Maarten Wetsema – Meilensteine der Hundeportraitfotografie


10.03.10

Große Hunde, kleine Hunde, wuschelige Hunde, Kurzhaarhunde. Die niederländische Fotografin Maarten Wetsema hat offensichtlich eine Vorliebe für Hunde – und Möbel. Wer sonst würde 4 ganze Fotoserien (Daan and Jacob, Dogs in their Domestic Environments, Portraits of Dog, Dogshoots) der Hundportraitfotografie widmen. Die Theorie, dass Herrchen und Hund sich oftmals erstaunlich ähnlich sehen, ist unter Hundekennern weit verbreitet. Ob das Gleiche jedoch auch für Hund und Heimchen gilt, wurde bisher noch nicht tiefgehend thematisiert. Wie dem auch sei, bei Wetsema stimmen Hintergrund und Hund wie Hund zu Herrchen.

lenscratch, if it´s hip it´s here

 

Jan Banning – Portraits von Bürokraten


03.03.10

Für alle missgestimmten Menschen, die viel zu lange bei Behörden und Ämtern gewartet, in Schlangen gestanden, brav Nummern gezogen und sich bis heute gefragt haben, ob es in anderen Ländern auch so sorgfältig spießbürgerlich zugeht, hier ein kleiner Eindruck von internationalen Drehpunkten des Verwaltungswesens, festgehalten von Jan Banning. Der Niederländer begab sich auf eine lange Reise, um Bürokraten aus China, Jemen, USA, Indien, Liberia, Russland, Frankreich und Bolivien aufzuspüren und die dezenten bis drastischen Differenzen, die sich, hinter dem immer wiederkehrenden Interieur aus einer Platte und vier Beinen, in öffentlichen Zentren der Bürokratie auftun, einzufangen. Zurück kam er mit einem Buch, das in 50 Fotografien ,,Bureaucratics – around the world”, vermerkt mit Name, Alter, Beruf und Gehalt, zeigt. Seine Bilder sind wie fotografische Studien, Studien über verschiedene Kulturen, Gewohnheiten und Länder, aber auch Portraits von Persönlichkeiten. Schreibtischgestaltung, Sitzhaltung, Gesichtsausdruck – alles gibt Aufschluss über Aufgaben, Funktionen, Charakter: vom einfachen Archivar bis hin zum leitenden Beamten. Das gleichbleibende, quadratische Format, immer aus der selben Perspektive fotografiert, zeigt den roten Faden aus Vorschriften und Verordnungen, der diese Bilder vereint. Hier ein paar Auszüge aus dem herausforderndem, dennoch humorvollem und irgendwie absurdem Werk – viel Spaß beim Länder zuordnen.

Thee Blog

 

Invasion der kosmischen Kieselsteine


24.02.10

Christopher Colville betreibt professionelle Spurensuche. Dabei sucht er niemanden Bestimmtes, eigentlich sucht er nur die Spuren als solche. Er sucht nach dem Einfluss, der Manipulation, die Organismen und Objekte, Substanzen und Stoffe in ihrer Umgebung hinterlassen. Wie Sendung von einem anderen Stern, irgendwo zwischen Mars und Jupiter, wo kleine Autos zwischen Hügellandschaft und Kieselsteinen leben, wirken die Aufnahmen, die offiziell in der ,,Sonoran Desert“ bei Phoenix, Arizona entstanden sind – ich wäre skeptisch.

butdoesitfloat, colt+rane

 

Gemüsekunst trifft Installationsspektakel


23.02.10

Maiskolben, Opas Aktenkoffer, Schaufensterpuppen, überdimensionale Styroporeier –  was auch immer der schwedische Künstler Carl Kleiner anfasst, irgendwie gerät es in einen kreativen Zusammenhang. Diesem Phänomen könnte die Tatsache zugrunde liegen, dass seine Arbeiten gleichermaßen aus Collage und Fotografie bestehen. Diese furchtbare Vielseitigkeit führt einen auch in seinem Portfolio von der Gemüsekunst über Modefotografie bis hin zum Installationsspektakel – kurios kunterbunt. Übrigens habe ich mich heimlich in den Zwiebelelefanten verliebt.

pitchdesignunion und etoday

 

Bloß keine Eitelkeit


06.02.10

Useful Photography ist eine Buchreihe, die sich mit den kleinen Mankos, den ungewollten Zufällen und der Normalität des Alltags beschäftigt. Angenehm unbefangen wirkt die manuelle Fotografie im Zeitalter der Fotoretusche. Hans Aarsman, Claudie de Cleen, Julian Germain, Erik Kessels und Hans van der Meer sagen Ja zu Schönheitsfehlern und geben damit dem Zufall eine Chance.

