Toril Johannessen – ein Herz für Statistik


19.06.10

Wer eine innige Leidenschaft für Statistiken, Tabellen und Vergleiche hat, sollte statistisch gesehen Words and Years von Toril Johannessen lieben. Die Norwegerin vergleicht nämlich fast alles, besonders gerne aber die Verwendung von Wörtern. Identische Begriffe werden ihrem Vorkommen in unterschiedlichen Magazinen und Fachzeitschriften nach gegenübergestellt, konträre Begriffe auf die Verwendung in einem bestimmten Magazin überprüft. Das alles wird auf einen längeren Zeitraum angewendet und man erhält fabelhafte Graphen und Diagramme, aus denen man entweder tiefsinnige Rückschlüsse ziehen oder sie einfach nur glückselig betrachten kann.

 

Mathematische Funktionen für jeden Geschmack


24.03.10

Die fotografierende Mathematikerin und mathematische Fotografin Nikki Graziano findet hinter jedem Brombeerbüschchen und Stachelbeerstrauch eine mathematische Funktion und zeigt damit den meist unbemerkten, doch stetig wahrgenommenen, Zusammenhang zwischen mathematischen Gesetzmäßigkeiten und der Gestalt der Natur. So geht die New Yorkerin, unter geschicktem Einsatz der linken und rechten Gehirnhälfte, Sinus und Kosinus in mehr oder weniger organischen Gefilden auf die Spur und findet mathematische Funktionen für jeden Geschmack.

Esta também sou eu.

 

Die fabelhafte Welt des Heiko Müller


19.12.08

Master and Servant © Heiko Müller

Master and Servant © Heiko Müller

Einmal die Welt sehen mit den Augen des Crossover Artists Heiko Müller. Für uns: Eine verwilderte Landschaft. Ein Wald. Grüne Wiesen. Ein schöner Ausblick übers Land. Doch dort, wo wir nur Gras und Bäume wahrnehmen, tut sich für den Hamburger Künstler eine fantastische Welt auf. Hinter dem Idyll erahnt er Kreaturen mit glühenden Augen, unheimliche Fabelwesen. Er spürt das verwunschene Reich der Tiere und seine zerstörerischen Kräfte, die in ihm schlummern, auf. Dieses gilt es für ihn zu entdecken. Und wir als seine Zuschauer haben das Glück durch seine Kunst, in diese fantastische, surreale Welt mitgenommen zu werden.

Schon als Kind weckten Tierbuchzeichnungen Müllers Interesse. Das Anfertigen von Tierillustrationen lernte er an der Hamburger Hochschule für angewandte Kunst, als er das Fach Kinderbuchillustrationen belegte. Doch diese gingen ihm nicht weit genug. Daher verband er seine Kindheitsfaszination mit seiner Neigung zum Düsteren. Dazu fügte er Elemente aus Comic-Art, Volkskunst und sakralen Bildern. Aus Kirchen und von den alten flämischen Meistern holt er sich zudem seine heutige Inspiration. Aus diesem Crossover kreiert er seinen eigenen unverkennbaren Stil. Zum Zeichnen auf Papier verwendet er Bunttifte oft malt er auch mit Ölfarben auf Holz. Er schafft paranoide Bilder, die den Betrachter einfangen und von denen es schwer fällt den Blick  zu wenden, ohne sich danach beobachtet zu fühlen.

 

 

Bêtes de mode – Die Bestien der Mode


22.10.08

Lynx, © Helmo

Lynx, © Helmo

Ich hatte früher ein Fotobuch mit Zootieren, die aus verschiedenen Blickwinkeln in rot und grün fotografiert waren. Wenn man eine Brille aufsetzte, die jeweils ein rotes und ein grünes Glas hatte, konnte man diese Tiere in 3D sehen. Toll! Ähnlich funktioniert das Prinzip dieser Installation des Grafiker-Duos Helmo, die 2006 in den Galeries Lafayette in Paris zu sehen war, allerdings ohne Brille und infinitely more stylish. Einfach besehen sind hier jeweils in den Farben rot und blau (die Farben Frankreichs und die Erkennungszeichen des Kaufhauses) das Porträt eines Models und das eines Tieres übereinandergelegt. Betrachtet man das Bild aus verschiedenen Blickwinkeln, wie dies beim Vorbeigehen an einem Schaufenster am Boulevard Hausmann geschah, sah man durch verschiedenfarbig aufgeklebte Folien direkt auf dem Fenster abwechselnd das Tier und den Menschen. Das Video dazu gibt’s hier «Bestie» ist vielleicht eine zu reißerische Übersetzung für diese Fotoserie. Zu schnell weckt es die Assoziation des Tier im Menschen, da ist diese kommerzielle Arbeit dann doch etwas raffinierter. Die Installation ist eine clevere Umsetzung des Auftrages, Aufmerksamkeit durch optische Abweichung zu erzeugen, aber auch gleichzeitig mit der Gegenüberstellung von Natur und Mode eine Tiefe zu erzeugen. Helmo ging 2007 aus dem Kollektiv La Bonne Merveille hervor und setzt sich aus Thomas Couderc und Clément Vauchez zusammen. Als Grafiker entwerfen sie vorrangig Plakate, Bücher und Typographie. Und manchmal, wie hier, wagen sie sich in das Feld der Mode vor. In Deutschland kann man die gestalterische Arbeit der beiden auf den Plakaten für die jazzdor 2008, ein deutsch-französisches Jazzfestival, bewundern, das in Berlin vom 30.09.08 bis 04.10.08 stattfand.

