© Sibylle Windisch
Die ewige Wiederkehr von Erinnerungen ist ein geheimnisvoller psychologischer Ablauf. Die Idee, das Gefühl und die Vorstellung, dass sich irgendwann alles wiederholt, dass Erlebnisse kommen und gehen, dass Momente der Herrlichkeit, der Schönheit, des Grauens und der Liebe zurückkommen, ist, war und bleibt ein Bestandteil des Mythos der Erinnerung.
Unsere ständigen Begleiter, Erinnerungstücke und Souvenirs, deren Wert, emotionale Bindung und Bedeutung teilweise unermesslich sind: Sie sind die Zeugen früherer Zeiten, ein Abgesang auf Vergangenes, ein sentimentales Resümee in unendlichen Fernen, die Rekapitulation der Zeit.
Welchen unersetzlichen Stellenwert diese persönlichen, oftmals trivialen Objekte des privaten Wohnraums speziell im Alter darstellen, macht Liz´ 2007/08 erfahrbar. Die Gegenstände bedienen sich ihrer Stimme und erzählen aus inniger Dingbeziehung zu ihrer Inhaberin. ‘Liz´2007|08 – Was bleibt. Souvenirs eines Lebens’ beschreibt eine Katalogisierung des Übriggebliebenen, des dinglichen Seins eines nunmehr 85-jährigen Lebens. Das Leben Lisbeth Jacobs.
Sibylle Windisch, Diplom Mediengestalterin, lieferte mit ihrer Abschlussarbeit einen Nachlasskatalog der letzten Habseligkeiten, verbunden mit intimsten Einblicken in die Privatsphäre einer pragmatischen und ebenso resoluten Frau, die ein Andenken zum Nötigsten zählt, was man zum Leben braucht.
Ein einzigartig gelungenes und beeindruckendes Projekt, das zum Nachdenken anregt. Nicht nur die ästhetische Aktivität der Bilder, das Spiel der Imagination, sondern auch der emotionale Wert an sich verleiten dazu, das verstaubte Album aus dem Regal oder die kleine Schatulle unterm Bett hervor zu holen und die Zeit ein weiteres Mal aufzuheben.