Gosee

 

Tiefgekühlt!


04.02.10

Attila Hartwig hat Designerkleidung fotografiert – tiefgefroren. Was aussieht, wie eine gestrickte Qualle, ist tatsächlich ein filigranes Kleid von Jil Sander. Die Kreationen aus vereisten Fasern bilden lebendige Skulpturen. Im Zusammenhang mit der aktuellen Eiszeit vielleicht ein Anblick, an den man sich gewöhnen sollte.


© SüddeutscheZeitungMagazin

In Skandinavien ist eingefrorene Kleidung schon länger bekannt. Die finnische Künstlerin Riitta Päiväläinen arbeitet in ihren Bildern mit dem Zusammenspiel aus Kleidung und Landschaft als Gesamtkomposition.

SZ-Magazin, Helsinkischool

 

Lesertip: Erik Johanssons schwedischer Humor in Bildern


16.09.09

Gestern Abend erreichte mich über Twitter ein Vorschlag, der mir nach einem kurzen, sehr kurzen Blick auf die Webseite des Fotokünstlers Erik Johansson, gefiel. Heute, als sich beim genaueren Recherchieren in seinem Online-Portfolio herausstellte, daß ein Großteil seiner Fotos mit Bildbearbeitungssoftware regelrecht inszeniert sind, war ich nicht mehr ganz so begeistert.

Als Inspirationsquellen dienen ihm-yes, you guessed it-Escher, Dali und Magritte. Der Kontrast zwischen alltäglichem Motiv  und optischer Täuschung hat mir gut gefallen. Meine vier Favoriten hab ich hier gepostet. Jede Menge mehr digitalen Thrill findet ihr auf Erik’s Internetseite.

lego

lego
gravmaskin

gravmaskin

 

Candy by Nature


14.09.09

Ganz taufrisch ist der Trailer für den saftigen Kurzfilm Green Pink Caviar nicht. Ich kannte Ihn allerdings noch nicht und … bin sofort drauf reingefallen.
Ab dafür unter den Stills. Marilyn Minter fotografiert u.a. Kampagnen für M.A.C. Cosmetics und macht andauernd was mit Mündern.

chewing-pink

chewing-pink
deep-throat

deep-throat
quails-egg

quails-egg

via today and tomorrow

 

Nackt im Museum


12.09.09

Jürgen Teller, für fotografische Provokation u.a. in Kooperation mit Marc Jacobs und Björk bekannt, lässt Charlotte Rampling und Raquel Zimmermann durch den Louvre spazieren – unbekleidet. Na und? Der Shoot zeigt scheinbar beiläufige, fast schon touristisch wirkende Aufnahmen  im Spannungsfeld zwischen Eitelkeit und antikem Schönheitsideal.

Zu sehen in der New Yorker Lehmann Maupin Galerie bis 17.Oktober 2009.

Foto: Jürgen Teller

Foto: Jürgen Teller
Foto: Jürgen Teller

Foto: Jürgen Teller
Foto: Jürgen Teller

Foto: Jürgen Teller

via SLAMXHYPE

 

Zungenspiele


29.12.08

© Luke Williams

© Luke Williams
© Luke Williams

© Luke Williams
© Luke Williams

© Luke Williams
© Luke Williams

© Luke Williams

Jeder Teil des menschlichen Körpers ist faszinierend. Auch die Zunge. Luke Williams, der am Maryland Institute College of Art Grafikdesign und digitale Fotografie studiert, setzte eben jene in Szene. Ganz alleine, ist sie, die Zunge, vor einem knalligen Hintergrund. So auf dem Präsentierteller wirkt sie ein wenig vulgär, ja plump – doch wir alle wissen, was wir an ihr haben.