 

LOOKING THRU THE B-SIDES – Trailer


16.10.08

“Looking Thru The B-Sides” follows the adventures of a skater named “Ollie” as he is off on a quest to find his lost skateboard. What starts off as a casual trip to the skate park, turns into a wild trip down the rabbit hole and ends up in a way that Alice In Wonderland could never imagine. Part adventure, part love story, always ready for the unexpected – come along as we go Looking Thru The B-Sides.”

Looking thru the B-Sides, ein achtminütiger Kurzfilm, produziert von Golden Lucky für Fuel.tv erzählt die Geschichte von Ollie und seiner Reise durch ein fremdes Universum auf der Suche nach seinem Skateboard. Tricktechniken und Farbenexplosionen der Meisterklasse garantieren einen wunderbaren visuellen Genuß. Wann das komplette Werk zu sehen sein wird ist unklar,…

via: nomnomnom

 

Liz´2007|08 – Was bleibt. Souvenirs eines Lebens.


09.10.08

© Sibylle Windisch

© Sibylle Windisch

Die ewige Wiederkehr von Erinnerungen ist ein geheimnisvoller psychologischer Ablauf. Die Idee, das Gefühl und die Vorstellung, dass sich irgendwann alles wiederholt, dass Erlebnisse kommen und gehen, dass Momente der Herrlichkeit, der Schönheit, des Grauens und der Liebe zurückkommen, ist, war und bleibt ein Bestandteil des Mythos der Erinnerung.

Unsere ständigen Begleiter, Erinnerungstücke und Souvenirs, deren Wert, emotionale Bindung und Bedeutung teilweise unermesslich sind: Sie sind die Zeugen früherer Zeiten, ein Abgesang auf Vergangenes, ein sentimentales Resümee in unendlichen Fernen, die Rekapitulation der Zeit.

Welchen unersetzlichen Stellenwert diese persönlichen, oftmals trivialen Objekte des privaten Wohnraums speziell im Alter darstellen, macht Liz´ 2007/08 erfahrbar. Die Gegenstände bedienen sich ihrer Stimme und erzählen aus inniger Dingbeziehung zu ihrer Inhaberin. ‘Liz´2007|08 – Was bleibt. Souvenirs eines Lebens’ beschreibt eine Katalogisierung des Übriggebliebenen, des dinglichen Seins eines nunmehr 85-jährigen Lebens. Das Leben Lisbeth Jacobs.

Sibylle Windisch, Diplom Mediengestalterin, lieferte mit ihrer Abschlussarbeit einen Nachlasskatalog der letzten Habseligkeiten, verbunden mit intimsten Einblicken in die Privatsphäre einer pragmatischen und ebenso resoluten Frau, die ein Andenken zum Nötigsten zählt, was man zum Leben braucht.

Ein einzigartig gelungenes und beeindruckendes Projekt, das zum Nachdenken anregt. Nicht nur die ästhetische Aktivität der Bilder, das Spiel der Imagination, sondern auch der emotionale  Wert an sich verleiten dazu, das verstaubte Album aus dem Regal oder die kleine Schatulle unterm Bett hervor zu holen und die Zeit ein weiteres Mal aufzuheben.

 

Pencil Face


25.09.08

Am Savannah College of Art and Design entstehen immer wieder fantastische surreale Videos. Die Auswahl fällt schwer, hier einer unserer Favoriten: Pencil Face. Unglaublich wie reale und künstliche Welten miteinander verschmelzen als ob es nie anders gewesen wäre. Schaut selbst.

