgegenstände verpasst, wohl genügen.

gefunden bei Cool Hunting

 

Flow: Der Kampf ums blaue Gold


23.11.08



Eben noch auf dem Sundance zu sehen, kommt diesen Herbst ein Film in unsere Lichtspieltheater, den das Wired Magazine als den furchterregendsten Beitrag dieses Festivals beschreibt. Flow beschreibt, was von Experten als eines der wichtigsten politischen und ökologischen Themen des 21. Jahrhundert angesehen wird: Die weltweite Wasserkrise. Die Filmemacherin Irena Salina zeigt, wie Wasser zunehmend privatisiert wird. Entgegen der Vorstellung, Wasser sei, ähnlich wie Luft, ein freies Gut für alle Menschen, zeigt ihre Dokumentation, dass sich Wasser immer mehr zum kostbaren Gut für wenige, die es sich leisten können, entwickelt. Einige wenige Konzerne bestimmen dabei Preis und Ansehen des nassen Elements, das mittlerweile als „blaues Gold” klassifiziert wird. So wertvoll ist es. Und während die Reichen dieser Welt in ihm im Überfluss baden und es mit Vitaminzusatz genießen, stehen die Armen vor verschlossenen Wasserhähnen. Die Tage, in denen man in den westlichen Ländern erwarten kann, den Hahn aufzudrehen und das Wasser fließt einfach so, sind jedoch ebenfalls gezählt.  

 

‘Using more than you need’


30.10.08

Eine gute Idee auf die allgegenwärtige Verschwändung von Papier bzw. Rohstoffen aufmerksam zu machen, hatte die Werbeargentur Y&R aus Genf. Im Messezentrum IUCN in Barcelona wurden Papiertücher und Toilettenpapier mit Infos zum Thema “Overconsumption” ausgelegt. Einfach, aber nachhaltig.

Sauber!

Via IbelieveInAdvertising

 

Like a Bird: Alex MacLean’s Aerial Photography


07.09.08

© Alex McLean

© Alex McLean

Mit seinen Luftaufnahmen schafft der amerikanische Harvard Absolvent und Architekt/Fotograf Alex MacLean Bilder, in denen die Umwelt sowie das Leben im Allgemeinen aus der Vogelperspektive gesehen abstrakte Züge annehmen.

Aerial Photography und die damit einhergehende Darstellung der Grafik des Artifiziellen, seien es nun die von Menschen geschaffenen Kultur-Landschaften oder die sich wiederholenden Muster der natürlich entstandenen Landschaften, ist so alt wie die Geschichte des Fliegens selbst. Sobald es möglich war, Luftbilder aufzunehmen wurde dies auch praktiziert: Die ersten dokumentierten Luftaufnahmen von Paris entstanden bereits 1858 durch den französischen Ballonflieger und Fotografen Nadar.

MacLeans Aerial-Shots sind ästhetisch ansprechende Bilder, außerdem zeugen sie vom Bemühen, den Diskurs über die aktuelle Umweltlage wieder anzustoßen.

In seinem neuen Buch „Over: Der American Way of Life oder Das Ende der Landschaft“ werden die, vor allem durch Menschenhand aber auch…