Via: Booooooom

 

The Last Couple – Zeiss lässt Wenders Ruinen fotografieren


10.11.08

Amber Valletta und Willem Defoe am Set

Amber Valletta und Willem Defoe am Set

Ruinen als Kulisse für Kalenderaufnahmen sind beliebt, dokumentieren auch nebenbei und glücklicherweise einen Seinszustand und erhalten ein Stück Geschichte für die Nachwelt. Die Generationen nach uns haben eine unendliche Fülle fotografischer Zeitdokumente, und der Palast der Republik in all seinen Bau- , Bewirtschaftungs- und Abrissphasen dürfte Hallen füllen. Wim Wenders fügt nun noch ein paar Aufnahmen hinzu, er fotografierte für die Carl Zeiss AG einen limitierten Kalender für ausgewählte Kunden.

„Es ist immer traurig, wenn etwas Altes entfernt wird.”, so Amber Valletta. Sie und Willem Dafoe sind die Akteure in einem fiktiven Film. Wim Wenders fotografiert quasi das was er eigentlich hauptberuflich tut, Filme drehen. Er entspinnt eine Geschichte um das Ende der Welt, zwei Menschen, die sich inmitten der Ruinen finden und am Ende gemeinsam einen Weg aus dem ‘Elend’ finden. Nicht unbedingt die einfallsreichste Geschichte der Welt, aber auf jedenfall den vorhandenen Elementen optisch großartig umzusetzten.

„Ohne Linsen kann man ja keinen Film machen, und ich machen seit dreißig Jahren mit Zeiss-Linsen Filme. Und da hat mir die Idee gut gefallen für Zeiss einen fiktiven Film hier zu drehen.”, so Wenders über das Projekt. Jörg Nitschke von Zeiss hatte wohl vorallem eine künstlerische Umsetzung im Auge, und ganz nebenbei auch noch den Werbeeffekt einer solchen Zusammenarbeit mit eingerechnet.

Wim Wenders

Wim Wenders

Zeiss hat sich eine Starbesetzung für das Projekt „The Last Couple” ausgesucht, Vier von Weltrang treffen so zusammen. Zu Wim Wenders muss man wenig sagen, seine Filme sind international ausgezeichnete Meisterwerke (Goldene Palmen, Silberne Bären und diverse andere). ‘Der Himmel über Berlin’ ist eine Liebeserklärung an diese Stadt. Willem Defoe spielt seit Beginn der 80-er Jahre in unzähligen Filme mit, und war im letzten Jahr Mitglied der Berlinale Jury. Bei beiden ist somit der Berlin Bezug klar. Amber und Berlin sind weniger einfach zusammenzubringen, ein Bezug zum Kalender schon eher: Sie ist schön. Amber Valletta ist ein klassisches schauspielerndes Supermodel, Rehabgeschichten inklusive. Aber nichts desto trotz ist sie eine Erscheinung, die die Kulissen blass aussehen lässt. Als Model weiß sie auch, wie man sich in Abendkleidern und Pelzen (politisch unkorrekt natürlich echt, aber nichts ist langweiliger als politisch korrekt zu sein) zu bewegen hat. In ‘The Last Couple’ trägt Valletta Wunderkind, ein Label dessen Kollektionen immer ein bisschen vom Elend der Nachkriegszeit inspiriert sind. Wie geschaffen um dem Weg aus den Ruinen zu suchen. Zeiss- die Weltmarke ist sowieso ein Star.

„Ist ja auch eine Wahnsinns Gelände”, so Wim Wenders.

Die Carl Zeiss AG folgt einem berühmten Vorbild. Pirelli liefert seit 1964 einen Kalender, der heiß begehrt ist und als ein im Wert steigendes Objekt gesehen werden kann. Warum sollte das mit diesem Werk nicht auch funktionieren.

 

Move your C-Ass-Ass!


01.11.08

Gute Musik machen die Brasilianer Cansei de Ser Sexy ja schon länger. Jetzt haben sie aber endlich auch ein visuelles Sahnestück mit rausgehauen, begleitend zu ihrem Song “Move”. Erschien übrigens auf ihrem zweiten Album “Left Behind”, was im Sommer diesen Jahres released wurde.