 

Procrastination aka Avoiding doing something…


21.08.08

avoiding doing something. not being able to get started. checking your emails. writing your emails. staring at the window. smoking a cigarette. playing imaginary computer games with your furniture.

Der Film von Johnny Kelly ist grafisch sehr ansprechend und Vielen- Euch vielleicht auch ?- inhaltlich durchaus vertraut.

Auch „Der Spiegel” erwähnt in einer kürzlichen Ausgabe „procrastination”  und zwar als „Leiden, das die davon Befallenen zwingt, Aufgaben immer weiter nach hinten zu verschieben” (Nr. 33/11.8.08, S.83).

Häufige Ursachen für dieses Verhalten: Perfektionismus, Versagens- und Entscheidungsängste oder aber einfach Desinteresse an der zu erfüllenden Aufgabe…

Wer diese Veranlagung an sich festgestellt hat findet Hilfe auf der Seite John Perry,  Philosopie-Professor an der Elite-Universität Stanford in den USA. Dieser hat für sich Wege gefunden, seine Procrastination überaus produktiv zu gestalten. Wer hat seine Webseite eingerichtet? Seine Enkelin,

who did the work while avoiding the far more weighty assignment of her literature test.

 

Design als Idee des Weglassens


16.07.08

Design an Papier

Design an Papier

Mirko Borsche ist einer von denen, die während eines Interviews Kaugummi kauen, auch mal moderate Flüche benutzen, um Designsünden anzuprangern, und auf Nachfrage die klassische Coca-Cola-Dose aus den 80ern besser finden als den überladenen Nachfolger der Gegenwart. Ihm glaubt man also gerne, dass er Design für eine Welt entwirft, in der wir auch tatsächlich leben. Wer braucht schon monumental riesige Blumenvasen, in die nur eine Blume passt?
Kreativität am Produkt oder auch die Idee für eine Kampagne können deswegen so originell sein, weil sie sich einem strengen Diktat unterwerfen: der Funktionalität. So sagt Borsche in einem Interview der Lead Academy: „Grafikdesign ist die Idee des Weglassens. Die Idee der schnellen Information. Und die muss man immer wieder infrage stellen: Bin ich schnell genug oder …  

 

Tez Humphreys – Collagen des Unperfekten


07.07.08

12 sundays_by Tez Humphreys

12 sundays_by Tez Humphreys

Grade mal 24 Jahre jung und einer der aufstrebenden Grafiker zeitgenössischen britischen Designs, Tez Humphreys. Inspiriert von Stereotypen und Clichés modernen Lebens kreiert er Collagen und Illustrationen mit humorigem Unterton.

“I take images out of context and place them in less literal circumstances… playing images off one another. I’m always searching for imperfections”

 

If I was a God, I would be Aeolus


07.07.08

© Ralph Doumit

© Ralph Doumit

Welchen Gott würden die Menschen am liebsten verkörpern wenn sie die freie Wahl hätten? Ralph Doumit würde sich für Aelous, dem griechischen Gott des Windes, entscheiden. Warum sich der libanesische Zeichner ausgerechnet für Aeolus entschieden hat bleibt offen.

 

CandyKaraoke


27.06.08

“We do cover versions!”

Die “70′s leading creatives” aus Irland re-designen ihre lieblings album covers. Mehr Bilder findet ihr hier, und das ist die Seite von CandyKaraoke. Thumbs up!

 

Alf for President


26.06.08

Alf for President

Alf for President

Der Grafiker Roberlan Borges Paresqui aka Roberlan hat an Barrack Obamas Wahlplakat „Hope“ vom Designer Shepard Fairey kleine Änderungen vorgenommen. Statt Präsidentschaftskandidat Obama ziert ALF das Plakat mit dem Untertitel „Hope vor Melmac“. Planet Melmac kann sich glücklich schätzen einen derart charismatischen Kandidaten zu haben.

 

„MJ“ aka Martin Joch


25.06.08

nike by MJ

nike by MJ

Maverick- „MJ“ aka Martin Joch gehört zur modernen Generation von Künstlern. Statt gängiger Gemälde erstellt der tschechische Grafiker Webdesigns, Artworks und Internetseiten. Firmen wie Nike und Kawasaki sind von seinem Potetntial überzeugt und buchten ihn mehrfach für deren Kampagnen.

 

‘Soccer Suckers’ von Brian Kenny und Slava Mogutin


11.06.08

“Soccer Suckers” verdanken wir den grafischen Darbietungen von Brian Kenny und Slava Mogutin. Die EM zieht in der Tat nicht an uns vorbei und schließlich sind Fußballer auch nur Menschen. Sehen wir, was uns die Meisterschaft noch so auftischt.