Via toutetrien

 

Riitta gegen schwarze Weihnacht


31.10.08

Wenn aufgrund der globalen Erwärmung der Golfstrom umgeleitet wird, dann wird es in unseren Breitengraden eigentlich noch kälter. Komisch also dass wir Nordeuropäer schon seit einigen Jahren den Winter immer mehr vermissen. Das Wetter verschiebt sich vielmehr, so scheint es. Und wenn man als nicht wissenschaftlicher Mensch nämlich versucht, das Phänomen zu begreifen, erinnert man sich an seine Kindheit, in der Weihnachten zumeist weiß und der Sommer über alle Maßen heiß war. Dies scheint auch die finnische Künstlerin Riitta Ikonen zu beschäftigen. Nachdem sie in Helsinki zweimal vergebens auf ein weißes Weihnachten warten musste, beschloss sie, der Klimaveränderung auf ihre Weise beizukommen. Sie verkleidete sich als Schneeflocke und “beweißt” alles, was ihr “beweißenswert” vorkam. Das Projekt nannte sie „Me again”, dieses sollte kritisch auf die Klimaerwärmung im Speziellen und die Veränderung in unserer Natur im Allgemeinen aufmerksam machen. Auf diese Weise nutzt Ikonen ihre Kunst als Ausdrucksmöglichkeit ihrer Gedanken, Zweifel und Sorgen. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass ihre Arbeit  etwas Reales in Menschen auslösen kann. Vor allem das Schneeflockeprojekt hat viel Zuspruch erfahren, sogar der WWF wurde darauf aufmerksam. Damit hat sie im Grunde genommen auch ihr Ziel erreicht, ihr Projekt außerhalb der Kunstszene als politisches Statement zu etablieren.

Daher möchte Riitta auch in Zukunft weiterhin ihre Arbeiten nutzen, um auf Umweltprobleme aufmerksam zu machen. Das nächste Projekt steht schon an und wird sich mit überwachsenen Seen in Finnland und den Auswirkungen steigender Temperaturen beschäftigen. Außerdem hofft sie gerade auf eine Finanzierung für ein Projekt am Baltischen Meer, dessen natürliches Gleichgewicht durch die Erwärmung ebenfalls leidet. So sagt Ikonen selbst:

„Ich halte immer Ausschau nach weiteren Belangen und ich würde mich freuen, wenn mir andere Menschen über Beobachtungen in ihrer unmittelbaren Umgebung berichten würden. Mein Hauptaugenmerk liegt auf der Natur, das es immer ein großen Teil meines Lebens in Finnland ausgemacht hat. 187.888 Seen ist nicht einer zuviel für ein Land, und ich würde es ungern sehen, einen von ihnen zu verlieren.”

Das seltsame Fehlen von Schnee an Weihnachten hat in Finnland übrigens sogar einen Namen erhalten. Es heißt „schwarze Weihnachten”.

 

Alexey Titarenko, St.Petersburg and Time


28.10.08

Alexey Titarenko

Alexey Titarenko

Der russische Fotograf Alexey Titarenko, im zeitlos erscheinenden St. Petersburg geboren und aufgewachsen, entdeckte schon in frühester Kindheit seine Sensibilität für die Stimmungen dieser Stadt. Im Alter von acht Jahren bekam er von seinen Eltern seinen ersten Fotoapparat geschenkt. So ausgerüstet und nachdem er mal wieder Dostojewski gelesen hatte, unternahm Titarenko einen seiner unzähligen, frühen Streifzüge durch die Straßen St. Petersburgs. Bilder die er in seinem Kopf trug, inspiriert durch die Stadt, die Literatur und die klassische Musik erhielten durch den Druck auf den Auslöser vor dem richtigen Motiv Ausdruck. Doch nur Abdrücken verlieh den Fotografien nicht die von Titarenko so intensiv empfundene Tiefe der erlebten Momente.

Alexey Titarenko

Alexey Titarenko

Zur Zeit des Falls des totalitären Regimes der Sowjetunion wandelte sich die Stadt. Ein kriegähnlicher Zustand stellte sich ein und veränderte den Alltag der Menschen auf drastische Weise. Es war eine Zeit in der Auslagen in Geschäften Brach lagen und Lebensmittel rationiert wurden.  

 

Hongkong – Architecture of Density


26.10.08

Kein Anfang, kein Ende. Ein erdrückendes und zugleich faszinierendes Gefühl überkommt den Betrachter dieser großformatigen Fotografien von Michael Wolf. Der deutsche Fotograf, der in den USA und China lebte, begeistert mit seiner Ausstellung “Hongkong – Architecture of Density”.

6,700 Menschen auf einem Quadratkilometer, gigantische Plattenbauten, Dimensionen, die es wohl nur in China gibt. Auf seiner Website gibt’s all seine wunderbaren Fotografien nochmal zum Anschauen.

© Michael Wolf

© Michael Wolf
© Michael Wolf

© Michael Wolf

Via Pudri